Bulgarien · Europa

Bulgarien – zwischen Rhodopen und Zentralbalkan

Tag 1: Am 07.09.19 brachte uns Ryanair von Schönefeld in knapp 2 Stunden und 10 Minuten nach Sofia. Wir landeten pünktlich gegen 20:15 Uhr und holten unseren Mietwagen-Schlüssel sowie den Kinder-Autositz vom Hertz-Schalter ab. Mietwagen sind in Bulgarien ziemlich günstig: wir zahlen für die kleinste Wagenklasse gerade mal 19 Euro pro Tag inkl. aller Versicherungen und ohne Selbstbeteiligung. Die Abholung verlief wieder sehr fix und unproblematisch. Wir hatten noch eine Fahrt von rund 1,5 Stunden vor uns, also beeilten wir uns etwas. Unser schönes Hotel vom letzten Jahr, das Park & Spa Hotel in Markovo, wartete bereits auf uns.

Wir fuhren zügig durch und stoppten lediglich an einem Tankstellenshop, um uns mit einigen Lebensmitteln zu versorgen. Um 22:20 Uhr waren wir dann auf unserem Zimmer und konnten den tollen Blick über das Lichtermeer von Plovdiv genießen.

 

Tag 2: Heute waren wir so richtig faul. Lange ausschlafen, lecker frühstücken und ab in den Pool, denn es waren schließlich 32 Grad draußen.

Aber halt! Was war das? Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte wieder einmal das wichtigste Utensil für einen erfolgreichen Badeurlaub vergessen. Das gibts doch gar nicht! Also ab nach Plovdiv und shoppen. Wie ich es hasse! Schon das dritte Mal! In meiner Größe und dann noch etwas halbwegs Ansehnliches zu finden, ist wie ein Sechser im Lotto. Auch das Parken ist in Plovdiv eine Herausforderung. Es war überall voll, obwohl es Sonntagvormittag war. Nachdem wir eine ganze Mall erfolglos abgesucht hatten, schmiss mich Tobi am H&M in der Altstadt raus und wartete mit Mika beim Auto. Aber auch dort gab es nichts für mich. Ich lief panisch die Fußgängerzone auf und ab und siehe da, direkt gegenüber der Moschee befand sich ein klitzekleiner Laden für Bademode. Halleluja! Gleich zwei liebe Verkäuferinnen halfen mir mit Händen und Füßen, sodass ich mit einem gerade so passenden Outfit zurück ins Hotel fahren konnte. Und bevor wieder Fragen kommen: nein, Fotos gibts keine! So gut hat das Teil nun auch wieder nicht gepasst. Aber für den Pool hat es gereicht. Gleich zwei Stunden verbrachten Mika und ich mit Planschen.

Gegen Abend und nach einem gemächlichen Schönheitsschlaf rafften wir uns nochmal auf und fuhren zu dem knapp 2 km entfernten kleinen Restaurant „Two Walnuts“, wo wir uns für insgesamt 15 Euro die Bäuche vollschlugen. Wir waren bereits letztes Jahr hier und es war wieder sehr lecker.

Zurück im Hotel tranken Tobi und ich noch Cocktails an der Hotelbar (Mimosa für mich und einen Icebreaker mit Wodka und Grenadine für Tobi) und Mika versorgte uns mit allerlei Köstlichkeiten aus der Spielküche. Das Spielparadies war einer der Gründe, warum ich wieder in dieses Hotel zurück wollte. Es ist für Kinder (und somit auch für die Eltern) einfach perfekt. Theoretisch könnte man die Kinder auch einfach dort abgeben, da von 10 bis 22 Uhr Betreuerinnen vor Ort sind, die sich mit den Kindern beschäftigen und aufpassen. Tolle Sache!

 

Tag 3: Gleich nach dem Frühstück brachen wir nach Asenovgrad auf, dem Tor zu den Rhodopen. Wir durchquerten den Ort und fuhren noch circa 10 km weiter. Unser Ziel: das Batchkowo Kloster am Nordrand der Rhodopen. Es ist nach dem bekannten Rila Kloster südlich von Sofia das zweitgrößte Kloster Bulgariens und stammt aus dem Jahre 1083. Es wird immer noch von Mönchen bewohnt. Das Gelände umfasst fast 8000 qm und befindet sich 440 m über dem Meeresspiegel. Es gibt u.a. zwei Innenhöfe und vier Kirchen zu besichtigen.

Es waren nicht viele Besucher dort, was ziemlich angenehm war. So konnten wir die Stille und die Schönheit des Klosters sehr genießen. Wir zahlten 12 Lewa (= 6 Euro) für die Besichtigung der Küche und des Refektoriums. Fotografieren war eigentlich nicht erlaubt, aber für lediglich zwei Räume hat sich der Preis nicht gelohnt und so holte ich mir trotzdem illegalerweise meine zwei Fotos des Speisesaals. Wieder draußen bewunderte ich die fantastische Wandmalerei an der Außenseite des Refektoriums. Es ist ein Abbild des Klosters und seiner Umgebung. Einfach toll!

Das Highlight aber war die Kirche in der Mitte des Hauptplatzes. Wäre ich nicht letztens in der Blutkirche in Sankt Petersburg gewesen, so wäre dies hier wohl die schönste Kirche, in der ich je war. Die komplette Mitte war mit einem riesigen Gerüst verstellt, unter dem sich gerade eine kleine Gruppe Chinesen von ihrem Guide beträufeln ließ. Mika und ich nutzten die Gelegenheit, einmal im Kreis um sie herum zu spazieren und bewunderten die herrlichen Wandbemalungen.

