Europa · Griechenland

Antiparos – auf den Spuren von Tom Hanks

Tag 12: Heute sind wir gegen 11 Uhr zum Hafen aufgebrochen und just in dem Moment legte auch schon die Fähre an. Wir reihten uns in die kurze Schlange ein und beobachteten, wie alle Autos kurz vor der Rampe drehten und rückwärts auf’s Schiff fuhren. Das ist immer das, was ich am meisten „liebe“: auf der Autofähre eingewiesen werden. Wir sind übrigens der kleine Weiße rechts neben dem roten PKW, der sich so schön an uns geschmiegt hat. Auf dem Oberdeck war so gut wie niemand, denn der Wind pfiff uns heute ordentlich um die Ohren. So kam es dann auch, dass ich innerhalb von Sekunden Wasserspritzer auf und ständig Haare vor der Linse hatte und das Fotografieren in Anstrengung ausartete.

Innerhalb von 15 Minuten waren wir am anderen Ufer in Antiparos. Die Fahrt kostete uns inkl. Auto 7,80 €. Kinder fahren kostenlos. Bei der Einfahrt in den kleinen Hafen war anhand der „Boote“ schon direkt klar, dass hier keine armen Menschen leben. Und in der Tat ist Antiparos bei den Reichen und Schönen für einen Zweitwohnsitz wohl sehr beliebt. Um nur einige zu nennen: Sean Connery, Madonna, Harrison Ford, Whoopi Goldberg und – wie der Titel dieses Beitrags schon verrät – Tom Hanks sind regelmäßige Besucher dieser kleinen Insel. Von Letzterem stammt die Ehefrau von Antiparos, weshalb sie jedes Jahr ihre Ferien hier verbringen. Mit etwas Glück trifft man olle Tom abends bei einem Glas Wein in einer Taverne an.

Antiparos ist touristisch weit weniger erschlossen als Paros, ursprünglicher und durchdrungen von einer leichten Hippie-Atmosphäre. Es gibt neben dem Hauptdörfchen und den Stränden nur eine Hauptsehenswürdigkeit auf der Insel und das ist eine Grotte etwas im Landesinneren. Zunächst führte uns aber die einzige Straße an der Ostküste entlang Richtung Süden. Weit kamen wir nicht, denn wir wurden sofort von einem schönen breiten Sandstrand angezogen. Die Sonne knallte wieder so heftig, dass ich Mika nur mit Shirt und Mütze ins Wasser ließ. Der Strand war wirklich schön und das Wasser badewannenwarm. Wir sammelten bestimmt eine Stunde lang bunte Steine, um dann den schönsten als Erinnerung mitzunehmen.

Als sich Mika lange genug im Sandburgenbau geübt hatte, fuhren wir weiter zur Höhle. Die einsame, aber sehr gut ausgebaute, Straße führte uns den Berg hinauf zu einem großen leeren Parkplatz. Anhand der Markierungen waren hier normalerweise eine Menge Reisebusse anzutreffen. Heute jedoch waren wir allein hier, weshalb wir davon ausgingen, dass die Höhle geschlossen sei. Um uns zu überzeugen hätten wir noch einen kleinen Fußmarsch zum Eingang unternehmen müssen, aber wir hatten keine Lust. Stattdessen bestaunten wir die gute Aussicht von oben auf die Südspitze von Antiparos.

Zurück im Tal fuhren wir weiter bis ins kleine Hippie-Dörfchen Agios Georgios ganz im Süden. Keine Ahnung, ob hier wirklich welche leben, zumal am Ortseingang eine pompöse Villa die nächste jagte, aber da, wo wir dann schließlich einkehrten, war die Straße zu Ende und die 2-3 Restaurants und Café’s versprühten Hippie-Feeling satt. Einkaufsmöglichkeiten habe ich überhaupt keine gesehen und ich vermute, dass es hier lediglich ein paar Villen der Reichen und zu vermietende Ferienhäuser und Apartments gibt. Auf jeden Fall kann man hier scheinbar wunderbar Seafood essen und Ausflüge per Boot auf die umliegenden kleineren Inseln unternehmen.

Das Despotiko Café – den Namen hat es wohl der gegenüberliegenden gleichnamigen Insel zu verdanken – war total einladend und bot eine unglaubliche Aussicht auf das Meer, die Fischerboote und die archäologische Stätte am Ufer von Despotiko. Ich bestellte mir einen wirklich leckeren Obstbecher und Mika bekam eine wilde Mischung aus Cola und Schoko-Vanille-Eisbecher. Das Restaurant nebenan, Captain Pipinos Seafood Taverna, war im Gegensatz zu unserem rappelvoll. Aber da wir keine richtige Mahlzeit zu uns nehmen wollten, waren wir mit unserem Café gut bedient. Die Speisekarte war dennoch überwältigend vielfältig.

