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Tag 10: Akumal – Tulum – Coba – Akumal

Die Klimanlage war Gott sei Dank wieder funktionstüchtig, sodass wir gut geschlafen haben. Abfahrt sollte heute 08:40 Uhr sein. Unser deutscher Hotelkollege war heute wieder mit dabei, diesmal auch seine Frau. Die beiden hatten sich aber nicht so viel zu sagen. Man sah sie später meistens getrennt. Der Bus kam ziemlich pünktlich und unser Reiseleiter Fernando begrüßte uns sehr freundlich. Er war wesentlich besser als die Dame gestern, wie wir später noch festgestellt haben. Wir holten wieder noch zwei andere Gäste ab und fuhren dann zuerst nach Tulum, das nur 25 km von Akumal entfernt ist. Der Parkplatz war verhältnismäßig leer, was wohl auch daran lag, dass wir ziemlich früh dort waren. Laut Fernando legen heute noch 7 Kreuzfahrtschiffe bei Cozumel an, so wie jeden Freitag, und die meisten machen dann einen Ausflug nach Tulum. Aber dann werden wir wohl schon wieder weg sein. 😉 Der Weg zur Ausgrabungsstätte war etwas weiter und es war schon wieder ziemlich heiß. Allerdings wehte hier ein besseres Lüftchen als gestern, da Tulum direkt am Meer liegt. Tulum ist die einzige Maya-Stadt direkt am Meer und war sogar noch nach der Blütezeit der Maya 600-900 n. Chr. noch in Betrieb. Man weiß ja bis heute nicht, warum die Maya ihre Stätten dann so plötzlich verlassen haben. Plötzlich waren die kleinen Menschen (Durchschnittsgröße 1,60 m) verschwunden. Entweder ausgestorben (kann aber nicht sein, da es heute noch einige Maya-Familien gibt) oder weg gewandert…vielleicht an die Küsten, nach Cancun, usw. Oder sie haben einfach nicht mehr ihren Glauben ausgeübt und ihre Kultstätten deshalb verlassen. Hm, laut Fernando werden wir die Wahrheit wohl nie erfahren. Ich persönlich glaube ja, dass ihnen das im Dschungel einfach viel zu heiß war und sie an die Küsten gezogen sind. Jedenfalls gab es in Tulum unzählige große Leguane auf den Ruinen. Man betritt und verlässt die Stadt durch Durchgänge in der Stadtmauer, die für unseren Geschmack ziemlich niedrig war. Tulum galt aber als uneinnehmbar, da vor der Küste ein Riff lag, dass es z.B. den Spaniern unmöglich machte, bis ans Ufer zu kommen. Wir spazierten eine ganze Weile durch die verhältnismäßig kleine, aber wirklich sehr hübsche Anlage und fuhren dann mit einer Bimmelbahn zum Ausgang zurück, wo wir uns noch mit Bier und Kokosnüssen erfrischten. Die Aufteilung, wer was getrunken hat, ist euch sicher klar. 😉 Dort hatte ich mir dann auch das Fruchtfleisch der Kokosnuss in einem Becher mitgeben lassen und lecker im Bus weggeschnaggelt. Mmh, lecker und erfrischend. Auf der Fahrt nach Coba erzähle uns Fernando wieder eine ganze Menge. Man sollte z.B. keine Cola bestellen, denn das heißt „Popo“ auf mexikanisch. 😉 Ach und Tequila ist auf Yucatan nicht das Nationalgetränk, sondern Bacardi, weil der billiger ist. In den letzten Jahren gab es nicht so viele blaue Agaven, aus denen der Tequila hergestellt wird. In Tequila-Flaschen gibt’s übrigens oftmals einen Wurm. Ja, einen Wurm. Der kommt wohl aus der Agave und macht nüscht. Nur ins Glas sollte man ihn nicht kippen. 🙂 Ihr merkt schon, der Fernando war ganz lustig drauf und wir haben viel gelacht. Die meisten Einheimischen schlafen übrigens tatsächlich in Hängematten und haben ca. 5 Kinder pro Familie. Wie das mit den Hängematten zusammenhängen kann, konnte er uns aber nicht sagen. Das machen sie hauptsächlich wegen der Schlangen, Skorpione, usw. Und dann erzählte er uns noch, dass es in Mexiko eine Krankenversicherung für Bedürftige gibt, die nichts kostet. Somit sind ca. 95% aller Mexikaner krankenversichert. Nicht so wie im amerikanischen Nachbarland. Er selbst ist auch in dieser Versicherung, weil er Diabetes hat und sie ihm daher nix kostet. Feine Sache, oder? Wenn ich daran denke, dass ich inkl. AG-Anteil 700 Euro KV zahlen muss...pfff.
Er erzählte auch noch etwas von den heimischen Tieren, wie Aguti, Beutelratten, Schlangen, Leguanen und auch Krokodilen. Ach bevor ich es vergesse, hier muss man übrigens das Klopapier in Eimer schmeißen, weil es sonst unangenehme Verstopfungen geben kann. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich kenne toilettentechnisch schlimmere Geschichten. 🙂 Nach Coba waren es nochmal 45 km und glücklicherweise ging die Klimaanlage im Bus. Auf der Hälfte der Strecke kehrten wir in ein kleineres gemütliches Restaurant ein, wo wir die einzigen Gäste waren und ein nettes Buffet vorfanden. Die Pause war recht angenehm. Mir fehlte beim Buffet lediglich Obst, da sind wir von unserem Hotel doch sehr verwöhnt. Am Eingang von Coba waren wir der einzige Bus und mehrere Minibusse. Coba wurde erst vor ein paar Jahren freigelegt, sodass es noch nicht ganz so gut besucht ist, wie Tulum oder gar Chichen Itza. Der Weg durch den Busch zur Tempelanlage war wieder sehr lang, der weiteste bisher. Es war unerträglich heiß. Wir besichtigten zwei gut erhaltene Ballspielplätze und kamen dann zur 42 m hohen Pyramide, die höchste in ganz Yucatan.Coba wird von den Archäologen in fünf Gebäudegruppen eingeteilt. Die Pyramide mit ihren 120 Stufen gehört zur Gruppe Nohoch Mul. Auf der Spitze der Pyramide befindet sich ein kleiner Ritualraum und ein steinerner Altar, der von den Mayapriestern vermutlich für Blutopfer an die Götter verwendet wurde. Tobi erklamm die Stufen wie eine junge Gazelle, während sich alle anderen panisch an das in der Mitte liegende Seil klammerten. Ich suchte mir unten ein schattiges Plätzchen und beobachtete das Geschehen. Ich hatte ja leicht reden, aber manche hangelten sich echt bescheiden die Pyramide hoch. Die Stufen waren ziemlich uneben und natürlich teilweise sehr hoch. Das ergab manchmal Gebilde…herrlich. Zurück fuhren wir mit einer Fahrradrikscha, es war einfach viel zu heiß. Wir gaben auch ordentlich Trinkgeld, weil der Radler uns so leid tat. Aber er wollte es ja so. Der Rückweg kam uns ziemlich kurz vor, weil uns Fernando mit seinen Anekdoten gut ablenkte. Zurück im Hotel duschten wir und gingen zum Abendessen. Es war wieder ein sehr schöner Ausflug, wenn nur diese Hitze immer nicht wäre. Dabei sind wir noch in einer guten Zeit hier. In der Hauptsaison im Sommer regnet es fast jeden Tag mehrmals und davor und danach ist es zwar kühler, aber sehr viel schwüler.


