Australien · South Australia

Kangaroo Island – Flinders Chase NP und der Inselsüden

Tag 8: Nach unserem schönen Ausflug in den Kangaroo Island Wildlife Park fuhren wir weiter gen Osten zum 1919 gegründeten und 326 qkm großen Flinders Chase Nationalpark. Der Weg dorthin war wirklich schön. Die ganze Westseite der Insel ist übersät von kleinen grünen Bäumen und es schlängelt sich nur eine schmale Straße hindurch, die einige unbefestigte Ausläufer hat, die zu anderen Ecken des Nationalparks führen. Kingscote, die einzige Stadt der Insel, befindet sich etwa 110 km entfernt, an der Ostseite der Insel.

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Unser Vermieter behielt tatsächlich recht. Wir trafen erst auf dem Parkplatz vom Cape du Couedic auf die Touristenmassen. Aber es hielt sich auch dort noch in Grenzen. Eigentlich waren es „nur ein paar“ Chinesen mit ihren Reisebussen. Wir fanden dennoch problemlos eine Lücke auf dem relativ kleinen Parkplatz und flanierten langsam über die idyllisch angelegten Holzstege bis vor zum Ufer. Der Weg schlängelt sich abschüssig durch wunderschöne Vegetation und bietet beeindruckende Aussichten. Die beiden vorgelagerten kleinen Inseln werden „The Brothers“ genannt.

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Von der kleinen Plattform am Ende des Weges kann man die Kolonie von Neuseeländischen Seebären (‚New Zealand Fur Seals‘) beobachten. Ein faszinierendes Naturschauspiel! Die flach abfallenden Felsen bieten den Seebären einen richtigen Naturpool, in dem sie ausgiebig und mit sichtbarer Freude herumplanschen können. Schaut euch die Bilder ruhig auch mal in groß an. Es sind mehr Tiere darauf zu sehen, als man auf den ersten Blick meinen könnte (Stichwort: Suchbild). Wir hätten ihnen noch Stunden zusehen können, so einen Spaß hatten sie und auch wir. Wenn große Wellen den Pool überspülten sind sie förmlich ausgerastet und schlugen Saltos.

Auf den unteren beiden Fotos ist der „Kindergarten“ zu sehen: ausschließlich kleine Pelzrobben-Babies lagen hier faul in der Sonne rum oder putzten sich. So süß!

Von der bereits erwähnten kleinen Plattform führt eine schöne Holztreppe über mehrere Etagen abwärts. Unten angelangt kann man dann den Admirals Arch bewundern. Es ist ein hoher breiter Felsenbogen, der aus einer ehemaligen Höhle geformt wurde. Man kann noch die Stalaktiten an der Decke erkennen, die aus dieser Zeit stammen. Die flachen Felsen bieten eine wunderbare Sonnenfläche für die Seebären (hier im Bild sind drei zu sehen). Aber von Mai bis Oktober ziehen auch Wale hier vorbei (hoffentlich keine Robben-fressenden Orca’s) und Delfine sollen sogar ganzjährig zu sehen sein. Wir hatten diesbezüglich aber kein Glück. Ist die Aussicht nicht imposant? Ein wahres Postkartenmotiv.

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In der Ferne kann man bereits die rötlich schimmernden Remarkable Rocks erkennen. Neben dem Admirals Arch inklusive Seebären-Kolonie und dem Leuchtturm am Cape Borda aus dem Jahr 1858 ist dies die dritte Hauptattraktion im Flinders Chase Nationalpark.

Oberhalb des Parkplatzes thront der wirklich hübsche Cape du Couedic Leuchtturm. Der 25 Meter hohe Sandsteinturm bewahrt bereits seit 1909 die Schiffe hier vor dem Auflaufen auf die Felsen. Seit 1957 wird er automatisch betrieben. Wissenswert ist noch, dass das Material sowie die Erbauer selbst per Boot heran gekarrt werden mussten, da diese Inselecke zum damaligen Zeitpunkt noch nicht auf dem Landweg zu erreichen war. Vom Ufer mussten dann zwei arme Gäule den ganzen Plunder den Hügel hochziehen. Die drei Cottages hinter dem Leuchtturm können von Ruhe suchenden Reisenden gemietet werden. Morgens und abends, so ganz ohne andere Besucher, ist das hier sicherlich ein Träumchen.

Aber weiter geht’s, die Remarkable Rocks warten! Den kurzen Weg brachten wir schnell hinter uns. Mir fielen von Weitem schon die zahlreichen Menschen auf – herrje. Aber auch da hatte mein Vermieter recht behalten. Die meisten von ihnen zogen weiter, sobald wir bei den Rocks ankamen. Die hatten schließlich noch nicht das Endziel erreicht und mussten bald wieder zurück auf der Fähre sein.

