Europa · Kroatien

Berlin – Split

Tag 1: Punkt 6 Uhr startet unser Flieger von Easyjet in Berlin Schönefeld und bringt uns seelenruhig in nur 1:20 Std. nach Split an der kroatischen Adriaküste. „Oma“ haben wir kurz vor 5 Uhr am Flughafen eingesammelt. Es ist wieder ein 3-Generationen-Urlaub. Das letzte Mal waren wir im Dezember 2016 zusammen in Budapest. Die Wettervorhersage sah rosig aus, sonnige 15-18 Grad wurden uns für die nächsten 4 Tage versprochen (letztendlich wurde es sogar noch wärmer!). Der Sonnenaufgang über den Wolken konnte sich sehen lassen, Mika hatte aber eher nur Augen für Sam (den Feuerwehrmann).

Als wir in Split aus dem Flieger stiegen, war es gerade einmal 7:30 Uhr und die Sonne schien aus einem wolkenlosen Himmel. Nach einer relativ langen Wartezeit an der Immigration verließen wir das Terminal und ein paar Meter auf der linken Seite stand schon der Shuttle-Bus ins City Center bereit. Vorm Bus stehend entdeckte ich erst, dass man vom Terminal aus direkt auf das spiegelglatte azurblaue Meer sehen konnte. Herrlich! Wir ergatterten die letzten zwei Plätze in der 1. Reihe und lösten unsere Tickets beim Fahrer: 5€ pro Erwachsener, Kinder unter 7 kosten nichts. Die Fahrt dauerte ca. eine halbe Stunde und der Bus warf uns am Fährterminal quasi auf den Anfang der Promenade. Nach ca. 300 m Fußmarsch waren wir auch schon vor „unserem“ Haus, in dem sich zwei Apartments sowie drei Konsulate (Frankreich, Großbritannien, Italien) und eine Bank befinden. Ich schrieb bereits vorab über Booking an die Unterkunft, dass wir um 9:30 Uhr da sein würden und wir waren sogar 10 Min. eher dort. Als 9:40 Uhr niemand kam, rief ich an. Wir sollten uns etwas gedulden und einen Kaffee trinken. Gesagt getan. Wir bestellten zwei heiße Schokoladen und setzten uns in das Café vorm Haus, direkt auf der Promenade, unmittelbar am Wasser. Es war mehr eine Art Pudding, aber zumindest mir schmeckte es sehr gut. 9:55 Uhr erhielt ich eine Message, dass man um 10 Uhr da sein würde und dem war dann auch so. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und hoch begleitet. Die Wohnungen befinden sich im 3. OG, ein kleiner Lift für maximal 2,5 Personen war aber vorhanden. Im Apartment waren eine Frau und ihre Tochter noch fleißig am saubermachen, sodass wir uns im Aufenthaltsbereich breit machten und warteten. Mika war schon zu knülle, um noch irgendeinen Marsch durch die Altstadt durchzustehen. Wir studierten derweil die ausgelegten Flyer und Stadtpläne. 15 Min. später war alles fertig und wir konnten uns ausgiebig umsehen und breit machen. Das Apartment ist wunderschön und der Ausblick einfach unbezahlbar.

Man hat im Prinzip drei Bereiche, die durch Türen getrennt sind. Im ersten ist eine Art Eingangsbereich mit Sofa und Schränken sowie ein kleiner Balkon, im zweiten ist ein Flur, der durch eine Schiebetür vom Schlafzimmer mit einem großen Doppelbett und TV getrennt ist – auch hier befindet sich ein kleiner Balkon, im dritten befindet sich ein Esszimmer, wo zwei kleine Schiebetüren zur Mini-Küche und dem Bad abgehen.

Wir waren alle ziemlich k.o. vom frühen Aufstehen und machten erstmal ein Nickerchen. Oma schlief auf dem Sofa und behielt diesen Schlafplatz auch (freiwillig) für den Rest des Urlaubs bei, um uns bei ihren nächtlichen Wanderungen zum Bad nicht zu stören. Ca. 16 Uhr spazierten wir dann los, um die Altstadt zu erkunden und um ein gemütliches Restaurant zu finden.

