Australien · Victoria

Melbourne: Brighton, St. Kilda & Docklands

Tag 12: Heute haben wir unser Auto abgegeben. Die Abgabestation befindet sich in St. Kilda, was ganz gut passt, da wir sowieso nach Brighton zu den bunten Badehäuschen und zum St. Kilda Pier wollten. Wir stiefelten am späteren Vormittag also los zum Auto und räumten es erstmal noch ein bisschen auf. Leider war es wieder bewölkt. Die Skyline von Melbourne vor blauem Himmel und im Sonnenschein bleibt mir auf dieser Reise wohl verwehrt. Egal, ist trotzdem schön. Am Flussufer und in den Parks tummelten sich Scharen von laut kreischenden Kakadus. Wenn man Pech hat, bekommt man Schalen der aufgeknackten Früchte auf’s Haupt.

Wir fuhren nach Brighton und dort erstmal zu einem Aussichtspunkt. Weit hinten ließ sich im Nebelschleier Melbourne’s Downtown erkennen. Es begann zu tröpfeln, aber nur ganz kurz.

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Der Parkplatz hinter den ‚Bathing Boxes‘ war noch relativ leer. Wir gingen die kurze Holztreppe zum Strand hinunter und bestaunten die hübschen kleinen bunten Badehäuschen. Eines schöner als das andere!

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Während unserer Fotosession stellten wir uns unweigerlich die Frage, wie es hier wohl bei gutem Badewetter abläuft. Was sagen wohl die Besitzer, wenn ständig Touristen vor ihrer Haustür stehen während sie sich im Häuschen umkleiden? Es soll ja Bevölkerungsgruppen geben, die im Bereich „Distanz wahren“ und „Respekt vor der Privatsphäre“ großen Nachbesserungsbedarf haben. Heute aber stören wir hier niemanden und ich kann rücksichtslos meiner Leidenschaft frönen.

Im Anschluss fuhren wir zum nur 3 km entfernten St. Kilda Pier. Hier war schon etwas mehr Rummel, da sich der Luna Park, ein großer Freizeitpark, direkt nebenan befindet. Es hielt sich aber noch in Grenzen und wir unternahmen einen ausgiebigen Spaziergang auf dem hübschen Pier.

Zu unserer großen Überraschung lasen wir auf Hinweisschildern hinter dem Pavillon, dass man hier Zwerg-Pinguine beobachten kann. Wir wussten es bis dahin nicht! Ich hatte von der Pinguin Parade auf Philipp Island, drei Autostunden südlich von Melbourne, gelesen, aber dafür reichte unsere Zeit nicht. Die Pinguine kommen in großen Gruppen bei Sonnenuntergang aus dem Meer gewatschelt und übernachten dann in kleinen Höhlen am Strand – unter Steinen oder im Gestrüpp. Ich hatte nicht viel Hoffnung, da wir Mittagszeit hatten, lugte aber dennoch mal in das eine oder andere Loch hinein. Und siehe da! Wir hatten Glück! Ich war übrigens nicht so nah dran an den kleinen Kerlchen, wie es auf den Bildern scheint, sondern hielt gebührenden Abstand. Mein 300 mm Teleobjektiv machte es möglich. Wir sahen bestimmt sechs oder sieben Pinguine. Es war wie eine aufregende Schatzsuche.

Im Übrigen war ich erstaunt, wie ruhig es auf dem Pier zuging. Besonders hinten auf der Pinguin-Mole war es totenstill. Alle waren darauf bedacht, die kleinen Wesen nicht zu stören. Klasse! Falls sich nun jemand fragt: chinesische Reisegruppen waren nirgends zu sehen.

Der Dunst über Melbourne lichtete sich ein wenig und nun konnten wir auch die prachtvolle Skyline der Stadt erkennen. Wir schlenderten langsam zurück, denn es wurde Zeit, unseren Jucy abzugeben. Die Rückgabe war unspektakulär und dauerte nur zwei Minuten. Eine Rotphase an der Ampel dauerte länger.

