Georgia · Nordamerika · South Carolina · USA

Waycross (Georgia) – Hilton Head Island (South Carolina)

Tag 18: Um 07:03 Uhr bin ich aufgewacht. Mein Handy war auf 07:00 Uhr gestellt, aber es hatte die Zeitverschiebung von gestern noch nicht verinnerlicht, sodass es dort eine Stunde früher war. Na toll, so hätten wir beinahe verpennt und wir wollten doch gleich zur Parköffnung um 9 Uhr am „Okefenokee Swamp Park“ sein. Aber auf die innere Uhr war eben Verlass und ich hatte eh kaum geschlafen. Ich hatte immer das Gefühl unter meiner Bettdecke krabbelt was. Nach dem Duschen ging es zum wieder sehr gewöhnlichen Frühstück, aber immerhin hatten wir hier eines inklusive.

Bis zum Parkeingang waren es 8 Meilen und dann nochmal 5 Meilen durch Sumpfgebiet.

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Vom Parkplatz aus sah ich gleich am Eingang einen Alligator liegen. Da dachte ich noch, es wäre eine Attrappe, so als Art Begrüßung für Besucher. Ich wurde später eines Besseren belehrt. Wir waren 09:10 Uhr dort und kauften uns gleich Tickets für die erste Bootstour um Zehn. Es waren kaum Leute da. Wir waren wohl die ersten Touri’s heute. Bis dahin haben wir noch einen Rundgang auf dem Gelände gemacht. Die Swamp Creature Ecke war eher wie ein Zoo angelegt. Alligatoren im Gehege, ein Otter mit Aasgeier, Terrarien mit Schlangen und Mini-Krokos und drei schwarze Bärenärsche. Ja, sie zeigten uns nur ihre Allerwertesten.

Danach ging es zu einem Pavillon mit einem Schild: „Visit old Roy“. Innen war das Skelett eines über 90-Jahre alten Alligators, der mehr als 20 Jahre im Okefenokee Swamp lebte. Meine Güte, war das ein Hoschi. Vorm Pavillon war ein Ausläufer des Sumpfes in Seeform mit einer kleinen Insel in der Mitte. Dort posierte dann unser erster freilaufender Alligator für’s Foto.

Wir gingen zum Bootsanlegesteg und wurden wieder von Eichhörnchen belagert. Wir hatten kurz vorher im „Zoo“ schon zwei Kampfhörnchen beobachtet. Die kommen bis fast an dich ran und nehmen Sprunghaltung ein. Das war uns nicht geheuer. Total frech die Tierchen.

Bis um zehn waren es noch ein paar Minuten. Erst kam ein netter Herr aus dem Bootshäuschen und zeigte uns ein Bild seines eigenen Waschbären von zu Hause. Aha! Merkwürdige Haustiere haben die hier. Dann fütterte er Chip und Chap und die gaben Ruhe. Später sprach uns einer an, der uns fragte welche Sprache wir sprechen. Es war ein US-Soldat, der morgen nach Hamburg fliegt und auch schon mal länger dort war. Deutsch kann er natürlich nicht.

Dann stellte sich Seek(?), unser Boots-Guide, vor. Netter Kerl. Er half uns ins Boot, wir waren ca. 8 Leute. Es war die erste Tour, der Park war noch leer und es war sehr ruhig. Wirklich sehr schön. Es ging los. Andrea und ich saßen natürlich ganz vorne und prompt sind wir durch ein Spinnennetz gefahren. Ein Bild für die Götter. Igitt, der Faden war überall. Hinter mir der Typ amüsierte sich gut. Wir ratterten ganz sachte durch enge Sumpfkanäle und sahen diverse Alligatoren aus dem Wasser luken. Gleich der erste war ein ganz schöner Brecher.

Wir stoppten mitten im Sumpf an einem Aussichtsturm. Dort konnte jeder, der wollte, zwei Baby-Alligatoren in die Hand nehmen, die Seek mitgebracht hatte. Ich aus Prinzip als Einzige nicht, die armen Tierchen.

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Dann war Andrea mutig und ist bis zur ersten Basis des Turms hoch, von ganz oben sollte man weit über das Sumpfgebiet schauen können. Alle anderen sind auch hoch. Ich habe es mir verkniffen. Bin halt doch ein Schisser. Stattdessen bekam ich von Seek eine Solo-Führung. Ich stand ihm wohl zu dumm da. Er führte mich einen sich windenden Steg entlang, bis dieser im Nirgendwo an einem kleinen offenen Sumpfgewässer endete. Dort erzählte er von den Indianern, die hier seit über 5000 Jahren lebten. Später kamen die Weißen und brachten alle um. Traurige und völlig unverständliche Geschichte. Ich fragte ihn, wieviele Alligatoren hier lebten und er meinte über 20.000 Stück. Oha! Dann ging er weg und kam mit Andrea wieder. Er erzählte uns dann noch, wie sich die Erde an der Stelle auftat und ein Geysir ausbrach. Augenscheinlich muss es dort eine unruhige Erdschicht geben. An der Stelle des Geysirs wuchsen auch Seerosen, die sonst ja eher nicht im Sumpf zu finden sind.

