Europa · Italien

Das zauberhafte Siena!

Nach unserem 5-Sterne-Frühstück (Müsli und Obst, haha) starteten wir gut gesättigt unseren Ausflug nach Siena. Wir konnten die „Skyline“ dieser mittelalterlichen Stadt bereits in der Ferne im Morgenlicht aus unserem Hotelzimmer heraus bestaunen und der anfängliche Dunstschleier hatte sich aufgelöst, als wir am Fuße der Altstadt in das Parkhaus Santa Caterina fuhren. Der Parkplatz ist kostengünstig und super gelegen, denn nur 150 m weiter die Straße hinauf befindet sich auf der rechten Seite der Zugang zu den zahlreichen Rolltreppen, die uns sehr komfortabel bis ganz nach oben brachten. Das ist eine wirklich tolle Sache, denn die Altstadt thront hoch oben auf einem Hügel und die Straßen sind steil.

Oben angelangt, schlenderten wir durch einsame Altstadtgässchen und genossen die angenehme Stille. Autos und sogar Fernsehantennen wurden aus den engen Straßen verbannt, um das harmonische Stadtbild zu erhalten. Vereinzelt kamen uns Einheimische entgegen, die jeweils einen Mund-Nasen-Schutz trugen. Wir bis dahin nicht, da mir mangels Italienischkenntnisse entgangen war, dass in Italien seit wenigen Tagen auch im Freien Maskenpflicht herrschte. Aus Deutschland kannten wir das zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht. Aber da wir nicht unangenehm auffallen wollten, zückten wir natürlich sofort unsere Masken und passten uns den Italienern an.

Es war in der Tat schon ziemlich warm und wir waren mit unseren Jacken viel zu dick angezogen. Von San Marino waren wir anderes gewohnt. Am Dom angekommen, setzten wir uns daher erstmal auf eine der schattigen Steinbänke gegenüber des Eingangsportals und entledigten uns erstmal unserer Jacken und der Masken. Wir taten es den Einheimischen gleich, die – sobald sie saßen – ihr Antlitz freilegten, um frische Luft zu atmen und Espresso zu trinken. Sightseeing mit Maske ist in warmen Ländern auf jeden Fall anstrengend – so viel ist schon mal sicher. Es wird blitzschnell zu warm um Mund und Nase und die Sonnenbrille hat auch Dauerbeschlag.

Der hübsche Domplatz war an diesem frühen Vormittag noch recht leer. Ich ging zu dem verschnörkelten Eingangsportal, um dort von einem Wachmann zu erfahren, dass der Ticketkauf in einem kleinen Kassenhäuschen gegenüber des Doms möglich war. Wir kauften uns zwei Tickets und konnten ohne Wartezeit sofort in den Dom mit dem schönen Namen Santa Maria, dessen Grundstein bereits 1136 gelegt wurde und dessen Bau ganze 200 Jahre beanspruchte.

Kaum betraten wir das Innere, stockte uns auch schon der Atem. Eine imposante, reich und bunt verzierte, wunderschöne Kathedrale tat sich vor unseren Augen auf. Wir wussten gar nicht, wohin wir zuerst blicken sollten. Ich habe wirklich schon sehr viele Kirchen besucht, aber der Dom von Siena gehört wahrlich zu den Schönsten. Die märchenhafte Halle mit ihren Fabelwesen und Fruchtbarkeitssymbolen bietet dem Betrachter eine Unendlichkeit an Details. Die mächtigen Marmorsäulen sind in schwarz und weiß gehalten – den Farben Sienas.

In der Libreria Piccolomini konnten wir im Einbahnstraßensystem uralte Schriftstücke und Fresken bewundern. Aber auch die großen Mosaike auf dem Fußboden, die die Geschichte Sienas erzählten, die Reliefs an den dicken Marmorsäulen und die beeindruckenden farbigen Kuppeln brachten uns zum Staunen.

Wieder draußen auf dem Domplatz bemerkten wir, dass er sich nun schon etwas mehr gefüllt hatte und sich kleine Warteschlangen bildeten. Pandemie bedingt darf nur noch eine begrenzte Anzahl an Besuchern in den Dom und die Tickets sind nur für bestimmte Zeiträume zu erwerben. Wir schlängelten uns am Dom vorbei, unterquerten die Facciatone, von der aus man einen fantastischen Panoramablick über die Stadt hat. Hier sollte eigentlich das Hauptschiff entstehen, denn der heutige Dom war lediglich als Querschiff gedacht. Riesige Vorstellungskräfte müssen die Planer von damals vorangetrieben haben, allerdings wurde wohl nicht daran gedacht, dass ein solches Bauwerk auch finanziert werden muss. Und so blieb es bei der unvollendeten Außenmauer, die heute als Panorama-Terrasse dient. Für diese Porta-del-Cielo-Tour braucht man ein extra Ticket (15,-€), das wir uns heute aber sparten. Wir steuerten lieber direkt auf den Piazza del Campo zu – der Hauptschlagader Sienas.

Von den schmalen Gassen kommend, erblickten unsere Augen einen von eleganten Häusern umgebenen mittelalterlichen Platz in Muschelform mit rundherum einladenden Cafés und Restaurants und einem imposanten Rathausturm.