Ich hatte vorab recherchiert, wie wir zurück zum Apartment kommen. Die Tram zum Art Centre hielt quasi direkt vor dem Jucy-Verleih. Total praktisch! Allerdings hatten wir keine Tickets und Automaten sucht man hier an den Haltestellen vergeblich. Long Story short: wir irrten ewig in der Mittagshitze herum, bis uns letztendlich eine deutsch sprechende Omi eines Hundefriseur-Salons den Weg zu einem Laden wies, der Tickets verkaufte. Wir lösten Tagestickets, was völlig blödsinnig war, da die Tram innerhalb Melbourne’s City kostenlos ist und wir mit Einzelfahrscheinen wesentlich günstiger gefahren wären. Fiel uns aber erst hinterher auf. Auf dem langen Fußmarsch, mittlerweile war es ziemlich warm geworden, durchquerten wir den St. Kilda Botanical Gardens. Es gab schöne Teiche, Blumen, viele bunte Vögel und ein hübsches Gewächshaus. Darin war es allerdings so tropisch feuchtwarm, dass ich die Kamera nicht auspacken wollte.

Mit der Tram fuhren wir zahlreiche Stationen bis zur Grant Street und liefen dann am futuristischen State Theatre vorbei zurück ins Apartment. Dort ruhten wir uns den restlichen Nachmittag aus.

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Ungefähr eine Stunde vor Sonnenuntergang machten wir uns nochmal auf die Socken und liefen über den Fluss zur Tram-Station ‚Market Street‘.

Wir hatten die Qual der Wahl: entweder zu den Dockland’s oder in die andere Richtung zum Shot Tower und Queen Victoria Market. Wir entschieden uns für Ersteres. Am Waterfront Way neben dem Melbourne Star (Riesenrad) hatten wir von einem kleinen Hügel aus einen fantastischen Blick auf die Skyline von Melbourne. Dieses Mal von der anderen Seite. Ich kannte bisher keine Stadt, die so viel Farbe bei dem Bau von Wolkenkratzern verarbeitet hat. Im Abendlicht glitzerten sie nochmal etwas schöner.

Na? Wer würde in das Hochhaus mit dem Knick einziehen? Die Waterfront Promenade ist mit zahlreichen architektonisch sehr interessanten Gebäuden verziert. Und die Stadt ist noch lange nicht fertig mit bauen. Wer weiß, was sie in Zukunft noch für Glas- und Beton-Schönheiten hervorbringen wird.

Das ‚Melbourne Star Observation Wheel‘ ist 120 m hoch, also so hoch wie ein 40-stöckiges Haus. Bei gutem Wetter kann man bis zu 40 km weit sehen. Ein Ticket kostet 22 AUD. Leider hatte Tobi keine Lust und alleine habe ich mich nicht getraut. Scheiß Höhenangst!

Wir trösteten uns mit Schlumpfeis für Mika und irgendetwas Schokoladenhaltiges für mich. Sooo lecker! Papa bekam nix, hihi.

An der Waterfront angekommen, empfing uns ein tolles Abendlicht. Die Stimmung war super und lud zum Verweilen ein. Anbei ein paar Impressionen von Melbourne’s imposanter Waterfront City.

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Zurück ging es dann mit der historischen Circle Tram, die in einem Rechteck um das Zentrum herum fährt. Sie selbst und alle öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb dieses Rechtecks sind kostenlos. Eine feine Sache, finden wir!

Wir stiegen wieder in der Market Street aus und nahmen vom Yarra River und seinen ansehnlich beleuchteten Uferpromenaden Abschied. Morgen fliegen wir nach Sydney!

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3 Kommentare zu „Melbourne: Brighton, St. Kilda & Docklands

  1. Melbourne kenne ich auch nur grau in grau. Scheint die Standardfarbe des Himmels dort zu sein! Den St. Kilda Pier kenne ich (allerdings ohne diese wunderschönen Zwerg-Pinguine), die Badehäuschen von Brighton (noch) nicht. Aber – ich weiß, ich wiederhole mich – Melbourne steht generell wieder auf meiner Bucket List 😅. Das State Theatre, die Waterfront und all die anderen schicken Exemplare moderner Architektur muss ich unbedingt mit eigenen Augen sehen. Da hat sich offenbar eine Menge getan, seit ich 2009 dort war. Sehr cool! Das Observation Wheel wäre natürlich auch a….genau mein Ding. Nun bin ich gespannt auf Sydney!

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    1. Ein bisschen blauen Himmel hatten wir ja glücklicherweise, aber leider nie im Zentrum mit Skyline & Co. Das war wirklich schade. Dir Pinguine waren für uns auch wirklich eine schöne Überraschung. Hatte das vorher nirgends gelesen. Dann bin ich ja gespannt, wann es dich mal wieder nach Australien verschlägt.😁

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