Australien · New South Wales

Sydney – Wendy’s Secret Garden & The Rocks

Tag 16: Der heutige Tag startete ganz relaxt. Wir frühstückten gemütlich und dann machte ich mich auf zu meiner Sightseeing-Tour. Tobias wollte lieber im Apartment entspannen und Mika entschied kurzerhand, sich seinem Papa anzuschließen. Nun gut, ziehe ich eben allein los und habe mehr Zeit zum Fotografieren. Ich fuhr mit der U-Bahn von der Town Hall bis zur Station North Sydney, also unter dem Sydney Harbour hindurch. Es war nicht viel los und die Fahrt war kurz.

Dort angekommen bahnte ich mir den Weg durch die Hochhäuser in Richtung Wasser. Ich schlenderte durch eine kleine Wohnsiedlung und es war interessant, auch mal die andere Seite von Sydney zu sehen. Kleine Häuschen mit idyllischen Vorgärten und Straßen so steil wie in San Francisco.

Schon kurz darauf erreichte ich mein erstes Ziel: „Wendy Whiteley’s Secret Garden“ in der Lavender Bay. Dieser Tipp war wirklich Gold wert. Allein der Ausblick vom Clark Park oberhalb des Gartens auf Down Town und die Harbour Bridge ist einmalig.

Von außerhalb kaum einsehbar, entblätterte sich mit jedem Schritt ein wundervolles idyllisches Gartenlabyrinth. Ganz am Anfang, oberhalb des Hangs, kann man sich auf einigen Tafeln über Wendy Whitley und auch die Gestaltung des Gartens informieren. Wahnsinn, was sie aus diesem Stückchen leblosen Land gezaubert hat.

Überall schlängelten sich kleine verzweigte Pfade durch das Gelände, die an lauschigen Plätzchen vorbeiführten oder an diesen endeten. Holzbänke, überdachte Sitzecken, weiße verschnörkelte Metallstühlchen – an Sitz- und Entspannungsgelegenheiten mangelt es hier nicht. Auch Picknicken war hier ausdrücklich erlaubt und von mir auch zu beobachten.

Ein Blick nach oben eröffnete mir einen kleinen Teil von Sydney’s bunter Tierwelt. Truthähne, Pfauen und diverse kleine Vögel, die zu schnell für meine Kamera waren.

Ich teilte mir den „Garten“ mit nur sehr wenigen Besuchern. Es scheint noch ein Geheimtipp zu sein, dieses kleine Stückchen Paradies. Mit zahlreichen liebevollen Details verschönert, erinnern die Plätze an längst vergangene Tage. Hinzu kommt eine wunderbare Auswahl an Pflanzen. Ganz am Ende wurde ich durch ein kleines Schild jäh gestoppt: Privat – Kein Zutritt! Ok, dann eben ein Stück wieder zurück.

Hat man das untere Ende des Gartens und somit auch des Hangs erreicht, steht man plötzlich am Strand mit der Marina. Ein Flugzeug malte Buchstaben in die Luft. Ich konnte es nicht entziffern, aber es kam mir Spanisch vor. Ich spazierte ein Stück am Ufer entlang und beäugte den alten „Boat-Slipway“ von 1920. Allerdings wurde hier das letzte Boot 1989 zu Wasser gelassen.

An den kleinen süßen Hafenhäuschen ging es leider nicht weiter, es sei denn ich hätte die Veranden der Besitzer genutzt. Das war mir dann doch etwas zu heikel und so nahm ich den steilen Weg nach oben in Angriff. Über unzählige Stufen gelangte ich zur Straße oberhalb der Lavender Bay und konnte plötzlich über die Dächer der Häuser schauen. Ich lief durch eine kleine noble Wohngegend und nahm die nächstbeste Gelegenheit wahr, um wieder hinunter ans Wasser zu kommen. Irgendwo war hier doch ein Fähranleger!

Et voila! Am McMahons Point (so heißt auch dieses Viertel) wartete ich dann auf meine Fähre. Es war mittlerweile wieder wirklich heiß geworden und ich sehnte mich nach dem frischen Fahrtwind. Während ich wartete, nutzte ich die Gelegenheit, um noch einige Schnappschüsse einzusammeln. Die Motive waren aber auch einfach zu gut!

Auf dem Weg nach Darling Harbour beobachtete ich dann auch zum ersten Mal die Bridge-Climber auf der Harbour Bridge. Angeseilt kann man dort in geführten Gruppen in schwindelerregender Höhe über die Brücke laufen. Der „Spaß“ dauert wohl 2 Stunden und kostet läppische 300 Dollar. Joa, könnte man machen – ich NICHT!

An der Balmain East Wharf hält man unweigerlich an. Es ist ein regulärer Stop der meisten Fähren. Irgendwann muss ich da auch mal aussteigen. Und auch auf der kleinen Insel „Goat Island“, eine ehemalige Strafkolonie von 1830 mit noch erhaltenem Pulverlager und Kasernen. Sie liegt mitten im Zentrum des Hafenbeckens, sodass Feinde nicht unbemerkt an ihr vorbei kamen. Weiter entfernt hob sich die riesige Anzac Bridge zum Himmel empor.

Die Einfahrt in den Darling Harbour war wieder spektakulär! Und so viele Fotomotive! Ich stieg nicht aus, sondern blieb einfach sitzen. Es war einfach zu schön! Außerdem hatte ich ja noch ein weiteres Ziel für heute auf der Liste.

