Bulgarien · Europa

Plovdiv – Buzludzha – Obzor

Tag 4: Heute früh sah es in der Pool-Landschaft interessant aus. Fabienne (oder welches Sturmtief auch immer) hatte am Abend nochmal richtig zugeschlagen.

Ich persönlich hatte hier meine beste Nacht. Das Bett war ein Traum, ich habe geschlafen wie ein Baby. Das Frühstück war ebenfalls bestens. Der Himmel war aufgeklart und wir hatten vom Restaurant einen Wahnsinns-Ausblick auf Plovdiv und sogar bis zu den Balkanausläufern dahinter.

Den Weg zu Letzterem schlugen wir sodann auch zügig ein. Heute mussten wir es bis zur Küste schaffen und ein nicht ganz kleiner Umweg stand an. Unterwegs machten wir aber erstmal an diesem tollen Panorama halt und sammelten ein paar Walnüsse.

Und kurz vor Schipka schob sich das Objekt der Begierde dann auch schon majestätisch ins Blickfeld. 9 Haarnadelkurven und 1410 Höhenmeter trennten uns noch voneinander. Die Straße hinauf war von Schlaglöchern übersät und hier und da kreuzte ein umgefallener Baum unseren Weg. Allerdings kein einziges Auto, weder vor noch hinter uns.

Das Buzludzha Monument auf dem Gipfel des Chadschi Dimitar, einem 1441 m hohen Berg im Balkangebirge beeindruckt auf den ersten Blick. Es wurde 1981 zur 1300-Jahr-Feier der bulgarischen Staatsgründung eingeweiht und ist das größte ideologisch motivierte Denkmal des Landes. Der Bau soll umgerechnet mehr als 7 Mio. US-$ gekostet haben und es sollen an die 6000 Menschen hier gearbeitet haben (Quelle: Wikipedia).

Das UFO-ähnliche Bauwerk ist von imposanter Wuchtigkeit. Bedauerlicherweise ist es auf Grund von Erosion und mutwilligen Vandalismus stark von Zerfall bedroht. Die bulgarische Regierung möchte offenkundig nichts für den Erhalt dieses einmaligen Monuments tun und so gibt die Natur alles, was sie kann, um sich den Platz zurückzuholen.

Eine Umrundung des vermeintlich langweiligen Monuments lässt es in vielen unterschiedlichen Perspektiven erscheinen.

Es mag abgedroschen klingen, aber es ist eben doch alles vergänglich!

So sieht das Dach des UFO’s an sehr vielen Stellen aus. Durch das eintretende Wasser und dem dadurch entstehenden Frost im Beton wird das Bauwerk nicht mehr lange durchhalten.

Die Aussicht auf die umliegende Landschaft war atemberaubend! Nicht nur wegen des eisigen Windes, der dort oben pfiff.

Der rote Stern am 70 m hohen Turm. Er soll einen Fahnenmast mit Sternflagge symbolisieren.

Eine ehemalige Einstiegsmöglichkeit ins Innere des Monuments. Heute ist sie mit Metallverstrebungen verschweißt.

Die Inschrift ist nur noch zur Hälfte erhalten. Sinngemäß werden hier die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Sklaven der Arbeit, aufgerufen, aufzustehen, sich zu wehren und sich dem Feind entgegen stellen.

Außer uns waren nur zwei weitere Pärchen vor Ort. Die Temperatur war von 16 Grad, die wir unten im Flachland hatten, auf gerade mal noch 4 Grad oben auf dem Gipfel gefallen. Der eisige Wind peitschte uns erbarmungslos in alle Ecken des Körpers.

Die einzige Möglichkeit nach innen zu schauen, bieten zwei Löcher im Eingangsbereich. Von der ehemals luxuriösen Lobby ist nichts mehr übrig.

Wer mehr vom fulminanten Innenleben des Monuments sehen möchte, dem möchte ich unbedingt folgende sehr sehenswerte Seiten ans Herz legen:

https://paradise-found.de/buzludzha-monument-bulgariens-verlassenes-ufo

https://www.foto-doehmer.com/vergessene-orte

Die wahre Pracht der großartigen Mosaike im Auditorium und im Wandelgang lassen sich anhand der Fotos nur erahnen. Vor etwas über einem Jahr konnte man noch durch eine kleine Luke „einsteigen“, die bereits 2016 schon mal verschweißt wurde (siehe Foto weiter oben). Durch diesen Umstand und weil man dort oben sicher keine toten Touristen vorfinden möchte, wurde seit 2018 ein Wachmann installiert. Das faszinierende Auditorium und der aussichtsreiche 360 Grad Wandelgang sind somit für immer für die Nachwelt verloren. Pech für uns! Und insgesamt unglaublich schade, dass dieses historische und außergewöhnliche Gebäude nicht erhalten wird.

Auf dem Parkplatz am Fuße des Gipfels machten wir nochmal Rast und bestaunten die riesigen Fackeln, zu denen ich im Netz bisher leider keine Erklärung finden konnte.

Dieser charmant aussehende Kerl bewacht die relativ einsame Straße hinauf zum Buzludzha Monument. Man erreicht sie über eine gut ausgebaute Straße zwischen Schipka und Kasanlak. Achtung: wie wir live feststellen mussten, gibt es in dieser Gegend nicht an jeder Tankstelle auch Benzin, daher unbedingt vorher nochmal tanken.

Unsere weitere Reise war wenig spektakulär. Da Mika kurz darauf im Auto eingepennt war, fuhren wir direkt durch nach Obzor und checkten gegen 18 Uhr in unserem Hotel ein. Nach dem Abendessen und einem sehr kurzen Abstecher zum Spielplatz fielen wir happy in die Federn.

3 Kommentare zu „Plovdiv – Buzludzha – Obzor

  1. Das UFO ist ja der Knaller! Ebenso die Aussicht auf die Landschaft drumherum. Da hat sich der etwas mühselige Weg dorthin doch wahrlich gelohnt. Sehr schade, dass es dem Verfall preisgegeben wird! @ Sturm: Da sind zur Abwechslung ja mal nicht die Gäste baden gegangen 🤓.

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