Europa · Reisen · Spanien

Tag 9: Tarifa – Cádiz – Jerez de la Frontera

Nach etwas anstrengender Packerei (man glaubt ja nicht, wie sehr man sich in nur 3 Tagen ausbreiten kann), ging es Punkt 10 Uhr zum Büro von Costa Sur. Den Schlüssel wurden wir in etwa so los, wie wir ihn bekommen hatten, nämlich per Einwurf in einen Rückgabekasten. Die Fahrt nach Cádiz war ganz nett und dauerte ca. 90 Minuten. Es ging auf einer gut ausgebauten Landstraße oft an der Küste entlang. Die Einfahrt in die Neustadt war schon sehr beeindruckend. Die Straße führt auf einer lang gestreckten Landzunge entlang, die rechts und links von Wasser sowie von wunderschönen Dünen mit weißem Sand gesäumt ist. Man möchte sofort anhalten, Eimer und Schaufel auspacken und baden gehen. 🙂 Wir fuhren aber weiter, wollten wir doch etwas von dieser schönen, von fast allen Seiten von Wasser umgebenen, Stadt sehen. Cádiz ist angeblich die älteste Stadt Europas und da hier 1812 die erste spanische Verfassung unterzeichnet wurde, war es sogar mal kurzzeitig die Hauptstadt Spaniens. Das Gebiet von Cádiz war ursprünglich eine dem Festland vorgelagerte Insel und diente bereits um 1000 vor Christus den Phöniziern als Warenlager und Militärstützpunkt. Aus Gadir, wie es damals hieß, entwickelte sich ein Handelszentrum für die dort hergestellten Waren aus Silber und Zinn. Die Katharger bauten die Stadt aus und starteten auch ihre Kriegszüge von dort. Unter den Römern wuchs der inzwischen befestigte Ort, nun Gades genannt, zu einer reichen und bedeutenden Stadt des Weströmischen Reiches. Das Theater und die gut erhaltenen Festungsmauern zeugen bis heute davon. Goten, Araber und Normannen eroberten nach dem Zerfall des Römischen Reiches die Stadt, die im 9. Jahrhundert jedoch in einen Dornröschenschlaf verfiel.Erst 1262 stieg Cádiz im Zuge der Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus zum wichtigen Seehafen auf. Durch die Kolonien in Amerika wuchs der Reichtum der Stadt, die das Handelsmonopol erwirkte. In der Folgezeit war Cádiz Angriffen von arabischen Piraten ausgesetzt und bis 1800 in Kriege mit England und Frankreich verwickelt. Mit dem Ende der Kolonialzeit verlor die Stadt ihre wirtschaftliche Grundlage durch den Hafen.

Wir fuhren bis zur relativ kleinen Altstadt ganz vorne auf der Spitze der Landzunge und parkten hinter der Kathedrale am Wasser. Die Parkuhr schluckte 2,70€ und gab uns dafür 6 Stunden. Daran kann sich Berlin mal ein Beispiel nehmen. Wir setzen Mika in seinen Buggy, den er schon schmerzlich vermisst hat, und begannen, die Altstadtgassen zu durchstreifen.



Vor so ziemlich jedem Souvenirshop stand so ein dämliches elektrisches Fahrzeug, dass kleine Kinder magisch anzuziehen scheint. Mika ist besonders empfänglich für die Marke „Auto“, sodass es natürlich kein Halten gab. Kaum hat Mama aber ihren hart ersparten Euro geopfert und sich das Teil knatternd in starke auf-und-nieder-Bewegung gesetzt, wurde dem kleinen Herrn doch wieder bewusst, dass er erst 3 Jahre alt ist und eigentlich große Angst hat. Schreiend und sich an Papa’s T-Shirt krallend verließ er schleunigst das Auto und rettete sich in die sichere Zone des Buggy’s. Ohne Worte…


Man bemerke hier den sehnsüchtigen Blick zum Springbrunnen und im Bild darauf die fehlende Hose. Das mit der Theorie „ich packe nur Klamotten für eine Woche ein und wasche dort“ haut mit Kleinkind nicht so richtig hin.



In einer der Gassen neben der Kathedrale suchten wir uns dann ein schattiges Plätzchen (in den schattigen Gassen ließen sich die über 30 Grad generell gut aushalten) und aßen endlich mal Tapas zum Mittag. Begeistert waren wir davon jedoch nicht. Die Franzosen neben uns nahmen beim Anblick unseres Tellers auch lieber Abstand von der Tapas-Platte.


Nach dem Essen fuhren wir in Richtung Hafen und beobachteten meinen beiden Männern zuliebe eine ganze Weile die Be- und Entladungen von Containerschiffen. Schiffskräne sind schon was Tolles. Von Weitem konnte man auf die kompakte Altstadt schauen und nochmal feststellen, wie hübsch sie doch ist. Leider hatten wir auf Grund der Durchreise viel zu wenig Zeit. Für Cádiz lohnen sich mindestens 2-3 Tage. Wir kommen bestimmt mal wieder! Danach fuhren wir weiter in unser 4-Sterne-Hotel „Hipotels Sherry Park“ in Jerez de la Frontera, um dort zu übernachten. Für Sightseeing war es eindeutig zu heiß, sodass Mika und ich es nur noch in den wunderbar erfrischenden Pool geschafft haben. Die Erholung soll ja nicht zu kurz kommen. 🙂 Das Hotel war richtig super und wir können diese Unterkunft wärmstens weiterempfehlen.



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