Auf dem Narodni trg, dem Volksplatz, überraschte uns auf einmal ein singender Menschenzug, der sich laut aus einer kleinen Gasse dem Platz näherte. Es stellte sich heraus, dass es ein Bräutigam inkl. seiner Verwandtschaft war, der mit wehender Fahne zum Elternhaus seiner Braut unterwegs war, um diese dort abzuholen.

In einem Hinterhof, einem versteckten Schild folgend (Restaurant Maslina), wurden wir fündig. Das Essen war vorzüglich: Fettucchini mit Scampi für mich, Scampi-Pizza für Oma und 4-Käse-Gnocchi für Mika.

Hinterher rollten wir uns vollgefuttert durch die historischen schönen Altstadtgassen Richtung Uferpromenade. Wir fanden einen kleinen Bäcker sowie einen Mini-Markt, in dem wir Getränke und das Nötigste für unser morgiges Frühstück einkauften.

Nachdem wir den Einkauf im Apartment abwarfen, sind wir los zum Fährterminal, um dort eines der gerade ankommenden riesigen Fährschiffe anlegen zu sehen. Mika war quiekend entzückt, als die Spitze des Bugs nach oben ging und die Autos vorne heraus fuhren.

Anschließend besuchten wir den Laden von Enterprise Car direkt gegenüber und erfragten den Preis für das kleinste Auto: 33 Euro inkl. Versicherung pro Tag. Das war ok. Aber da wir kein Portmonee mehr dabei hatten, konnten wir noch nicht reservieren. Wir sollen am nächsten Morgen wiederkommen. Danach schlenderten wir noch an den zahlreichen Shops vorbei, die sich neben der alten Mauer des Diokletianpalastes aufreihten und bogen ab in die Gewölbe des Palastes.

Was soll ich sagen, die Überreste des damaligen Diokletianpalastes sind schon sehr beeindruckend. Nicht umsonst erklärte die Unesco die Altstadt von Split zum Weltkulturerbe. Im Prinzip ist die gesamte Altstadt ein Überbleibsel des Palastes. Er war riesengroß (30.000 Quadratmeter) und reichte früher bis ans Wasser heran. Der römische Kaiser Diokletian ließ ihn im 3. Jhd. errichten und bewohnte ihn bis zu seinem Tod. Auf Grund seiner strategisch günstigen Lage inmitten des römischen Reiches war er auch später noch bei den römischen Kaisern begehrt. In den Kellergewölben lässt sich die wahre Größe etwas erahnen. Hier wurden übrigens auch die Innenszenen von Mereen (Game of Thrones) gedreht. Ein besonderes Highlight ist der Peristyl mit dem syrischen Bogen. Ein Peristyl ist ein rechteckiger Hof, der auf allen Seiten von Kolonnaden umgeben ist. Auch die heutige Kathedrale, das frühere Mausoleum des Diokletian, ist eine architektonische Augenweide. Den Turm kann man über schmale Eisentreppen erklimmen und von oben einen atemberaubenden Blick über die Stadt genießen.

Wir genossen das abendliche entspannte Flair auf dem Platz. Zu dieser Jahreszeit sind kaum noch Touristen da. Sehr empfehlenswert! Wie es dort in der Hauptsaison sein muss, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Wir schlenderten langsam über den Volksplatz zurück zum Apartment und verbrachten den restlichen Abend auf dem Balkon.

2 Kommentare zu „Berlin – Split

  1. Split macht einen sehr tollen Eindruck! Eine Frankfurter Freundin von mir kommt von dort. Seit x Jahren will sie mich dorthin locken. Vielleicht sollte ich so langsam mal nachgeben 😎. Die Lage eures Appartments war ja kaum zu toppen. Da kann man gut und gerne auch mal eine Runde auf dem Balkon chillen. Schöne Fotos, die Lust machen auf dieses schmucke Städtchen!

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    1. Oh ja, die Lage war perfekt. Mit 115€/Nacht nicht ganz billig, aber man bekommt dafür ja auch eine ganze Wohnung mit bester Aussicht u. 4-Sterne-Qualität. Split und Trogir sind wirklich wunderschöne Städtchen. Ich liebe ja dieses europäische maritime Altstadt-Flair.😍

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