Erstmal Tanken! Um es vorweg zu nehmen: nirgends haben wir so günstig getankt wie in Polen. Umgerechnet waren es „nur“ 1,50€ pro Liter, während es in den anderen Ländern immer so um die 1,70 bis 1,85€ pro Liter schwankte. Aber hey, immer noch besser als bei uns in Deutschland, wo wir froh sein können, wenn es unter 2 Euro sind. Für knapp 54€ war der Karren wieder voll.



Nach nur einer kurzen Fahrzeit waren wir bereits am Grenzgebirge zwischen Polen und der Slowakei angekommen – der Hohen Tatra. Was für eine wunderschöne Berglandschaft! Wir durchquerten ein paar sehr nette Ortschaften, die wahrscheinlich Ferien- oder Kurorte waren, denn Hotels und Pensionen gab es dort genug. Der Grenzübergang war unspektakulär. Wenn wir nicht auf die Schilder geachtet hätten, hätten wir es nicht mal bemerkt. Wir beschlossen, dass wir unbedingt nochmal für ein paar Tage länger in den Tatra Nationalpark zurückkehren müssen. Die Gegend um den Ort Bukowina Tatrzanska ist einfach zu schön.
Einige Kilometer weiter befand sich dann unser Sightseeing-Ziel in der Slowakei: die Spišský hrad aka Zipser Burg, eine alte Burgruine aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist ist eine der größten Burganlagen Mitteleuropas und thront auf einem 634 Meter hohen Felskegel. Der Eintritt war mit 12,-€ p.P. nicht ganz günstig, aber von dort oben hatten wir einen atemberaubenden Panoramablick über die Region.





Die Geschichte der Zipser Burg reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück, als sie als romanische Grenzfestung des ungarischen Staates erbaut wurde. Im 13. Jahrhundert widerstand die mächtige Anlage erfolgreich den Mongolenstürmen, woraufhin sie massiv ausgebaut und befestigt wurde. Über die Jahrhunderte wechselte die Burg zwischen bedeutenden Adelsgeschlechtern wie den Zapolya, Thurzo und Csáky, die sie in eine prachtvolle Renaissance-Residenz verwandelten. Ein verheerendes Feuer im Jahr 1780 zerstörte die Festung fast vollständig und hinterließ sie als Ruine. Heute steht die geschichtsträchtige Anlage unter Denkmalschutz und gehört seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe.





Während Schatzi auf den Turm hochgekraxelt ist, habe ich die Aussicht genossen. Ich hatte im Krakauer Riesenrad erstmal genug Höhe für die nächste Zeit. Die Zipser Burg diente im Übrigen auch als Drehort für Filme wie Dragonheart und Die letzte Legion.
Um die Festung herum konnte man viele Wiesel beobachten (wir denken zumindest, dass es welche waren). Es war tatsächlich ziemlich warm – irgendwas um die 25 Grad – und die Sonne brannte uns aufs Haupt, weshalb wir erstmal im klimatisierten Burg-Imbiss eine Pause machten. Wir ließen dort 11,-€ für die Snacks und nebenan im Burg-Shop 9,-€ für zwei Magneten.




Apropo Geld. In der Slowakei – und auch in allen anderen Ländern, die wir durchquert haben – braucht ihr eine PKW-Vignette. Die für die Slowakei hat uns 16,99€ gekostet. Über den ADAC wären es nur 8,10€ gewesen, aber so schlau waren wir erst im nächsten Land.
Am Nachmittag erreichten wir Debrecen, unseren Übernachtungsort in Ungarn. Ein Foto vom Grenzübergang gibt es nicht. Mein aufmerksamer Beifahrer hat es verpennt. Aber es gab auch nichts zu sehen. Braches, flaches Land. Ungarische Puszta eben. Wir checkten im Hotel ein – dem Paris Garden Apartments – und chillten erstmal ein bisschen in unserem schönen riesigen Apartment, dass genau gegenüber einem Einkaufszentrum liegt, hinter dem direkt die Fußgängerzone beginnt (94,-€ p.N. inkl. Frühstück).





Wir liefen nochmal los, um die Innenstadt zu erkunden. Wie schon erwähnt, begann die Fußgängerzone direkt hinter dem Shopping Center. Es war immer noch sehr warm und so schlenderten wir nicht sehr lange, aber gemütlich, durch die Straßen. Debrecen ist die zweitgrößte Stadt Ungarns und bildet das wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum im Osten des Landes. Sie grenzt an die berühmte Puszta-Landschaft und in der Nähe gibt es einige Thermalbäder. Die historische Universitätsstadt hat rund 200.000 Einwohner und ist aufgrund ihrer protestantischen Geschichte auch als „das calvinistische Rom“ bekannt.








In der Nähe des zentralen Kossuth-Platzes fanden wir ein uriges Restaurant, wo wir schön im Schatten sitzen und das Treiben beobachten konnten. Autos waren hier tabu, lediglich die Straßenbahn kam ab und zu vorbei. Ich bestellte ein Gericht mit Reis und Ziegenkäse und Ben ein ungarisches Gulasch. Beides sehr lecker. Allzu günstig war die Sache nicht: einen knappen 20er pro Person inkl. Getränk.



Vollgefuttert ging es über den Hauptplatz mit der „Großen Reformierten Kirche“, vorbei an wundervollen historischen Jugendstil und Sezessionsbauten sowie originellen Springbrunnen. Der Stadtkern von Debrecen (insbesondere rund um die Prachtstraße Piac utca und den Kossuth-Platz) bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus großstädtischer Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts und charakteristischen historischen Bürgerhäusern.









Hinter der Kirche gab es einen hübschen idyllischen Park mit Überresten einer ehemaligen Kirche, die auf originelle Weise in den Park integriert bzw. nachgebaut wurden. Der Park war der erste städtische Garten und ist ein ruhiger, grüner Ort voller Geschichte und Symbolik. Im Ruinengarten kann man die freigelegten Fundamente der mittelalterlichen St.-Andreas-Kirche besichtigen, die im Jahr 1802 bei einem großen Stadtbrand zerstört wurde. Die Galeerensträfling-Gedenksäule erinnert an 41 protestantische Pfarrer, die während der Gegenreformation im 17. Jahrhundert verschleppt und als Galeerensträflinge verkauft wurden.





Den Abend verbrachten wir entspannt in unserem Apartment und am Morgen genossen wir ein annehmbares Frühstücksbuffet im Restaurant im Innenhof des von Außen tatsächlich etwas unansehnlichen Rundbaus. Das Auto parkten wir übrigens kostenlos in der etwas ruhigeren Seitenstraße rechts vom Hotel. Wir checkten gegen 10 Uhr aus und weiter ging unser Roadtrip Richtung Süden.










