Asien · China

Shanghai

Tag 3: Punkt 7:00 bekamen wir den Weckruf, duschten und gingen eine halbe Stunde später zum Frühstück. Das Frühstück war fantastisch. Ein riesiges Buffet mit allem, was das Herz begehrte. Wir probierten auch Dim Sum, diese gedünsteten Teigtaschen. Die sind wie ein Ü-Ei, jedes Mal gibt’s ne andere Füllung. Nur an die warmen Suppen, z.B. Miso, komme ich Morgens einfach nicht ran.

8:30 war Abfahrt zum Jin Mao Tower. Er ist aktuell der zweithöchste Turm der Skyline und steht direkt neben dem Flaschenöffner alias Financial Building (das mit dem gigantischen Fenster oben drin). Im Jin Mao gibt’s im 89. Stock eine geschlossene Aussichtsplattform mit dem höchsten Postamt der Welt, von der 50. bis zur 88. Etage hat sich das Hyatt ausgebreitet. Es ist ein wirklich schönes Gebäude, gefiel mir sehr gut. Der Fahrstuhl nach oben soll angeblich der schnellste der Welt sein, aber das glaube ich nicht. Irgendwie behauptet das ja jeder Zweite von seinem Wolkenkratzer. Wir hatten 30 Min. zum einmal rumgehen. Der Ausblick war sagenhaft, auch wenn es ziemlich diesig war, was auf die hohe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen ist. Das Problem kenne ich aus Kuala Lumpur, als wir oben im Menara TV Tower waren. Viele Fotos wurden geschossen und ich habe meine ersten Postkarten inkl. Stamps gekauft.

Anschließend fuhren wir zum berühmten Yu Garten in die Altstadt. Naja Altstadt…nicht wirklich. Die Chinesen haben fast alles dem Erdboden gleich gemacht und eine neue „Altstadt“ für die Touristen erbaut. Ich weiß nicht warum…ist mir schleierhaft. Klar, die tempelartigen Gebäude sind schon toll, aber eben neu. Das ganze Flair ist mit dem Abriss verloren gegangen. Das Teehaus in der Mitte des Teichs, das über zwei Zick-Zack-Brücken zu erreichen ist, ist allerdings noch das Original und wunderschön. Die Brücken sind in China meistens mit Ecken oder Stufen versehen, da man glaubt, dass die kleinen bösen Geister nur geradeaus und auch nicht bergauf gehen können. Wir spazierten ganz langsam durch den doch recht grossen, aber unglaublich idyllischen und beruhigenden Garten. Hier und da erzählte Zhang noch etwas und auch ein Gruppenfoto wurde wieder gemacht. Es war wirklich schön. Schon komisch, dass im Hintergrund ringsum die Hochhäuser hervorragen. Ein Kontrast zwischen alt und neu, den man sonst selten sieht. Ich habe natürlich entsprechend viele Fotos gemacht.

Nach einem Abstecher zu Starbucks (eiskalter Frappuchino) ging es zu einer Seidenspinnerei, die unweit unseres Hotels lag, bedeutete wir fuhren wieder die ganze Strecke zurück. Dort erklärte man uns dann, wie Seide gewonnen bzw. hergestellt und verarbeitet wird. Die Nina aus China machte das auch recht gut. Wir sind uns nur nicht sicher, ob sie wirklich Deutsch konnte oder den Text nur auswendig gelernt hat, da alles wie aus der Pistole geschossen runtergeleiert wurde. Natürlich war auch ein Shop inkludiert. Wir haben aber nichts gekauft, obwohl die Seidendecken echt verlockend weich waren und günstig dazu.

Danach ging’s wieder die ganze Strecke zurück zum Bund. Komische Organisation mit viel Zeitverlust durch das ewige hin und her fahren. Dort gab es dann direkt unter der Promenade den Food Court, wo wir zu Mittag gegessen haben. Das Essen war diesmal besser, die Atmosphäre auch, obwohls immer noch ein recht ungemütliches Lokal war. Wir gingen dann hoch zum Huang Pu Park, wo es wieder ein Gruppenfoto mit der Skyline von Pudong im Hintergrund gab.

Punkt 15:00 setzte uns dann der Bus am Volkspark ab.

Jana und ich spurteten zur Metro, da der Jade Buddha Tempel 16:30 den letzten Einlass hatte. Der Ticketkauf und die Fahrt zur Shanghai Railway Station (dort lag unser Hotel) waren total unkompliziert, wer hätte das gedacht.

