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Glasgow – Edinburgh (Rosslyn Chapel, Dryburgh Abbey, Melrose Abbey)

Tag 2: 7:45 Uhr bin ich dann aus lauter Verzweiflung nochmal vom Ankunftterminal durch den ganzen Flughafen bis zum Abflugterminal und habe ein anderes Telefon gesucht und siehe da…es gab tatsächlich in einer Ecke ein kleines weißes Telefon, über dem in kleinen Buchstaben Sixt stand. Natürlich nicht offensichtlich, denn dann wäre es ja leicht zu finden gewesen. Mit einer Kurzwahlnummer erreichte ich das Sixt-Büro und hatte wieder nur die Bandansage dran. Ich habe dann dort bis um acht gewartet und habe dann sofort „Will“ (oder so ähnlich) erreicht, der dann meinte „Ach Frau Büttner, dachte schon sie melden sich nicht mehr!“ Blöder Scherzkeks. Der wäre doch eh nicht ans Telefon gegangen, selbst wenn wir pünktlich gewesen wären. Jedenfalls holte man uns dann ein paar Minuten später ab und wir bekamen endlich unser Auto: einen riesigen Toyota Avensis in silber. Boah, der ist fast so lang wie ein Bus.

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Nach einer umfangreichen Einweisung von Will’s nettem Kumpel, ging es dann gegen kurz vor neun endlich los nach Glasgow. Die Sonne schien, es war strahlend blauer Himmel und angenehme 16 Grad ohne Wind. Unsere Pechsträhne schien endlich ein Ende zu nehmen. Circa eine Stunde später fuhren wir nach Edinburgh rein und versuchten ohne Stadtplan, aber mit einer Michelin-Wegbeschreibung die richtige Straße zu finden. Circa 45 Minuten und zahllose Wendemanöver später fanden wir durch Zufall, aber wirklich durch Zufall, die Dalry Gait und fuhren auf den Parkplatz von unserem Apartment. Eve und Gabi kamen heraus und wir begrüßten uns erstmal erleichtert. Es gab noch ein Problem mit dem Reifen. Die Felge sah merkwürdig verformt aus und aus Angst vor einem Platten rief ich erstmal Tobi an. Großer Fehler, er schiss mich erstmal zusammen. Blödmann! Möchte den mal im Linksverkehr sehen, da kann am Anfang eine Berührung mit der Bordsteinkante schon mal vorkommen (Nachtrag: es stellte sich heraus, dass es schon rostete und somit nicht von mir gewesen sein konnte). Unsere Bleibe war sehr schön eingerichtet, großzügig geschnitten (3 Schlafzimmer, 2 Bäder, großes Wohnzimmer und Küche) und vor allem auch sehr sauber. Nach etwas frisch machen und ein bisschen Quatschen mit Eve und Gabi entschlossen wir uns dazu, uns nicht hinzulegen, sondern den Tag irgendwie durchzustehen und dafür früh ins Bett zu gehen. Also brachen wir gegen 12 Uhr auf in Richtung Süden. Als erstes fuhren wir zur Roslin Chapel, die wir nach kurzer Zeit schon erreichten. Eine wunderschöne kleine Kirche, nur leider doch irgendwie anders als im Film „The Da Vinci Code“. Wir hatten so tolles Wetter, dass der Besuch ein echter Genuss war. Nur das Sanierungsgerüst trübte das Bild etwas.

Danach ging es weiter zur Dryburgh Abbey. Eigentlich sollte es zur Melrose und zur Jedburgh Abbey gehen, aber Leute…die Schotten müssen echt mal lernen, ihre Straßen ordentlich auszuschildern. Man muss ja ständig alles erraten. Ihr müsst euch vorstellen…da kommt an der Autobahnabfahrt ein Schild mit der Meilenangabe und wenn du abfährst kommt ein Roundabout (Kreisverkehr) ohne jegliche Beschilderung. Suchst du dir eine Richtung aus, fährst du ewig in die falsche Richtung (wieder über mehrere unbeschilderte Roundabouts) bis du letztendlich merkst, dass du falsch bist, weil dann mal ein Ort kommt, den du auf der Karte wiedererkennst. Echt grausam. Wir mussten unsere Route auch schon etwas umstellen, da es in den Highland sicher noch schlimmer wird, was zu finden, und wir haben dort echt viel auf dem täglichen Programm. Aber zurück zur Dryburgh Abbey. Die war wieder echt der Hammer. Was für gigantische Bauwerke das gewesen sein müssen. Wahnsinn! Natürlich ist nicht mehr allzu viel davon da (Jedburgh wäre besser erhalten gewesen, aber wie unsere Österreicher sagen würden: „Das ging sich zeitlich nicht aus.“), aber man konnte dennoch die riesigen Ausmaße erahnen.

Nach Dryburgh fuhren wir noch zur Melrose Abbey…wunderschön!!! Dort verbrachten wir auch eine Menge Zeit, bis wir schließlich 17:40 Uhr rausgeschmissen wurden, weil sie 17:30 Uhr geschlossen haben.

Wir haben dann noch im „Fish Inn“, einem urigen kleinen Pub in Melrose, zu Abend gegessen. Dass man in einem Pub nur am Tresen bestellen und bezahlen kann, war mir neu, aber die anderen meinten, das sei eigentlich normal…wieder was gelernt. Melrose war übrigens ein supersüßes kleines Städtchen, das sehr auf sein Äußeres bedacht ist. Sie haben auch einen Beautiful Award gewonnen, oder wie das Ding hieß. Mit Recht, es war wirklich wunderschön.

Als letztes stand Sonnenuntergang auf dem Carlton Hill in Edinburgh auf dem Tagesprogramm, der in etwa um 19:45 Uhr sein sollte. Wir kamen auch relativ pünktlich dort an, aber leider waren dann Wolken aufgezogen und wir haben die Straße (wenn es überhaupt eine gibt), die zum Berg raufführt, nicht gefunden. Ich war dann auch dermaßen fertig mit der Welt, dass ich einfach nur noch ins Bett wollte. Der fehlende Schlaf und die enorme Konzentration beim Fahren wegen des Linksverkehrs und dann noch abends in dieser verkehrstechnisch grauenhaften Stadt…ich war am Ende. Aber nichtsdestotrotz war es ein wunderschöner Tag gewesen (wenn man den Beginn ausblendet). Die Abbeys und auch die Landschaft südlich von Edinburgh sind absolut sehenswert. Ich glaube gegen halb zehn bin ich schlafen gegangen und war auch sofort weg.

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