Lateinamerika · Nicaragua · Reisen

Tag 4: Granada – Isla de Ometepe

Eine Insel mit zwei Bergen…trallala, Jim Knopf lässt grüßen, denn die Isla de Ometepe soll in der Tat die Vorlage dafür geboten haben. Und genau dorthin soll uns unsere heutige Reise führen. Wir waren beide schon kurz nach 5 wach. Jetlag! Wir gingen Punkt 7 frühstücken und schmachteten noch ein letztes Mal unser schönes Real La Merced an. Um 8:20 checkten wir aus und nahmen ein Taxi für 50 Cordoba zum Granada Market, wo der Bus nach Rivas fahren sollte. Laut der Dame einer Tourinfo sollte 9:30 einer fahren. Das Taxi war etwas Blech auf Rädern, aber wir sind vollbepackt ohne Anstrengung vorwärts gekommen, nur das zählt. Am Busstand sagte man dann April April, heute fährt kein Bus um 9:30. Zum ersten Mal merkten wir deutlich, dass es wirklich sehr sinnvoll ist zumindest ein paar Grundkenntnisse in Spanisch zu haben. Christiane kann ein paar Brocken und mein Spanisch ist quasi nicht vorhanden. Dennoch kamen wir irgendwie dahinter, dass wir mit einem anderen Bus nach Nandaime fahren und dort umsteigen sollten. Gesagt getan! Wir wurden also in einen völlig überfüllten „Chickenbus“ gequetscht und unsere Rucksäcke aufs Dach geworfen. Es handelt sich hierbei  um alte ausrangierte Schulbusse und in unserem waren in diesem Fall mindestens 80 Erwachsene und über 20 Kinder drin. Ach und ein weißes Kaninchen. So kam es, dass wir ca. 45 Min. stehend und stinkend für 11 Cordoba p.P. in einem Chickenbus hin- und hergeschaukelt wurden. Wer laut brüllte, wurde rausgelassen. Für uns immer ein heilloses Rätselraten, ob wir denn vielleicht auch raus müssen. In der Zwischenzeit wurde ich dann auch von Janet, einer australischen Reisenden, die gerade als Volontärin einen Monat in Nica unterwegs ist, auf mein Pop-up-Tent angesprochen. Sie wollte auch nach Ometepe, also folgten wir ihr dann, als sie und viele andere plötzlich rasend schnell den Bus verließen. Der Fahrer hatte den anderen Bus nach Rivas gestoppt, als der gerade vorbei fuhr, also musste alles ganz schnell gehen. Natürlich war der andere Bus ähnlich voll und wir fuhren nochmal fast 1 Std. stehend bis Rivas. Kostenpunkt: 40 Cordoba p.P., scheinbar weil es diesmal ein Expressbus war, der nirgends hielt und Reisebusformat besaß. Dort angekommen teilten wir uns ein Taxi für 25 Cordoba p.P. mit Janet und einem ecuadorianischen Backpacker zum San Jorge Port. Natürlich fuhr die von uns anvisierte 11 Uhr Fähre nicht und wir mussten geschlagene 2 Std. in der Mittagshitze schlangestehend warten, bis der Ticketschalter aufgemacht hat. Schlussendlich erwarben wir für 50 Cordoba ein Fährticket für die Fähre nach San José del Sur. Eigentlich wollten wir ja nach Moyogalpa, aber nach der Fahrt und der Warterei hätten wir sogar ein Schlauchboot egal wohin genommen. Die Fähre war uralt und niederländisch. Wir mussten Namen und Geburtsdatum angeben…wohl wegen dem Fährunglück bei den Corn Inseln im Januar, als 12 Touristen dabei starben. Rettungswesten gab es jedenfalls mehr als genug und beim Ablegen mussten wir auch alle eine umlegen. Nach 5-10 Min. hatte aber niemand mehr eine an. Es war einfach viel zu heiß. Die Überfahrt war ruhig und unspektakulär. Die Aussicht auf die beiden Vulkane Concepción und Maderas war sehr schön, leider war es aber etwas diesig.

Nach ca. 1,5 Std. kamen wir in dem winzigen Ort San José del Sur an und fanden zwei deutsche Mädels und noch ein paar andere Backpacker, mit denen wir uns für 5 Dollar p.P. einen Shuttlebus mit AC teilten. Wir fuhren zur anderen Uferseite und diverse Unterkünfte an. 2 Mädels und wir mussten nach Merida auf der Maderas Halbinsel. Der Fahrer schmiss uns bei der Hacienda Merida aus. Wir sagten ihm, dass wir aber ins La Omaja wollen. Es schien als hätte er keine Lust mehr zu fahren und wolle lieber ein Bierchen in der Bar nebenan trinken. Er zeigte in eine Richtung und sagte was von 100 m. Wir stiefelten los. Nach ungefähr 500 m Schotterpiste bei sengender Hitze und dreimal fragen kamen wir bei Tor zum La Omaja an. Ich dachte, ich muss brechen! Vor uns lag ein Berg mit einer Straße von bestimmt 45% Steigung und oben waren die Bungalows zu sehen. Nä! Mit 10 Kilo auf dem Rücken plus Umhängetasche und dann noch bei über 30 Grad…wenn ich diesen Shuttlebusfahrer nochmal in die Finger kriegen würde…Gnade ihm Gott! Fluchend und stöhnend kam ich dann trotzdem irgendwie hoch. Eine Wahl hatten wir ja nicht. Oben angekommen gab es erstmal 1,5 Liter Wasser und eine Beschwerde an die beiden Rezeptionisten Horacio und Alan über diesen Horrorweg hier herauf. Natürlich mit einem Lächeln. Wir bekamen Bungalow 1 mit einem wundervollen Blick aufs Meer…äh den See, einer großen Veranda mit Stühlen und Hängematte und einem geräumigen Zimmer mit 2 Queenbetten, Ventilator und AC. Kleine Spinnen, große Ameisen, eine ganze Ameisenstraße in der Dusche sowie Geckos inklusive. Yeah! Was bin ich glücklich über mein Moskitozelt. Und Christiane sagte, dass sie deswegen nie wieder über mich lachen wird. Das Bad hat übrigens keine Decke bzw. ist nach oben hin zum Zimmer offen. Bei gewissen Geschäften ist das unvorteilhaft. Wir duschten und planschten dann eine Weile im Pool. Oh der Pool! Klein, aber sowas von fein. Ein Infinity Pool mit atemberaubenden Ausblick auf den Nicaraguasee und den Vulkan Concepción. Einfach der Hammer! Zum Dinner gab es im hauseigenen Restaurant für Christiane Rinderfilet mit Gallo Pinto und für mich Spagetti mit Garlic Sauce, dazu Salat und Toña, ein nicaraguanisches Bier. Nach einem fantastischen Sonnenuntergang gingen wir gegen 20:30 aufs Zimmer und fielen in die Kojen…mehr oder weniger gern. Wir vermissen unser Real La Merced ein wenig.

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