Wir nahmen Ausgang 3, wie von Zhang empfohlen, und dann ging das Theater los. In weiter Ferne sahen wir das Logo vom Holiday Inn und gingen in diese Richtung. Es kam uns schon merkwürdig vor, da das Hotel laut Stadtplan direkt neben dem Bahnhof war. Hm. Wir liefen und liefen und liefen. Plötzlich ging’s nur noch nach links, aber das Hotel war rechts. Und plötzlich waren auch die Gleise dazwischen. Hä? Wir also durch einen Tunnel, in dem etliches los war. Zahlreiche Flohmarktstände mit Klamotten, Technik und Gerümpel aller Art. Wir wurden sehr komisch angeguckt und die Unterführung war ziemlich lang und dunkel. Auf der anderen Seite liefen wir noch ein ganzes Stück und standen vorm Hotel…wir hatten aus der Entfernung nicht den Zusatz lesen können: Holiday Inn „Express“! Es war das falsche Hotel. Unseres war auf einmal auf genau der anderen Seite des Bahnhof zu sehen, also dort von wo wir kamen. Toll! Der Tunnel stand nicht mehr zur Debatte. Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit dem Einstieg in die Metro aufs Klo musste! Wir liefen also wieder ne ganze Ecke und durchquerten den gesamten Bahnhof.

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Und Shanghai hat einen großen Bahnhof! Mit Sicherheitskontrolle und Durchleuchtung an jedem Eingang. Es war ein Fest…besonders wenn man mal „muss“. Auf der anderen Seite sahen wir dann unser Hotel. Es war genau hinter der Metrostation! Ist das zu fassen? Unsere Füße brannten wie Feuer. Es war schwülheiss und dunstig. Ekelhaft! Wir also rein ins Hotel, aufs Klo und wieder los. Vor der Tür stand gerade ein Taxi – wir rein. Es war bereits 16:20. Die rasante Fahrt war kurz und billig (20 Yuan, 2,50 Euro). Wir brauchten noch eine Weile, um den richtigen Eingang zu finden und die Kassiererin schien voll sauer auf uns zu sein weil wir so spät kamen und fauchte uns quasi an, als wir bezahlten. Im Tempel dann war es sehr schön. Mönche sangen gerade ein Gebet und wir hörten ehrfürchtig zu. Diese buddhistischen Tempel strahlen immer so viel Ruhe aus…unglaublich. Wir wurden von einem Angestellten umhergeführt und bestaunten die unzähligen goldenen Buddhas. Natürlich lotste er uns auch in einen Giftshop. Wir kauften wieder nichts. Den Jade Buddha schenkten wir uns, er sollte nochmal extra kosten. Stattdessen bekamen wir eine Postkarte mit ihm drauf.

Wir nahmen dann ein Taxi zurück (sollte 14 Yuan kosten, wir haben wieder 20 hingegeben) und ruhten uns von 17:15 bis 19:30 aus. Nach dem Absenden des 1. Beitrags in der Lobby (nur da gab’s W-Lan) fuhren wir mit Georg und Liselotte, die wir zufällig in der Lobby getroffen haben, mit der Metro zur Station East Nanjing Road. Von dort wollten wir zum Bund laufen. Mir kam es schon kurz nach dem Aussteigen so vor, als liefen wir in die falsche Richtung, aber Jana meinte Georg hat in seinen Tablet-PC-Stadtplan geschaut und weiß, wo es langgeht. Natürlich wusste er es nicht! Wir liefen die gesamte Nanjing Road entlang und erst beim Volkspark stellten dann alle fest, dass wir falsch sind. Ich hatte keine Lust, diese massenbefüllte Strasse nochmal zu durchqueren, also trennten wir uns und gingen die Parallelstrasse lang. Die Füße brannten und wir hatten Hunger! Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir am Bund an und schossen noch etliche Fotos von der beleuchteten Skyline und dem Bund.

Und ob ihr es glaubt oder nicht, weit und breit gab es nichts zu Essen, sogar unser Restaurant vom Mittag war schon zu, obwohl es erst 22:00 war. Frustriert nahmen wir ein Taxi zum Hotel zurück. War das eine Fahrt!!! Der Fahrer hatte wieder eine total aggressive Fahrweise und pöbelte sogar die anderen Autos an. Wir pöbelten einfach mit! Man muss es mal erlebt haben. Wir zahlten nur 23 Yuan, ein Wahnsinnspreis! McDonalds rief schon ganz laut zu uns als wir ausstiegen und wir gehorchten natürlich. Eine „kleine“ Kakerlake kreuzte unseren Weg und so konnte sich Jana auch mal ein Bild von diesen asiatischen Haustieren machen. Danach ging’s noch kurz in einen Supermarkt und dann aufs Zimmer. Halb zwölf war das Licht aus.

Ich merke schon…mit dem „kurz fassen“ klappt das richtig gut.

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