Während wir auf die Bestellung warteten, erfreute sich Mika wieder an den Wellen und schloss mit einem Mädchen aus dem Nachbar-Restaurant Freundschaft. Beide waren hinterher mehr nass als trocken, aber bei über 30 Grad ist das ja sehr verlockend. Linkes Foto is made by Mika, haha. Das Wesentliche ist drauf!

Auf dem Rückweg boten sich uns noch einige hübsche Fotomotive und Ausblicke, sodass sich die Fahrt zurück nach Antiparos trotz der kurzen Entfernung etwas länger hinzog.

Gegen 15 Uhr erreichten wir den Hauptort und schlenderten an der Hafenpromenade entlang. Diese kleine gefiederte Familie erregte unsere Aufmerksamkeit. Süß, oder? Überhaupt der ganze Ort war total knuffig. Wieder so ganz typisch griechisch, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nur irgendwie war wieder niemand außer uns zu sehen. Etwas spooky war das schon. Ich gehe aber mal davon aus, dass es daran lag, dass es erst Nachmittag war und die Griechen erst abends Essen gehen. Die touristischen Tagesausflügler, für die diese hübschen Restaurants wahrscheinlich gedacht sind, bleiben aktuelle scheinbar weiterhin aus. Für diese Branche war die Pandemie einfach eine riesengroße Katastrophe. Für die hiesige Natur und Inselwelt allerdings das Gegenteil. Ein zweischneidiges Schwert.

Wir suchten uns ein gemütliches Restaurant in der Nähe des Fähranlegers und bestellten uns einen Wrap, den wir uns teilten. Bei der Hitze hat man einfach mehr Durst als Hunger. Der Wrap war wieder super lecker. Ich muss zugeben, dass ich die Dinger vorher nie gemocht habe. Aber in diesem Urlaub bin ich ein echter Fan geworden. Im Kiosk um die Ecke erwarb Mika dann auch noch stolz einen Ball, den er ganz allein gekauft hat. Nach anfänglicher Schüchternheit, hat er es dann aber doch ganz gut gemeistert.

Nach unserer kleinen Siesta liefen wir noch kreuz und quer durch die kleinen hübschen Gassen des Örtchens. Auch hier wieder eine schöner als die andere. Und so viele nette Handwerkskunst. Da wäre ich ja fast für ein bisschen Deko schwach geworden. Aber dann besann ich mich gleich wieder. Wer möchte das Zeug denn nach Hause schleppen? Und irgendwann landet es ja dann doch in einer Kiste, wenn man sich satt gesehen hat.

Nachdem wir uns satt gesehen hatten – oder besser ich mich, da Mika die ganze Zeit nur mit seinem Ball beschäftigt war – gingen wir gemütlich zurück zur Fähre, wo unser kleiner Flitzer stand. Die Fähre legte gerade ab. Wir setzten uns unter die Pinienbäume am Hafen und vertrieben uns die kurze Wartezeit mit Pokemón spielen. Die Rückfahrt war sehr angenehm und verlief problemlos. Da wir erst gegen 19 Uhr zurück im Hotel waren, sind wir heute nicht mehr in den Pool gegangen. Stattdessen ließ ich den angenehmen Tag beim Kofferpacken Revue passieren.

Ein Kommentar zu „Antiparos – auf den Spuren von Tom Hanks

  1. Wind und Wasser auf der Linse – das liebe ich auch 😅. Die Aussicht, Tom H. zu Gesicht zu kriegen, ist da doch schon wesentlich verlockender! Die Hippie-Atmosphäre von Antiparos wäre vermutlich genau mein Ding. Und gegen den Anblick von fetten Booten habe ich auch nichts einzuwenden. Muss ich mich mal näher damit beschäftigen, wenn die griechischen Inseln wieder in meinen Fokus rücken.

    Von all den gesammelten Steinen nur den schönsten mitzunehmen, gefällt mir als Ansatz. Sehr lobenswert. Euer Blick von oben auf die Insel gefällt mir sehr. Da hätte ich wohl etwas länger verweilen können. Das Foto mit der Oktopus-Reihe ist klasse komponiert! @abgeschnittene Verena: da muss der junge Künstler entweder noch ein wenig üben, oder er erklärt die angewandte Technik zu seinem Alleinstellungsmerkmal in Sachen künstlerische Freiheit 😂. Das Foto mit dem Anhänger kommt mir irgendwie bekannt vor … Ist gut geworden mit der Bearbeitung! Danke auch fürs Mitnehmen per YouTube. Da hat man gleich noch mal einen ganz anderen Eindruck von der Szenerie.

    Der Hauptort der Insel macht auch einen sehr schönen Eindruck, auch wenn es so auffällig leer dort war. Gut, dass du bei dem üppigen Deko-Angebot standhaft geblieben bist. Deine neue Wohnung wird es dir danken!

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