Es ging also den selben Weg zurück und dieses Mal unter der Brücke hindurch, bis zum mir schon gut bekannten Circular Quay. Und natürlich war da auch wieder die Oper – sorry, jetzt müsst ihr euch nochmal Fotos davon ansehen.

Ich bahnte mir den Weg durch die Menschenmengen an diesem Drehkreuz und erreichte wenige Meter später „The Rocks“. Es handelt sich hierbei um ein Viertel mit historischen Gassen, den ältesten Pubs von Sydney und einer tollen Kunst-Szene. Auch einen großen Freiluftmarkt gibt es dort, wo man sich durch leckeres Street-Food probieren und handgefertigte Mode erwerben kann. Durch den „Suez-Kanal“ bahnte ich mir den Weg zum Brückenaufstieg.

Über die alten Arcyle Treppen gelangte ich zu einer Straße auf halber Höhe. Überquert man diese, steht man vor einem Lift, der einen das letzte Stück nach oben bringt.

Wow, ich war auf der Sydney Harbour Bridge! Ich will euch gar nicht mit Daten und Fakten langweilen, sondern lasse einfach die Bilder von dieser wahnsinnig schönen Aussicht sprechen. Ich lief bis fast zum anderen Ende und kehrte dann wieder um. Und ja! Natürlich! Auch hier wieder Bilder von der Oper!

Nun langsam etwas fußlahm, schlenderte ich träge durch die Straßen dieses Viertels zurück zum Circular Quay.

Ich stolperte mitten in eine Demo, bei der die Demonstranten lautstark der Türkei die Schuld am Genozid von Armeniern gaben. Heißes Thema! Ich sah zu, dass ich mich vom Acker machte und gönnte mir erstmal einen Sushi-Snack für die nächste Fährfahrt. Oh mein Gott, wie ich dieses Sushi liebe. So lecker und frisch! Allein dafür muss ich nochmal nach Australien!

Es war mittlerweile später Nachmittag, weshalb ich zum Darling Harbour zurückkehrte. Das Licht war perfekt!

Ich musste mich sputen. Es war schon nach sechs und ich war mit meinen Männern um 18:30 Uhr am Spielplatz im Tumbalong Park verabredet. Noch ein guter Kilometer am Pier entlang. Eigentlich kein Ding, aber diese tollen Motive überall. Argh!

Puh, gerade noch rechtzeitig. Der Große war trotzdem nicht gut drauf. Angeblich war Mika zu anstrengend und hörte nicht. Haha. Ich setzte mich erstmal entspannt in eine der bequemen Stein-Liegen am Ufer und sah Mika beim Planschen zu. So viele Kinder! Und alle hatten so viel Spaß! Ganz großes Kino!

Auf dem Heimweg kamen wir noch am „Chinese Garden of Friendship“ vorbei, doch leider war kein Elan mehr vorhanden. Nächstes Mal.

Unser leckeres Abendessen genossen wir dann bei einem wunderschönen Sonnenuntergang in unserem Apartment. Unsere vorletzte Nacht in Australien. Morgen Mittag geht unser Flieger nach Adelaide.

 

6 Kommentare zu „Sydney – Wendy’s Secret Garden & The Rocks

  1. Das Warten hat sich gelohnt würde ich sagen!
    Vielen Dank, dass ich an diesem wunderschönen Tag in Wendys Garden und rund um den Sidney Harbour teilhaben dürfte!
    Großartige Fotos, die einen tollen Eindruck vermitteln und Fernweh verursachen!

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  2. Schöne Fotos, auch hier wurde in den letzten Jahren viel geklotzt und neu gebaut. Meine Bilder im WoZi sind aus „the. Rocks“. Schade das der große Mann so sightseeingfaul ist, was der alles verpasst hat.
    LG Sandra

    Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön. 🙂 Das glaube ich dir gerne, dass hier viel gebaut wurde und somit für dich anders aussieht. Am Ufer des Darling Harbour wird ja immer noch gebaut und sehr originell, wie ich finde. Hat mir gut gefallen. Überhaupt fand ich Sydney (und auch Melbourne) großartig! Ich muss unbedingt nochmal hin!!! Und wegen dem „Großen“: ich war ganz froh, dass ich alleine los war. Das war mal sehr erholsam. 😉

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  3. Der Ausflug zum Secret Garden und Clark Park hat sich ja wirklich gelohnt. Ich war seinerzeit zwar auch auf der anderen Seite der Harbour Bridge, aber diesen Aussichtspunkt kenne ich nicht. Toll ist ja nicht nur der Ausblick, sondern auch der grüne Dschungel, durch den du dich fräsen durftest. Das Brücken-Kraxeln hatte ich mir damals übrigens auch geschenkt 😅. Im „The Rocks“-Viertel hatte ich 2009 gewohnt. Schöne Ecke!

    Hach, deine Fotos rufen so viele schöne Erinnerungen wach! Und gleichzeitig hast du mir ein paar Happen hingeworfen, die ich bisher noch nicht genossen habe. Und immer wieder diese moderne Architektur 😍! Nach Corona wird wieder durchgestartet, DAS sag ich dir …

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    1. Ja, das hoffe ich doch sehr, dass wir reisetechnisch dann wieder durchstarten können und nicht allzu große Veränderungen mitnehmen müssen. Die architektonischen Highlights in Sydney sind in den 10 Jahren, seitdem du dort warst, sicher enorm angestiegen. Da wird es noch viel Neues für dich zu sehen geben.

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