Asien · Georgien

Batumi – Aquarium, Park und Meer

Tag 13: Es war unser letzter voller Tag in Batumi und das Wetter schien bescheiden zu werden. Aber lieber waren wir hier in einem zwar verregneten, aber dafür warmen Batumi, als in Swanetien, wo es heute Temperaturen im einstelligen Bereich mit eventuell sogar Schneefall geben sollte. Die Unterkunft in Mestia hatten wir vor zwei Tagen gecancelt, als ich die Wettervorhersage gecheckt habe. Es fiel mir schwer, weil ich die Wehrtürme sehr gerne sehen wollte, aber für wolkenverhangene Berge und Kälte hätte sich der weite Weg einfach nicht gelohnt. Zumal es eine Einbahnstraße ist, schätzungsweise 5 Stunden hin und die gleiche Strecke zur Hälfte wieder zurück.

Wir ließen uns beim Frühstück Zeit und überlegten, was wir heute machen wollen. Wir entschieden uns, am Vormittag mal in Richtung „Park des 6. Mai“ zu schauen. Dort sollte es laut Stadtplan Karussells oder Spielplätze am Nurigeli See geben. Auch der Zoo und ein Delfinarium sind dort, aber es ist selbstredend, dass das für uns nicht in Frage kommt. Wir parkten direkt am Parkeingang und sahen schon die vielen Hüpfburgen und auch ein paar Fahrgeschäfte. Mika packte den Stier sogleich bei den Hörnern!

Er hatte dann aber doch keine richtige Lust oder keinen Mut, um sich auf die Hüpfdinger zu stürzen, sodass wir um die Hälfte des Sees zum Aquarium spazierten. Man kann dort bei schönem Wetter angeln oder Boot fahren, aber der Himmel zog sich über dem Meer bedrohlich zu.

Wir ließen den Zoo (ich verzichte auf die Beschreibung der viel zu kleinen Gehege, die man von außen einsehen konnte) links liegen und schafften es noch gerade so ins Aquarium. Der Eintritt war mit 3 Lari pro Erwachsener ein Witz. Das Aquarium aber auch. Obwohl…ein bisschen gab es schon zu sehen und Mika hatte seinen Spaß. Wir waren die einzigen Besucher und als wir es betraten, wussten wir auch warum. Ungefähr 35 Grad und 500% Luftfeuchtigkeit trafen uns mit voller Wucht. Egal, wir kämpften uns durch.

Als wir das Aquarium verließen waren wir schweißgebadet. Es regnete! Leider nicht nur das, sondern es folgten krachende Blitze, lauter Donner und Starkregen. Uns blieb nichts anderes übrig, als uns unter das Dach des Delfinariums zu retten und abzuwarten. Keinen Schritt würde ich in diesem Gewitter wagen. Die Bilder täuschen, denn von links kam eine schwarze Wand.

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Es regnete sich ein, aber das Donnergeröll wurde weniger, sodass wir am Seeufer Richtung Auto rannten. Als es wieder so laut über uns krachte, dass sogar Tobias zusammenzuckte, war es vorbei. Ich rettete mich mit Mika zum nächsten Gebäude und schickte Tobi los, um das Auto zu holen. Im Anschluss fuhren wir noch einmal gemächlich durch die Altstadt und schossen noch Schnappschüsse vom Zirkus und vom Rathaus. Früher waren die Zirkusse in festen Gebäuden untergebracht und noch nicht in Wanderzelten, so wie wir sie kennen. Auch wenn ich es nicht gut heiße, so ist es doch ein Teil der damaligen Geschichte und das Gebäude kann sich durchaus sehen lassen.

Danach hatten wir erstmal keine andere Wahl, als wieder ins Hotel zu fahren. Es regnete noch eine ganze Weile, ehe es am Nachmittag nochmal kurz aufhellte. Wir nutzten die Chance und fuhren zu einem Italiener, der laut Stadtplan direkt am Batumi Boulevard sein sollte. Ich hatte genug vom georgischen Essen und wollte endlich wieder Pasta. Leider entpuppte sich das Lokal als ein Imbiss mit einem Dönerspieß, einer Spätkauf-Theke und lediglich einem Hauch Italien.

Wir setzten uns an einen der drei Tische und waren auf die Karte gespannt. Ja, es gab Nudeln. Tobi gab sein Bestes, der Kellnerin begreiflich zu machen, dass wir auf keinen Fall Koriander im Essen haben wollten. Ich glaube, sie hielt uns für bescheuert und verstand kein Wort. Erst als Tobi mit in die Küche ging und auf die Tüte Koriander verwies, verstand sie, was wir wollten und grinste nur. Mein Essen war widererwarten super, Tobi’s nicht so. Er meinte, dass wäre die schlechteste Bolognese gewesen, die er je gegessen hatte. Nun gut, mal gewinnt man, mal verliert man. Plötzlich brach die Wolkendecke auf und für ein paar Millisekunden kam die Sonne heraus. Wir wollten noch einmal zum Meer und gingen los.

Der Batumi Boulevard ist wirklich hübsch gestaltet. Es gibt viele nette Details, wie die hübschen Wasserfontänen (sind im Dunkeln beleuchtet und tanzen zu Musik), die Statuen, die bunten Blumenbeete und Rosengärten, kleine Pavillons, ein Bambuswäldchen und die kleinen Musikerbuben auf den Pfählen entlang des Weges. Wie schön muss es erst bei schönem Wetter hier sein.

Wir betraten den Pier und schlenderten bis zum Ende der Seebrücke. Man merkte, dass die Saison sich dem Ende neigt. Alles wurde bereits zusammengeschoben, um verstaut zu werden. Doch einige Mutige wagten sich immer noch in die Wellen. Das Meer hatte seine Wärme noch nicht gänzlich abgegeben.

Wir machten uns auf den Rückweg, allerdings mit einem Schlenker nach rechts. An der Promenade gibt es überall etwas zu entdecken und es gibt viele Plätze, die zum Verweilen einladen – natürlich eher bei Sonnenschein.

Auf Grund der hübschen Architektur am Ende des Parks, schickte ich meine beiden Jungs schon mal Richtung Auto und lief noch eine kleine Extra-Runde. Ich konnte mich an den schön restaurierten Häusern gar nicht satt sehen und bedauerte, dass wir morgen bereits fahren müssen. Das gelbe Haus hat übrigens ein Gesicht, wenn man frontal davor steht.

Als ich zum Auto zurückkam, hatte Tobi ein Malheur auf der Rückbank entdeckt. Auf dem Sitz war Kakao verteilt worden. Mit ein wenig Schrubberei ging aber alles wieder ab. Wir fuhren noch ein letztes Mal die Uferstraße entlang und kehrten dann zurück ins Hotel.

2 Kommentare zu „Batumi – Aquarium, Park und Meer

    1. Immer wieder gerne, Elke. Georgien ist ja doch noch recht unbekannt und es freut mich, wenn ich es euch so ein bisschen näher bringen konnte. Ich war selbst sehr positiv überrascht, wie abwechslungsreich das Land ist. Danke für’s fleißige Mitlesen.😘

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