Lateinamerika · Nicaragua · Reisen

Tag 12: Finca Esperanza Verde – Leòn

Nach einem exklusiven und leckeren, aber wieder zu dürftigen, Frühstück und der Begleichung unserer teuersten Rechnung hier in Nicaragua, warteten wir gegen 8:30 Uhr auf Oto.

Circa 4 Stunden später lieferte er uns vor unserem Hotel Flor de Sarta in León ab. Der Weg zog sich etwas. Wir bewunderten wieder San Ramon und Matagalpa, versorgten uns in Letzteren mit etwas Proviant (für Oto gab es auch ein Stück Schoki) und fuhren später in Sichtweite am wunderschönen Vulkan Momotombo sowie auch am Vulkan Telica vorbei. Beide sehr beeindruckend, wobei der sehr symmetrische Kegel des Momotombos schon echt klasse ist. Leider habe ich von ihm kein Foto machen können.
In León angekommen brauchte Oto etwas, um sich zu orientieren. Er fragte 2-3 Leutchen nach dem Weg und brachte uns dann sicher und bequem ans Ziel. Auch wenn dieser Privattransport im Gegensatz zum Bus natürlich horrend teuer ist, waren wir froh, uns diesen Luxus geleistet zu haben. In León waren es fast 40 Grad und allein die Vorstellung nach zahlreichen Stunden im Chickenbus an fremden Leuten klebend und dann in dieser Hitze anzukommen…ach nee, das muss im Urlaub doch echt nicht sein.
Wir verabschiedeten uns mit hoffentlich ausreichend Trinkgeld bei Oto und checkten im Flor de Sarta ein. Uns wurde sofort ein Platz im grünen Innenhof und Getränke angeboten. Fand ich toll. Unser Zimmer lag im zweiten Innenhof, wo sich auch der Pool befand. Das Hotel ist nicht groß und wirkt daher sehr familiär und gemütlich. Es wird von einem Holländer geführt und durch die zurückhaltende Sterilität, die erst auf dem zweiten Blick auffällt, wirkt das Hotel fast schon wieder exklusiv. Und dann unser Zimmer! Ach was sag ich, das hatte schon Ausmaße einer Wohnung. Es gab zwei Schlafzimmer mit Kingsize-Betten und AC, ein begehbarer Kleiderschrank mit Safe, ein großes Bad, eine private Terrasse, die nur von unserem Zimmer begehbar war sowie eine Terrasse direkt vor der Tür mit Gartenmöbeln. Die Begrenzung dieser Terrasse bildeten unser Zimmer und der Pool. Einfach genial.

Nachdem wir eine Weile von unserem neu gewonnenen Luxus geschwärmt und uns etwas aklimatisiert hatten, bemerkten wir unseren großen Hunger. Wobei Christiane eigentlich eh immer hungrig war. 🙂 Zwei Querstraßen östlich unseres Hotels lag die Plaza San Juan, von der wir uns erhofften, dort etwas günstig an Straßenständen essen zu können. Und so war es dann auch. Die Auswahl war nicht reichhaltig, aber für uns ausreichend. Zwei Stände stritten sich auch sofort um uns, sodass wir uns aufteilten. Wir sind ja nicht so. 🙂 Es wurde sowieso überall das gleiche Fast Food angeboten. Der Platz selbst war sehr hübsch. Bunt gepflasterte Wege, Bäume, schattige Plätzchen mit netten Bänken. Und eine sehr alte Kirche, die San Juan, durfte natürlich auch nicht fehlen. Wir beobachteten das lebhafte Treiben eine ganze Weile. Andere Touristen waren hier nicht zu sehen, aber das waren wir ja gewohnt.

Zurück im Hotel genossen wir ein paar Stunden am und im Pool. Es war einfach viel zu heiß und wir hatten den Innenhof inklusive Pool ganz für uns alleine.
Gegend Abend rafften wir uns dann doch nochmal auf, um zum Sonnenuntergang an der großen Kathedrale von León, der Basilica de la Asunción, zu sein. Wir wollten auf das schneeweiß gestrichene Dach hoch und dort den Blick über die Stadt genießen, bevor die Sonne verschwindet. Der Eintritt soll laut Reiseführer und Internet ca. 3 Euro kosten. Dort angekommen erfuhren wir, dass der Zutritt zum Dach (schon) geschlossen war, also sahen wir uns ein bisschen auf dem Vorplatz um, gingen einmal durch den Innenraum und unrundeten diese riesige Kathedrale. Die Frontfassade wurde kürzlich restauriert und weiß gestrichen. Jetzt ist gerade die rechte Seite dran. Da haben wir Glück gehabt. Links ist noch das ursprüngliche patinierte Äußere zu erkennen und ich muss sagen, dass das eindeutig mehr Charme besitzt. Aber irgendwann muss der Verfall natürlich gestoppt werden und man kommt leider um einen neuen Anstrich nicht herum.

Einmal unterwegs unternahmen wir dann auch gleich noch unseren ohnehin geplanten Spaziergang zu den bekannteren Kirchen Leòns. Wir wußten nicht mehr genau, welche Kirche wie hieß oder wo die standen, die uns laut Google-Bildern besonders gefallen hatten, aber unser Weg führte uns direkt zu den beiden schönsten Kirchen: der hoch thronenden rosa-ockerfarbenen Iglesia el Calvario und der wunderschönen gelben Iglesia la Recolección. Jetzt am Abend war es zwar immer noch sehr warm, aber durchaus ertragbar. Nicht auszudenken, was dort  in den Straßen Mittags für eine Hitze herrschen muss.

Auf dem Weg zurück, ok eigentlich liefen wir im Kreis, kamen wir noch an der Universität von León und der Iglesia La Merced vorbei. Dort war scheinbar gerade eine Hochzeitsfeier, von der wir noch die letzten Töne erhaschten. Die Nicaraguaner verstehen es jedenfalls Feste zu feiern. 🙂 Auch sind uns die zahlreichen tollen Wandmalereien aufgefallen, die das Stadtbild prägen. Sie zeigen hauptsächlich Szenen aus der Revolution und der Befreiungskämpfe, aber auch einfach Abbilder ihrer Idole. Zurück auf dem Platz vor der Kathedrale, es war mittlerweile fast dunkel, schlenderten wir noch an Ständen und Kinderkarussels vorbei. Man merkte, dass die Einheimischen nur darauf warteten, dass die Sonne untergeht und sich das Leben nun bis spät in die Nacht draußen abspielt. Hinzu kommt natürlich noch, dass Wochenende ist und so waren wahrscheinlich nochmal viel mehr Leute auf der Straße, als es wahrscheinlich sonst der Fall ist. So zumindest meine Vermutung.

Wir ließen den Abend bei einem netten Italiener, eine Seitenstraße von unserem Hotel entfernt, gemütlich ausklingen. Wir waren die einzigen Gäste, da die Locals wohl erst viel später essen gehen. Aber das Essen war einfach perfekt, der Kellner sehr zuvorkommend und die Preise durchaus annehmbar. Es war ein toller Tag und León hat uns mit seiner kolonialen Archtitektur und seinem legeren leicht morbiden Charme vollkommen von sich überzeugt.

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