Zu den Rocks gibt es im Prinzip nicht viel zu erzählen. Es handelt sich um außergewöhnlich geformte Granitfelsen, die über 500 Millionen Jahre hinweg von Wind, Regen und Wellen zu dem gemacht wurden, was sie heute sind. Sie leuchten zu jeder Tageszeit anders und bieten selbstredend originelle und imposante Fotomotive. Das lässt kein Fotografenherz kalt. Dementsprechend kraxelten wir bestimmt 45 Minuten durch die zahlreichen Felsformationen. Mika hatte so viel Spaß daran, dass er überhaupt nicht mehr hörte und sich einfach davon schlich. Tobias und ich sind fast durchgedreht, da ich ihn vor meinem geistigen Auge schon den steilen Felsen herab ins Meer kullern sah. Aber alles jut. Der kleine Mann hat scheinbar Bergsteigerblut in sich und winkte uns in Siegerpose freudig von der Spitze eines hohen Felsens zu. Vor einer Portion Schimpfe konnte ihn das aber nicht bewahren.

Auf dem Rückweg zur Hauptstraße (die Rocks liegen an einem Ausläufer) staunten wir wiederholt über die üppige grüne Vegetation. Keine Ortschaften, keine Häuser – nur Natur pur! So schön!

Und plötzlich sieht Tobi ein dunkles Knäuel in der Baumkrone direkt über der Straße hängen. Hab ich dich, du kleines Teddybärchen. Ist er nicht total knuffig?

Aber es war nicht der letzte Koala, den wir sahen. Auf dem Parkplatz beim Besucherzentrum muss man nur den Kopf heben und wird fündig. Die meisten Besucher schienen das nicht zu wissen (ich schon, hab ja einen „alten Ranger“ als Vermieter) und waren sehr glücklich, als sie meinen Blicken folgten. Ein indisches Pärchen und eine australische Familie mit zwei Kindern bedankten sich sogar direkt bei mir. Von diesem hier war ich sehr verzückt. Er fand mich total interessant und kam extra neugierig einige Meter weiter hinunter.

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Es war mittlerweile schon 15 Uhr, was bedeutete, dass uns nur noch 2,5 Stunden Tageslicht blieb. Wir düsten zur Vivonne Bay, einer der schönsten Buchten von Kangaroo Island, und gingen ein bisschen spazieren. Ja, die kann sich wirklich sehen lassen.

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Anschließend unternahmen wir noch einen kurzen Stopp in Little Sahara. Es handelt sich dabei um einige große weiße Sanddünen an der mittleren Südküste der Insel. Der Sand ist butterweich und wirklich strahlend weiß. Man kann sich dort Boards ausleihen, um die Dünen damit herunterzusurfen. Wir sparten uns diese meiner Meinung nach unnötige Action und traten den Heimweg an.

Die Zeit reichte tatsächlich noch für eine kleine Spielplatz-Pause an der Emu Bay, bevor wir in unser Apartment zurückkehrten und uns die Bäuche mit Spagetti Bolognese von der Tanke füllten. Auf Grund der Tatsache, dass wir zwar mit Karfreitag (gestern) rechneten, aber nicht damit, dass in Australien Ostersamstag ein Feiertag ist und hier auf der Insel nichts, aber auch gar nichts, geöffnet hatte, mussten wir wohl oder übel auf frische Shrimps oder andere Leckereien verzichten. Hat trotzdem geschmeckt!

Ein Kommentar zu „Kangaroo Island – Flinders Chase NP und der Inselsüden

  1. Da seid ihr ja tatsächlich erfolgreich den Touri-Massen aus dem Weg gegangen. Von den unvermeidlichen Chinesen mal abgesehen. Antizyklisches Verhalten kann nicht schaden 😅. Bei den Seebären ging ja wirklich die Post ab! Das glaube ich gerne, dass auch ihr da euren Spaß hattet. @ Admiral‘s Arch: absolut Postkarte 👍. Am besten gefallen mir jedoch die Fotos von den Remarkable Rocks. Die machen ihrem Namen echt alle Ehre. Und der Junior konnte euch endlich mal einen ordentlichen Schrecken einjagen. Sehr witzig ist die Aufnahme, auf der der riesige Felsen sein großes „Maul“ öffnet und dich und Mika zu verschlingen droht 😂. @ Koalas: 😍 @ alles zu: wenigstens seid ihr nicht verhungert!

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