So, da das Internet nur für eine Woche für uns zugänglich ist, kann es sein, dass die weiteren Beiträge von zu Hause kommen. Viel wird das aber nicht mehr sein, da wir die restlichen 3 Tage eigentlich nur noch am Pool/Strand rumliegen wollen. 😉

4 Kommentare zu „Tag 10: Akumal – Tulum – Coba – Akumal

  1. Habs gelesen und mich köstlich amysiert. Vielleicht hätte ich auch so an dem Seil in der Mitte gebaumelt. Was ich mich frage ist – wie sind die zu 5 Kindern gekommen in der Hängematte? Da muß man schon viel Phantasie haben – oder?
    Es war schön, jeden Tag was zu hören, -sehen und -lesen zu können. Kommt gut nach Hause – hab Euch lieb. Tschüs

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  2. Hihi, diesselbe Frage bezügl. Hängematte und 5 Kindern habe ich mir auch gestellt.Da muss man wohl wirklich viel Phantasie haben.

    Das mit dem Toilettenpapier in Eimer schmeissen kenne ich noch von Rhodos. Andere Länder, andere Sitten. Schon komisch manchmal.

    Tulum und Coba hören sich ja toll an. Bin schon gespannt auf die Fotos!

    Ich danke Dir auch, dass du uns so schön wieder auf dem Laufenden gehalten habt. Wünsche Euch auch noch drei wunderschöne Tage in Mexiko und einen guten Rückflug. Witzigerweise kommt ihr am Donnerstag gleich mit mehreren zurück. Sebastians Eltern aus Kalifornien, mein Vater aus Saudi-Arabien. Wäre ja witzig, wenn wir uns dort alle begegnen, hihi.

    Viele liebe Grüße!

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  3. Ja, das mit den Haengematten hatte den halben Bus beschaeftigt. 😉
    Wir kommen am Donnerstag gegen 09:30 Uhr in Tegel an, also wenn uns jemand mitnehmen kann…immer gerne, hihi.

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  4. Hihi, das glaube ich.

    Mein Vater und mein anderer Chef kommen um 08:20 von ihrer Reise aus der Türkei, dem Oman, Kuwait und Saudi-Arabien zurück. Ich weiß allerdings nicht, ob die beiden die Zeit haben zu warten, weil ihr Kalender so voll gestopft ist und bereits mittags nach dem Übernachtflug aus Riyadh gleich noch Gäste aus Japan in der Firma erwarten. Aber ich kann sie gerne fragen 🙂 . Die Richtung würde ja schon mal stimmen bzw. wir fahren dann eh an Eurer Ausfahrt vorbei. 🙂

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