Asien · China

Longsheng – Chongqing

Tag 7: Na was erwartete uns wohl…als hätten wir mal Glück mit dem Wetter, haha. Regen Regen Regen! Die Sichtweite betrug etwa 30m, wenn überhaupt. Die Einzigen, die es runter vor die Tür geschafft haben, waren Jana, Horst, Beate und ich. Wir standen etwas länger still da und sinnierten dann über den wunderschönen Sonnenaufgang, den es hier wohl manchmal geben soll.

Dann gingen wir wieder hoch und ich schrieb weiter am Blog. Ich hänge hier ja ständig hinterher, weil man nie Zeit hat. Kurze Zeit später fing unten wildes Geschnatter an…die Korbträgerinnen waren schon da! 08:30 gab’s Frühstück: fettig frittierten Eierkuchen mit einem Spiegelei, Nescafé aus der Tüte, komischen Tee und gebratenen Reisnudeln. Naja…es füllte erstmal den Magen.

Danach war eine Fragerunde mit einer Yao-Frau. Wir konnten alles Mögliche fragen, war schon interessant. Danach demonstrierten uns die Yao-Frauen noch ihre Haarpracht, darunter auch meine Korbträgerin. Der Hammer! Seht selbst!

10:45 sind wir zu sechst los. Meinhard, Renate, Josef, Bernhard, Jana und ich nahmen den alten Weg. Der andere sollte länger sein und man sah eh nichts wegen dem Nebel. Und die ganzen steinigen Treppen waren nass und teils schlammig. Unsere Yao-Trägerinnen begleiteten uns. Shuwen ging mit den anderen. Der Weg war steiler als ich ihn von gestern in Erinnerung hatte und ich konnte nicht mehr fassen, wie ich es da hoch geschafft habe. Das war das anstrengendste, was ich je gemacht habe (@Eve: Dunnotar Castle war ein Scheiss dagegen).

Wir schafften es aber alle heil wieder runter und kamen 11:35 an der Busstation an. Dann begann es zu regnen. Puh, mal Glück im Unglück gehabt. Eine halbe Stunde später trudelten die Ersten der anderen Gruppe ein. Als alle da waren und „harmoniert“ hatten, ging es mit dem Chaosbus wieder die Serpentinen englang, aber auch das überlebten wir glücklicherweise. Wir aßen unterwegs an der Strasse in einem Restaurant zu Mittag. Das war ganz nett, direkt an einem großen Fluss. Zurück am Parkeingang (14:45) wartete schon der große Bus mit unseren Koffern auf uns, der uns zum Flughafen nach Guilin brachte. Da wir noch Zeit hatten, besuchten wir noch eine Teeplantage mit Shop und Verkostung. Wir probierten vier Teesorten und waren von dem Yao Mountain Tee so sehr angetan, dass wir welchen kaufen mussten. Unglaublich lecker!

17:30 erreichten wir den Flughafen und verabschiedeten uns von unserem Busfahrer mit jeweils 30 Yuan pro Person. Nach etwas Hickhack beim Einchecken ging ich noch eine Rauchen und dann passierten wir die Sicherheitskontrolle. Wieder total einfach, so kenne ich das gar nicht. Wir setzten uns in ein Restaurant und bestellten das erste Mal allein chinesisches Essen: Dumplings, Pumpkinbread und Fried Rice. War das vielleicht lecker!!! Wir waren ganz stolz.

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Ey, die Dame hat nicht mal verstanden, was ich wollte, als ich eine Sprite bestellt habe. Die können hier selbst am Flughafen kein Englisch. Oder wollen nicht. Keine Ahnung. Bei sowas bin ich immer wieder froh, nicht allein nach China gereist zu sein. 20:00 trafen wir uns alle am Gate 11 wieder. Der Flug sollte 20:50 gehen, hatte aber eine halbe Std. Verspätung.

Dann ging’s los. Wir waren total platt. Longsheng hat uns alle fertig gemacht. Und leider wurden wir für die Strapazen nicht mal belohnt. Vom Flughafen in Chongqing dauerte es noch 40 Minuten mit dem Bus zum Hotel. Felix (eigentlich Du Do oder so ähnlich), unserer örtlicher Reiseleiter, holte uns ab und verließ uns unterwegs aber wieder, weil er vom Hotel in Süd-Chongqing nicht mehr mit der U-Bahn nach Nord-Chongqing kam. Die fährt nämlich nur von 06:30 bis 22:00! Ja so ist das hier. Denkt daran, wenn ihr euch wieder über S- oder U-Bahn aufregt. Chongqing ist wie gesagt laut Wikipedia die größte Stadt der Welt. Im Großraum leben 34 Millionen Einwohner, im Stadtzentrum 10 Millionen. Da fährt man schon mal eine Weile durch. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel direkt am Jangtse, mit unzähligen Hochbrücken. Und ich meine „hoch“. Ich glaube, sie waren noch höher als in Shanghai! Ansonsten ist Chongqing eine hässliche Industriestadt. Hier gibts zahlreiche Autowerke wie z.B. Mazda oder auch PC-Hersteller. Wobei der Absatz von Laptops schon zurückgeht. Daher wird gerade ein Apple-Zentrum gebaut. Die Verschiffung von Laptops kostet aktuell 6000 Euro pro Container. Die Stadt besteht wieder aus hunderten Hochhäusern, die wahnsinnig hässlich sind. Sie ist dunstig und voll mit Smog. Laut Reiseführer wird sie auch als Treibhaus Südchinas bezeichnet, aber ich glaube wir hatten bei Ankunft nur 19 Grad…herrlich! Problem ist nur immer diese Luftfeuchte. Im Hotel „LaFee Plaze“ angekommen checkten wir in unserem Zimmer im 14. Stock ein. So ein 4-Sterne-Hotel wird nach einem Longsheng-Aufenthalt zum Luxustempel mit mindestens 6 Sternen. Ich bin sofort unter die Dusche…grandios!!! Ich hatte das Gefühl, ich hab zwei Tage nach Puma gestunken. Komisch ist, dass wir eine Glaswand zwischen Dusche und Betten haben. Was machen die Chinesen denn nur? Komische Vorlieben sind das! Gott sei Dank gibt’s ein Rollo…so sieht man wenigsten nur den Schatten, haha. Dann kamen die Koffer ewig nicht. Durch diesen „Trinkgeldterrorismus“ (Zitat Josef) kann man die ja nie selbst mit hoch nehmen. Wir standen daher alle in unseren Türen auf dem Gang, schräg gegenüber Inken und Horst, gegenüber Josef und Bernhard, ein Stückchen weiter Meinhard und Renate, und warteten genervt. Echt blöd…ich wollte gerne wieder was anziehen. Irgendwann kamen sie dann aber doch und wir machten uns bettfertig. 1:37 fiel die Klappe. Was für zwei Tage, ich spürte alle Knochen und Muskeln, die ich habe…was aber nichts gegen den Muskelkater am nächsten Tag war…

Ein Kommentar zu „Longsheng – Chongqing

  1. Das hört sich ja nach einer richtigen Strapaze an. Bei Dunnottar hatten wir ja wenigstens trockenes Wetter und angenehme Temperaturen im Vergleich zu euch jetzt. Kann's mir nur in etwa vorstellen, aber es hört sich wahnsinnig anstrengend an und echt schade, dass ihr nicht mal mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt wurdet. Gerade nach der Nacht. Also ich hätte da sicher auch kein Auge zu gemacht. Chongqing scheint ja nun das totale Kontrastprogramm zu sein. Genießt jedenfalls mal den Komfort von eurem Hotel. 🙂

    Alles Liebe
    Eve

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