Costa Rica · Lateinamerika

La Fortuna: Nationalpark Volcán Arenal & Heiße Quellen

Tag 4: So früh wie der Tag in Costa Rica endet, so früh beginnt er auch. Nämlich schon um sechs Uhr morgens. Sobald die Sonne aufgeht, erwacht die Tierwelt zum Leben und es wird laut. Der Arenal hüllte sich weiterhin in Wolken (was sich leider auch die nächsten zwei Tage nicht ändern sollte). Ich genoss die fantastische Morgenstimmung auf dem Balkon und machte so den einen oder anderen Schnappschuss. Auch andere „Bird-Watcher“ waren schon auf den Beinen.

Mein persönliches Highlight war dann, als zwei Tukane, wahrscheinlich ein Pärchen, lautstark an mir vorbeiflogen und sich in einem Baum in der Nähe niederließen. Wunderschöne Tiere! Und erstaunlich groß und ziemlich laut, woran man sie schon von Weitem hören und erkennen kann.

Nach diesem Ereignis gingen wir dann auch selig frühstücken und machten uns auf den Weg zum Nationalpark. La Fortuna ist ein kleines Örtchen, ca. 6 km östlich vom Vulkan Arenal entfernt. Es ist Ausgangsbasis für zahlreiche Aktivitäten wie Wandern, Canopy, Reiten, Rafting oder Quad-Touren. Ein Highlight in der Region sind die zahlreichen Thermalquellen, die von heißer Lava erhitzt werden. Viele Hotels, so auch unseres, haben daher sogenannte Hot Tubs.

Unser Hotel liegt, wie gestern schon erwähnt, sehr nahe am Vulkan Arenal, aber auch nah am Cerro Chato, ein in unmittelbarer Nähe des Arenal gelegener inaktiver Vulkan, der mit seinem Kratersee ca. 1100 m hoch liegt.

Den Cerro Chato konnten wir stets wunderbar vom Zimmer aus sehen, wohingegen den Arenal fast immer Wolken umgaben. Ein Wanderweg führt vom 70 m hohen Fortuna Wasserfall bis hinauf zum Kraterrand des Cerro Chato.

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La Fortuna selbst ist recht wuselig. Viele Restaurants, Bars, Shops und Hotels säumen die Straßen. Die Infrastruktur ist super und abends kann man hier gut weggehen. Vor der Kirche gibt es eine hübsche Plaza mit Park und Bänken, von wo aus man einen großartigen Blick auf den Vulkan hat bzw. haben könnte. Wir durchquerten den Ort und waren ca. 10 Autominuten später am Parkeingang. Der Eintritt war mit 15$ pro Person recht happig. Wir fuhren ganz hoch bis zum Overlooking Point, wo wir ganz allein waren und sofort einen Tukan sichteten. Leider vertrieb mein herzallerliebstes Kind ihn, ehe ich die Kamera zücken konnte.

Der Arenal hüllte sich heute nicht nur weiterhin in Wolken, sondern seit 2010 auch in Schweigen. Bis dahin konnte man abends auf der Westseite herabfließende Lavaströme beobachten. Schade, dass uns dieses Ereignis verwehrt bleibt. Aufgrund seiner Inaktivität seit seiner Entdeckung hielt man ihn bis zum großen Ausbruch 1968 nur für einen schlichten Berg.

Es gibt drei Wanderwege. Einen kurzen vom unteren Parkplatz aus und zwei längere, zu einem 500 Jahre alten riesigen Ceiba Tree und zu einem Lavafeld. Letzteres war zu weit für Mika, sodass wir den Kapokbaum ansteuerten. Der Weg war ziemlich unspektakulär. Außer einem sehr großen Fikus und einigen Pfauen im Gebüsch oder auf dem Baum gab es nichts zu sehen. Nach rund 1,5 km machte Mika schlapp und wir mussten umkehren, ohne den Ceiba erreicht zu haben. Es war schon fast Mittag, sehr warm und ziemlich schwül. Wahnsinn, dass er es überhaupt so weit geschafft hat (insgesamt ja dann 3 km mit den kurzen Beinchen).

Dieser witzige Baum erinnerte mich an einen Brontosaurus. Wenigstens etwas interessantes am Wegesrand.

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Alles in allem kann ich den Park zum reinen Wandern nicht empfehlen. Sicherlich ist das Lavafeld schon sehenswert, aber die Strecke dahin ziemlich langweilig. Nicht mal bunte Vögel waren zu sehen oder zu hören. Hinzukommt, dass es ziemlich voll war. Uns begegneten etliche französisch- und spanischsprechende Reisegruppen. Schade um das Eintrittsgeld.

Hier nochmal der Arenal aus der Ferne. Die schöne Kegelform lässt sich nur erahnen. Egal von welcher Seite aus wir ihn auch betrachteten, immer war die Kuppe in Wolken verhüllt.

Da es mittlerweile zu heiß geworden war, fuhren wir zurück zum Hotel. Unterwegs begegneten uns diverse Warnschilder, wie dieses hier.

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„Horseback Riding“ ist eine beliebte Aktivität in La Fortuna. Ich will mein Gewicht keinem Pferd zumuten, aber ansonsten wäre das definitiv auch etwas für mich.

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Zurück im Hotel aßen wir ein paar Kekse, ruhten etwas und machten dann die Hot Tubs unsicher. Es gab vier Stück. Von heiß bis lauwarm war alles dabei. Natürlich gab es auch einen großen normalen Pool und einen Kinderpool, die aber doch recht frisch waren. Wir entschieden uns daher für einen mäßig warmen Jacuzzi und blieben dort für 1-2 Stunden. Es war herrlich! Sogar einen weiteren Tukan und Kolibris konnten wir vom Wasser aus beobachten.

Am Abend kehrten wir zum Abendessen in das laute und bunte Lava Grill & Bar Restaurant im Zentrum von La Fortuna ein. Das Essen (ich hatte Mango-Chicken) war sehr lecker, die Atmosphäre gemütlich und der Preis wie zu erwarten eher touristisch, aber immer noch günstiger als in Deutschland.

 

3 Kommentare zu „La Fortuna: Nationalpark Volcán Arenal & Heiße Quellen

  1. Was für eine Farbenpracht bei Flora und Fauna! So einen Tukan hätte ich dann auch gerne. Sicher hast du noch etwas Platz dafür in deinem Gepäck 🤓. In die Tubs wäre ich auch sofort gestiegen! Genau wie ihr vor und nicht nach dem tollen Essen …

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    1. Costa Rica ist so krass grün, dass man es kaum glauben kann. Aber da 50% des Landes mit Wald bedeckt sind, ist das wiederum auch nicht verwunderlich. 27% der Landesfläche stehen unter Naturschutz und der Strom wird zu 100% aus regenerativen Quellen bezogen. Da kann sich manches Land eine ordentliche Scheibe abschneiden.

      Gefällt 1 Person

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