Man kann direkt oben vorm Klostereingang parken, aber nur wenige wissen das und nutzen die Parkmöglichkeiten ganz am Anfang der Zufahrtsstraße. Wir waren etwas mutiger und fuhren noch ein ganzes Stück weiter durch eine enge Straße, die voll mit Touristenshops und Imbissen war, bis kurz vor den weißen Torbogen. Dort war auch ein kleiner Parkplatz, für den ein alter Mann 2 Lewa nahm und damit sein Brot verdient.

Es war noch früh am Tag, weshalb wir auf dem Rückweg noch über einige Serpentinen hoch zur Festung Asen („Asen’s Fortress“) fuhren. Es ist eine frühmittelalterliche Festung, die erstmalig im 11. Jhd. in den Statuten des Batschkowo Klosters erwähnt wurde. 1231 wurde sie renoviert und als Grenz- und Verteidigungsfestung genutzt. Auf dem teils abenteuerlichen Weg (bei Regen und Schnee nicht zu empfehlen) vom kleinen Parkplatz hinüber zur Festung konnte man einige alte Katapulte und Geschütze begutachten. Die kleine zweistöckige Kirche „Church of the Holy Mother of God“ wird heute als normale orthodoxe Kirche genutzt und gerade als wir das Gelände verließen begegneten wir einem Brautpaar, dass über Stock und Stein zu ihrer eigenen Trauung kraxelte. Nicht so leicht mit hohen Absätzen, hihi. Aber der Weg lohnt sich auch bei den über 30 Grad, die wir heute hatten! Der Ausblick von dort oben ist atemberaubend. Man kann von der Felsklamm bis nach Asenovgrad blicken und weit hinunter zum Asenitsa River.

Zurück im Hotel verschnauften wir erstmal etwas, bevor wir am Abend nach Plovdiv fuhren und am Stadtrand in einer Mexana (gesprochen: Mechana) mit angeschlossenem Spielplatz zu Abend speisten. Tobi bekam endlich seine heiß ersehnten Hühnerherzen (*würg*) und ich probierte mal Tarator – die bulgarische Gurken-Joghurt-Suppe. Hier muss man wissen, dass sie kalt serviert wird. Mein Fall war es nicht. Ich bestellte mir noch Kartoffeln mit Käse. Die bulgarische Küche und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Anschließend gönnten wir uns wie gewohnt noch Cocktails an der Hotelbar. Heute: Blue Lagoon und White Elderberry mit Ginger.

 

Tag 4: Eigentlich war der heutige Tag für einen Ausflug nach Plovdiv reserviert, schließlich ist Plovdiv Kulturhauptstadt 2019. Aber wir konnten uns einfach nicht aufraffen. Es war wieder sehr heiß und so zog es uns eher an und in den Pool. Zum Baden allerdings nur in den Innenpool (siehe Bild unten), da der hübsche Außenpool leider doch viel zu kaltes Wasser hatte. Am Abend fuhren wir wieder nach Plovdiv und speisten wieder außerhalb der Altstadt bei einem Italiener („Trattoria La Strada“), den ich vorher bei TripAdvisor herausgesucht hatte. Sehr lecker! Zurück im Hotel wurde Mika zum Tiger und wir Großen widmeten uns noch ein letztes Mal der Cocktailkarte (ich hatte irgendwas mit Erdbeeren, Milch und Wodka).

 

Tag 5: Noch ein letztes Mal haben wir das wunderbare Frühstücksbuffet ausgekostet. Hier könnte man stundenlang schlemmen und den Ausblick genießen. So lecker!

Danach packten wir unsere Sachen und machten uns auf den relativ langen Weg nach Ahtopol, ganz im Süden der Schwarzmeerküste an der bulgarisch-türkischen Grenze.  Zum Mittag gab es Burger bei McDonalds an der Autobahn. Wir erreichten unser Hotel „Eskada Beach“ gegen 15 Uhr und richteten uns erstmal etwas ein und gingen ein wenig den Ort erkunden. Ein Spielplatz, ein geschlossener Supermarkt und ein paar kleine Souvenirshops – mehr gab Ahtopol nicht her. Den Rest des Abends verbrachten wir auf dem Balkon mit Blick auf das hier gar nicht so schwarze Meer.

Fortsetzung folgt.

Ein Kommentar zu „Bulgarien – zwischen Rhodopen und Zentralbalkan

  1. Der Blick aus eurem Zimmer auf das nächtliche Plovdiv hat was. Da muss man gar nicht mehr groß rausgehen 🤓. Bei 32 Grad bräsig abhängen ist nicht nur sinnvoll, sondern fast lebensnotwendig! Hätten wir in Portugal besser auch mal gemacht … Euer Pool und das Gelände drumherum laden ja auch ausdrücklich dazu ein, auch wenn ihr letztendlich im Innenbereich gelandet seid. Zumindest, wenn man die entsprechende Ausstattung dabei hat 😂😂😂. Aber zu dem Dauerbrenner-Thema ist ja von meiner Seite aus schon alles gesagt. Danke für die Steilvorlage 😜. Darauf einen Cocktail!

    Die Klosteranlage ist sehr beeindruckend. Erstaunlich, dass da so mitten in der Saison so wenig los war. Die Festung ist auch voll nach meinem Geschmack. Ok, die bulgarische Küche ist also nicht besonders. Vergleichbar mit der georgischen 😅???

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