Der Platz aus rotem Ziegelsteinpflaster fällt von allen Seiten zum Rathaus hin ab, was noch durch die markanten strahlenförmigen Linien unterstrichen wird. Hier auf diesem Platz findet alljährlich am 2. Juli und am 16. August das legendäre, aber umstrittene, Pferderennen „Palio di Siena“ statt. Dreimal müssen die Reiter den dann mit Sand aufgeschütteten Platz umrunden. Im Inneren sowie am äußeren Rand des Platzes versammeln sich dann tausende Schaulustige, um eines der härtesteten Pferderennen der Welt hautnah zu erleben.

Wir aber setzten uns heute in ein gemütliches Café, bestellten uns Cappuccino und Kakao und genossen die charmante Atmosphäre des Platzes. Stundenlang hätte ich hier verweilen können und zum ersten Mal trat wieder richtige Urlaubsstimmung ein.

Nachdem die Uhr zwölf geschlagen hatte, besuchten wir noch den Innenhof des Palazzo Pubblico (Rathaus), von dem aus man einen faszinierenden Blick auf den 90 m hohen sich himmelwärts reckenden Torre del Mangia erhaschen kann.

Wir schlenderten auf anderen Wegen gemächlich Richtung Parkhaus zurück und kehrten in einige kleinere Läden ein. Die Ausbeute: ein kleines Polizeiauto, ein Küchenmesser sowie je ein Ketten-/Ohrringe-Set für meine Ma und mich.

Wieder im Auto, gab ich als Ziel das Fortezza Medicea ein. Allerdings war nicht die Zitadelle unser eigentliches Ziel, sondern die Aussicht von dort oben auf den gegenüberliegenden Hügel mit der Altstadt. Wir fanden einen Parkplatz direkt an der Giardini Pubblici mit dem hübschen Brunnen und spazierten an der gewaltigen gut erhaltenen Stadtmauer entlang bis zum Vista Panoramica de Siena.

Von hier aus konnten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Basilica Cateriniana San Domenico, die das Stadtbild sehr dominiert, sowie auf den imposanten Domberg genießen. Ein wahres Postkarten-Motiv.

Wir fuhren zunächst zurück ins Hotel und machten ein Stündchen Siesta, bevor wir uns nochmal ins Umland aufmachten. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

6 Kommentare zu „Das zauberhafte Siena!

  1. Das sag ich dir, sooooviel haben wir gar nicht gesehen davon! So schöne Bilder, sehr beeindruckend! Da warst du mit Kind ja schneller als wir mit den Hunden.:)? Also das lese ich mir heute nochmal durch. spitze

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    1. Dankeschön!🤗 Wir haben ja eigentlich auch nicht so viel gesehen, aber uns hat das gereicht. Wir waren ca. 3-4 Stunden in der Stadt. Florenz und Verona sind auch sehr schön gewesen, aber ich mochte in Siena den beschaulichen Charme. In der Hochsaison und ohne Corona ist es in der Altstadt aber sicher unangenehm voll.

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  2. Ah, endlich geht’s weiter 😎. Du weckst schöne Erinnerungen mit deinem Beitrag. Ich war in meinen Zwanzigern mal für einen Tag mit Freunden dort. Ist also schon eeeeewig her! Diese Rolltreppen gab es seinerzeit glaube ich noch nicht. Kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.

    Ja, Siena im leeren Zustand gibt es wohl nur in speziellen Zeiten wie diesen! Normalerweise tobt da wirklich das Leben, und zwar zu allen Zeiten, auch am Vormittag. Da war euch wirklich was Besonderes vergönnt. Auch wenn das Masketragen bei dem warmen Wetter durchaus anstrengend war. Was für ein schickes Städtchen! Deine Fotos verleiten mich glatt dazu, einmal wieder dort aufzuschlagen. Die Kathedrale ist ja toll! Da war ich noch nicht drin, soviel ist sicher. Ich kenne sie nur von außen. Next time … Der Opa-Löwe ist auch klasse!

    Hach,die Piazza del Campo: wahrlich ein Schmuckstück! Dem Rathausturm bin ich seinerzeit aufs Dach gestiegen. War nicht ohne 😅. Schön auch das Video, das die Atmosphäre des Platzes so schön wiedergibt. Wie soll da KEINE Urlaubsstimmung aufkommen?!? So so, ein Polieiauto also. Ist die Zeit der Schwertkämpfe etwa zu Ende?

    Der Aussichtspunkt, von dem aus dieser Panoramablick über die Stadt möglich ist, hat sich wirklich gelohnt. Tolles Foto! Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

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    1. Ja ich weiß, hat etwas länger gedauert.😅
      Stimmt, es war durch die Pandemie natürlich viel weniger besucht als sonst. In der Hauptsaison möchte ich lieber nicht durch diese Gassen laufen. Voll und heiß, mag ich Beides nicht!🙈
      Die Kathedrale war wirklich ein Knaller! Und ja…der Opa-Löwe!😂 Immer wenn Mika jetzt Buchstaben sieht, versucht er das Wort zu lesen. Opa war natürlich leicht!😜
      Nein, nein, Schwerter sind immer noch die Nummer 1, aber die gibt’s ja glücklicherweise nicht überall.☺️

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