Europa · Schweden

Stockholm

Tag 3: Nach einem wieder sehr leckeren Frühstück überlegte ich, was ich mit dem heutigen Tag anfangen wollte. Der Himmel war bedeckt und das Wetter war für eine Bootsfahrt eher ungeeignet. Also spazierte ich erstmal wieder Richtung Gamla Stan.

Ich ließ die Altstadt rechts liegen und nahm die Brücken Stallbronn und Riksbronn am Riksdagshuset vorbei in den Stadtteil Norrmalm, auch als moderne City oder Zentrum bekannt. Hier stehen die Banken, die Kaufhäuser, der Hauptbahnhof, diverse Regierungsgebäude sowie die Oper (im ersten Bild hinten zu sehen). Am Gustav Adolfs Torg (der große Platz mit dem Denkmal) stehen neben der Oper noch das schwedische Außenministerium, das Medelhavsmuseet und das Dansmuseet. Von dort hat man auch einen tollen Blick auf die kleine Insel Helgeandsholmen, die Gamla Stan vorgelagert ist, und auf der sich das schon erwähnte Rigsdagshuset befindet. Vorne an der Spitze ist ein hübscher kleiner Park und dort befindet sich auch der Eingang zu Stockholms einzigem unterirdischen Museum, dem Medeltidsmuseet. Es liegt genau gegenüber des Stockholmer Schlosses (der rote Kasten im Hintergrund). In den späten 1970er Jahren wurde das Museum nach archäologischen Ausgrabungen an dieser Stelle zwischen alten Monumenten errichtet, die aus dem frühen 16. Jahrhundert stammen. Das Museum ist der mittelalterlichen Geschichte Stockholms gewidmet (1250 bis 1520). In ihm finden verschiedene Themenausstellungen statt. Ein Museumsshop befindet sich natürlich ebenfalls dort.

Ich beschloss, Franziska einen Besuch abzustatten. Sie wartete sehnsüchtig vorm Grand Hotel, um einen Blick auf Dave und den Rest der Band zu erhaschen und im besten Fall ein Autogramm und/oder Foto abzustauben. Ich leistete ihr kurz Gesellschaft und gerade als ich gehen wollte, wurde es auf einmal schlagartig voll und ein Bandmitglied des John Mayer Trios kam vorbei. Kurze Zeit später wurden Absperrungen aufgebaut und Andrew Fletcher sowie der Keyboarder Peter Gordeno, der seit 1998 als Quasi-Ersatz für Alan Wilder mit Depeche Mode auftritt, kamen aus dem Hotel heraus und gaben einige Autogramme. Andrew verriet uns noch, dass die Band vor dem Auftritt ziemlich nervös gewesen ist. Von Dave bekamen wir leider lediglich seine Weste zu sehen, sehr schade.

Nach insgesamt 2,5 Stunden zog ich alleine weiter und versuchte eine Haltestelle meines Hop on Hop off – Busses zu finden. Das Ticket hatte ich mir bereits am Morgen auf dem Hinweg an einem Stand gekauft. Mit 300 Kronen (also rund 30 Euro) war es verdammt teuer und im Nachhinein betrachtet lohnt sich das für 24 h definitiv nicht. Franziska hatte bei einem anderen Anbieter 400 Kronen für ein 3-Tagesticket gezahlt und 3 Bootstouren inklusive.  Vergleichen lohnt sich also. Nun ja, ich stieg also ein, setzte mich in die leere obere Etage und schaute mir Stockholm „von oben“ an. Zuerst ging es über Gamla Stan hinüber nach Södermalm (u.a. am schon im vorherigen Bericht erwähnten Katarinahissen vorbei, der kranähnlichen Aussichtsplattform).

Nach einem Loop zum Kreuzfahrt-Terminal ging es wieder über Gamla Stan zurück nach Norrmalm und dort an der Promenade entlang bis auf die Insel Djurgården. Der Bus drehte beim Skansen und fuhr wieder zurück, am Junibacken vorbei. Das ist ein Astrid Lindgren Kinderland, wo die Kleinen mit einem Märchenzug an Ronja, Pipi, Michel & Co. vorbei fahren und die Villa Kunterbunt erkunden können. Ich sagte ja schon, dass ich unbedingt mit meinen Männern nochmal herfahren muss. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich hier auch das Nordiska Museet, dass sich gänzlich der nationalen Kulturgeschichte widmet. Der Bus fuhr weiter über die Brücke zurück nach Norrmalm und lange geradeaus durch die sogenannte City. Mein Plan beinhaltete in dieser Gegend einen Ausstieg, um das Hallwyl Museum zu besichtigen. Das ist ein sehr hübsches Privatpalais, dass 1898 erbaut und von der Gräfin Hallwyl zu einem Museum umfunktioniert wurde. Waffen, Porzellan, Möbel und diverse Kunstgemälde sind dort kostenlos zu bestaunen, Doch leider machte mir mein Rücken einen Strich durch die Rechnung. Als ich den Bus verlassen wollte, knackste es böse und ich musste sitzen bleiben. Schöner Mist. Auf Höhe des Hauptbahnhofs hatte ich mich dann wieder zurechtgerenkt, aber zum Zurücklaufen war es schon zu weit. Da das Museum 16 Uhr schließt, musste ich diesen Plan also schweren Herzens verwerfen. Nächstes Mal!

Am Hauptbahnhof vorbei passierten wir die Ecke des Terroranschlags, wo erst am 7. April ein Lastwagen gezielt mehrere Menschen überfuhr. Die Wände waren übersät mit tausenden bunten Notizzetteln, auf denen die trauernden Menschen ihre Anteilnahme und Gedanken bekunden. Ein bedrückendes Bild.

Ich fuhr die Runde bis zu Ende, stieg in der Nähe des Schlosses auf Gamla Stan wieder aus und pausierte ein bisschen in meiner Kajüte. Am Abend traf ich mich noch mit den Mädels zum Abendessen. Wir waren 19:30 Uhr im Hairy Pig in der Altstadt verabredet. Leider entpuppte sich die kleine Lokalität als etwas ungemütlich und die Speisekarte enthielt nur maximal 5 Gerichte, die alle sehr fleischlastig waren. Wir entschuldigten uns und verließen sie wieder. Letztendlich landeten wir 150 m weiter entfernt im Restaurant auf meinem Hotelschiff. Das Essen war relativ teuer, aber dafür auch richtig gut.

Nachdem ich die Mädels verabschiedet hatte, erkundete ich noch ein wenig die Yacht, was ich bis dahin noch gar nicht getan hatte. Ich entdeckte dabei zahlreiche gemütliche Sitzecken und genoss das Lichtermeer, dass sich mir von dort aus bot. Stockholm ist schon eine wahnsinnig hübsche Stadt, die mich definitiv wieder sehen wird.

2 Kommentare zu „Stockholm

    1. Naja, so tolle Fotos gab es an diesem Tag eher nicht. Es war bewölkt und alles war etwas trist. Aber wenn du die vom Vortag gesehen hast, weißt du, warum Stockholm sofort mein Herz erobert hat. Einfach traumhaft schön!!!

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