Wir gingen zurück zu den anderen und fuhren weiter. Vorne beim Parkplatz machten wir noch einen Schlenker über einen weiteren größeren Sumpf-See. Meine Güte, da war was los. Lauter ziemlich große weibliche Alligatoren tummelten sich dort. Auch meine „Attrappe“ von heute früh war dabei. Erst wurde ich ganz gefährlich angefaucht und später dann Andrea von der anderen Seite. Das war schon mulmig. Wir waren nur 1 m von den Teilen entfernt und die sind ganz schön groß!! Das Fauchen war gemischt mit einem Knattern und zeigte bei uns Wirkung.

Nach etwa 50 Min. war der Spaß vorbei. Die 25 Dollar Eintritt war es definitiv wert. Inklusive waren auch noch die Bahnfahrt durch den Sumpf und eine Adventure-Show gegen Mittag. Aber jeder, der dorthin fährt, sollte gleich morgens die erste Tour mitmachen. Nach uns kamen zwei Schulbusse an und auch zahlreiche PKW’s waren jetzt dort. Die Kiddis nahmen aber den Sumpf-Zug, wohl eine Sonderfahrt. Dafür hatten wir leider keine Zeit mehr, die reguläre Bahn startete nämlich erst 13 Uhr. Beeindruckend fand ich ja, dass viele Alligatoren so weit vorne beim Center leben, wo sie durchaus auch auf dem Parkplatz rumlaufen könnten. Der Park ist schon echt toll! Wir waren begeistert, trotz der wieder mal abgefassten Mückenstiche (wir waren eingesprüht!).

Gegen 11:30 Uhr starteten wir in Richtung Savannah. Bis kurz vor Savannah lief eigentlich alles gut, wir fuhren erst ewig einen wieder mal „grünen“ Highway Richtung Ostküste entlang und dann auf die Interstate 95 nach Norden. Wir waren im Welcome-Center von South Carolina und versorgten uns mit Couponheften und Flyern von Charleston. Hinter Savannah fuhren wir ab und dann kamen wieder sauschlechte Beschilderungen…oder gar keine. Meistens waren die falschen Routen ausgeschildert und nicht die, die auf der Karte war. Einmal war unsere Straße auch nur in eine Richtung ausgeschildert, wir kamen aber dummerweise aus der anderen. Wie soll man dann die Abfahrt erwischen? Und als wir das Gefühl hatten, wir sind jetzt richtig, kam plötzlich wieder ein „Welcome-Schild“ von Georgia. Da wollten wir ja nun nicht wieder hin. Es war wie verhext.

Ich weiß nicht, wie oft wir gedreht haben. Jedenfalls sind wir irgendwann über eine Brücke auf die Insel „Hilton Head Island“ gekommen. Eine vorgelagerte größere Insel nordöstlich von Savannah, ca. 30 Meilen vom Stadtzentrum entfernt. Die Insel scheint ziemlich nobel zu sein. Viele Resorts, Golfplätze und Villen. Alles sehr grün, schnieke und gepflegt. Wir kehrten bei einem sehr gemütlichen und gepflegten Pizza-Hut ein. Andrea hatte Pizza, ich Pasta. Das Essen war wieder sehr lecker, die Bedienung wirklich nett. Ja, so kennen wir den Pizza-Hut aus Moab/Utah.

Gegen 16:30 Uhr waren wir im Hotel und checkten ein. Eine sehr gepflegte Anlage mit vielen Palmen, Blumen und mehreren einstöckigen Apartementhäusern, eigentlich so, wie man ein typisches Urlaubshotel bezeichnen würde. Wir haben ein Zimmer im 1. Stock. Es ist riesig, mit Kitchenette und kleinem Balkon. Alles ist sauber und wir freuen uns über unser Schnäppchen mit dem 100,- Euro-Coupon. Direkt vorm Balkon ist ein kleiner See mit Springbrunnen und vielen kleinen Schildkröten darin. Die sind so anhänglich, dass sie hintzerhergeschwommen kommen, wenn man am Ufer lang geht. Auch Harrass-Alligatoren soll es darin geben. Zumindest weisen Schilder darauf hin, dass man sie nicht füttern soll. Gesehen haben wir aber noch keinen. Wir schauen morgen ganz früh nochmal. Gefrühstückt wird in der Altstadt von Savannah.

3 Kommentare zu „Waycross (Georgia) – Hilton Head Island (South Carolina)

  1. ein Tipp für die nächste Reise: Navi einpacken 😉
    Ich hab eine, ich hab eine ;))Vielen Dank für Deine Karte.
    Postkarten scheinen wohl im Süden Mangelware zu sein.

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  2. Na zumindest „gescheite“ Postkarten sind schwer zu finden. Die verkitschen alles sehr gerne. 😉 Navi is was für Opi's, wir wollen Abenteuer. Hihi. Im Ernst, war uns beim Mietwagen echt zu teuer.

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