Nordamerika · Tennessee · USA

Memphis – Graceland & Beale Street

Tag 6: Wir sind pleite! Wirklich! Graceland hat uns arm gemacht. Wir waren 8:45 Uhr auf dem Parkplatz vor Graceland (wieder 10 Dollar wech) und es war noch sehr übersichtlich. Laut unserem Platinum Ticket, der 4 Dollar-Coupon funktionierte übrigens und so bezahlten wir „nur“ 32 Dollar pro Person, waren wir im 1. Bus um Punkt 09:00 Uhr zum Gelände rüber. Graceland Mansion war auf der anderen Straßenseite und um den Besucherstrom zu kontrollieren wurde man mit Shuttles dorthin gefahren. Wir bekamen einen deutschen Audioguide auf die Ohren und los ging’s. Ein Front-Foto vom Haus ohne Leute darauf war leider unmöglich. Wir kamen nicht zuerst aus dem Bus raus und schwupps war der Eingang belagert. Naja.

Am Eingang gab es noch eine kurze Verhaltensanweisung und dann rein in den Flur. Ach toll…der Elvis hatte schon Geschmack. Für die damalige Zeit war das Haus sehr elegant und stilvoll eingerichtet. Schöne Farben und sehr gemütlich. Da hätte ich mich doch auch sehr wohl gefühlt. Die oberen Räume waren seine Privatgemächer und das sollen sie auch bleiben, daher kamen wir nicht hoch. Das Familienleben spielte sich laut Audioguide hauptsächlich in der Küche ab, die sehr groß war und zum Verweilen einlädt. Das Esszimmer war sehr prunkvoll in Blau-Gold-Tönen. Im Wohnzimmer dominierte eine weiße Sofalandschaft, es gab noch einen Jungleroom mit Brunnen (ähnlich einem afrikanischen Herrenzimmer), ein kunterbuntes Billardzimmer, ein schwarz-gelb eingerichtetes Fernsehzimmer mit Bar und so weiter. Mehr als 14 Fernseher waren im Haus verteilt…ganz nach meinem Geschmack.

Der Audioguide spielte immer wieder kurze Statements von Priscilla ab, sehr interessant. Draußen gab’s einen niedlichen Pool, den Meditationsgarten, ein paar Nebengebäude und eine Pferdekoppel (sogar mit Pferden). Auch der Spielplatz von Lisa-Marie war noch da.

Das Trophy Building und die Hall of Gold beinhalteten unzählige goldene und Platin-Schallplatten, Original-Kostüme und andere Trophäen. Die Augen kamen nicht mehr mit. Es liefen auch überall auf kleinen Monitoren Konzertmitschnitte, Interviews und andere Ausschnitte aus seinem Leben.

Zwischendurch haben wir unsere Chance genutzt und sind von der Linie abgewichen und direkt zum Meditationsgarten, wo Elvis, seine Eltern Vernon und Gladys und seine Oma Minnie Mae begraben liegen. Auch von seinem todgeborenen Zwillingsbruder Jesse liegt eine Gedenktafel dort. Sein Grab allerdings ist auf dem Friedhof in Tupelo/Mississippi, wo beide geboren wurden. Es war ausreichend Zeit für ein paar Fotos und einige Gedenkminuten. Wir konnten es gar nicht fassen. Dort zu unseren Füßen lag der King of Rock’n Roll…mein Elvis! Ist schon ein merkwürdiges Gefühl, auf einmal dort zu stehen. Ähnlich war es an Johnny’s Grab. Der hat es allerdings sehr viel ruhiger auf dem Friedhof in Hendersonville.

Im Übrigen jährte sich Elvis‘ Tod dieses Jahr zum 35. Mal. Wir haben uns auch jeder eine Special Edition des Graceland Guidebooks geholt. Auch nicht ganz billig, aber das musste sein. Nachdem ich mit meinem Audioguide erfolgreich zu Ende gekämpft hatte (ich musste natürlich das arschigste Ding von allen bekommen), fuhren wir mit dem Shuttle zurück. Wir besichtigten das Elvis Automobilmuseum (wahnsinns Teile!), die beiden Privatjets „Lisa Marie“ und „Hound Dog II“ und die Ausstellungen „Elvis on Tour“, „68 Special“ (sein Comeback-Jahr nach dem er nur noch Filme gedreht hatte), „Elvis lives“ sowie „Icon: The Influence of Elvis Presley“. Wir sahen unzählige Kostüme, Videos, Filmausschnitte…bis uns die Augen bluteten.

Nach fast vier Stunden war es dann genug. Wir fuhren zurück ins Hotel und aßen die zwei übrig gebliebenen Mini-Burger von gestern. Danach wurde geskyped und dann gepennt. Kopfschmerzen. Und das „frühe“ Aufstehen (06:30Uhr!) sind wir auch schon nicht mehr gewohnt. Ach ja, wir hatten heute früh ganze 11 Grad. Man fällt hier von einem Temperaturschock in den nächsten. Nachmittag kletterte der Frosch dann wenigstens rauf bis zur 18 Grad-Marke. Tja, was soll ich noch schreiben. Gegen 18 Uhr sind wir wieder aufgestanden. Eine halbe Stunde später starteten wir ins Nachtleben von Memphis. Die Beale Street…oh man. Einerseits sieht es aus wie auf dem Broadway in Nashville, dann aber doch völlig anders. Man merkt den Unterschied zwischen Country- und Blues-Publikum erheblich. Hier waren die Weißen schon in der Minderheit. Es wurde mehr Alkohol getrunken und die Leute sind verrückter. Möglicherweise liegt es auch daran, dass Samstag Abend war, aber insgesamt fanden wir Nashville doch einladender. Es fing ja schon damit an, dass man durchleuchtet wurde, wenn man auf die Beale Street möchte. Ok, uns haben sie so durchgewunken, aber trotzdem. Und überall war Polizei. Wirklich überall! Eigentlich sollte man sich damit sicherer fühlen, aber andererseits fragt man sich schon, was da mal los war, dass dort jetzt so viele Cops unterwegs sind. Wir haben dann im „World Famous Alfred’s“ zu Abend gegessen. Andrea hatte den Burger „Chicken Alfred’s“ und ich wirklich sehr leckere „Cajun Chicken Fettuccini“. Yeah, endlich mal wieder Pasta!  Lustig war noch als wir auf die Terasse im 1. OG kamen, dass kein Tisch mehr frei war und wir uns zu einem älteren Pärchen gesetzt haben. Kurze Zeit später waren mindestens vier Tische frei. Es war aber wohl Schicksal…wir sollten an genau diesen Tisch. Denn dort saßen die einzigen zwei anderen Deutschen weit und breit. Die beiden waren aus Kassel und besuchten ihren Sohn in Chattanooga (er ist ausgewandert und arbeitet dort bei VW). Ach, das kennen wir doch. Und gestern waren sie noch in Nashville. So so. Und in einer Woche wollen sie nach Florida runter (kreuzen wir ja auch). Also nee…dazu fällt uns wirklich nichts mehr ein.

Als wir vollgefuttert waren sind wir die Beale Street noch einmal runter bis ans Ende und dann wieder zum Anfang zurück. Zwischendurch waren wir noch im berühmten und zugleich kuriosem „Schwab’s“, eines der ältesten Geschäfte der Beale Street, wo es allerlei Krimskrams gibt. Ich habe dort nur drei Postkarten gekauft.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz (wir parkten bei der Monorail-Station zum Mud Island River Park, gefühlt ewig weit weg) kamen wir am berühmten Peabody’s Hotel vorbei und spazierten mal kurz rein. Schon edel. Ob wir aber morgen den „Duck-Walk“ anschauen, wissen wir noch nicht. Wohl eher nicht. Dort wohnen Enten, die tagsüber im Brunnen in der Mitte des Hotels planschen und jeweils um 11 und 17 Uhr zu ihrem Heim auf dem Dachgarten watscheln…per Lift natürlich.

Und nun sind wir seit ca. 23:00 Uhr wieder im Hotel. Aktuell ist es 00:50 Uhr und Andrea träumt schon. Für morgen sind das Sun Records Studio, das Lorraine Motel (dort wurde Martin Luther King erschossen) und der Mud Island River Park angedacht. Die Beale Street schenken wir uns, einmal reicht. Oh, bei euch ist es gleich um acht Uhr morgens. Na dann gute Nacht.

4 Kommentare zu „Memphis – Graceland & Beale Street

  1. Klingt nach einem beeindruckenden Anwesen, nicht schlecht Herr Specht. Da freue ich mich jetzt schon auf die Fotos. Oh ja. :o)
    Und morgen/heute Sun Records Studios, wie genial, ich beneide euch!
    Weiterhin viel Spaß und Vergnügen.
    Ich drücke euch! Jana

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  2. Viele Grüße aus dem Sachsenland an euch beide „Weltenbummler“. Mit Freude lese ich Steffi jeden Morgen eure Erlebnisse des letzten Tages vor. Wünschen euch noch viele schöne Erlebnisse – lasst euch nicht zu viel Geld aus der Tasche ziehen… :-))

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  3. Hallo ihr zwei,

    auch ich verfolge eure Reise mit und wünsche euch noch ganz, ganz viel Spaß und hoffe das Geld reicht bis zum Schluß… 🙂

    Übrigens habe ich heute meine Versetzung zum 01.06. erhalten, so dass ich hoffe man besser gesagt frau sieht sich dann öfter in Berlin 🙂

    Schreibt schön weiter
    LG Kathrin

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