Belize · Georgia · Guatemala · Lateinamerika · USA

Berlin – Amsterdam – Atlanta – Belize City – Flores

Tag 1: Gäääähn! Noch vor dem Weckerklingeln war ich wach, die Uhr zeigte 4:15 Uhr! Auf leisen Sohlen huschte ich ins Bad, dann runter in die Küche, die beiden eisgekühlten Cappuccinos aus dem Kühlschrank holen, und dann aus dem Haus. Ganze 11,6 Kilogramm reisen dieses Mal mit mir. Natürlich ist auch mein kleines grünes Moskitozelt wieder mit am Start. Reines Aufgabegepäck waren es sogar nur noch 9,6 Kilogramm.

Mein Auto brachte mich zuverlässig die zwei Kilometer zur S-Bahn und Punkt 5:40 Uhr war ich am Hauptbahnhof. Zeit genug für einen Chai Tea Latte bei Starbucks!

Der Zug fuhr pünktlich 6:34 Uhr ab und traf überraschenderweise auch pünktlich um 13:00 Uhr in Amsterdam Centraal ein. Christiane stieg bereits in Osnabrück dazu, saß aber einige Waggons entfernt. Mit dem Airport Train waren wir 15 Minuten später auch schon in Schiphol. Wir vertrieben uns die Zeit mit Einchecken, Bummeln und einem Imbiss bei Jamie Oliver. 17:00 Uhr starteten wir dann aufgeregt mit einer riesigen KLM Boeing 777 nach Atlanta. Ich hatte mir bereits vor einigen Monaten einen Fenstersitzplatz in der Eco Comfort gebucht und ich muss sagen, dass sich das schon lohnt. Es sind zwar die gleichen Sitze wie in der Eco, aber mit doppelt so viel Sitzabstand und weiter zurück verstellbarer Rückenlehne. Ich hatte auch Glück mit dem Platz neben mir: der blieb nämlich als einziger in der Eco Comfort leer. Das Entertainment-System und das Essen waren super wie immer. Ich mag KLM sehr.

Ich schaute Geostorm, Maze Runner 3 und einen Teil von Jumanji, ehe ich dann doch noch in der letzten Flugstunde eindöste. Als Snacks gab es zwischendurch sogar Eis, Pizza und Cinnamon Rolls. Da ließ sich KLM echt nicht lumpen.

Als wir nach etwas über 8,5 Stunden Flugzeit um 20:35 Ortszeit in Atlanta landeten, beschlossen die Zollbeamten gerade, dass es Zeit sei Feierabend zu machen. Von den gefühlt 20 Schaltern waren drei belegt. 5 Minuten später war es nur noch einer, der die Stellung hielt.

Der Unmut der ca. 500 Wartenden in der Halle wurde zunehmend aggressiver. Ich musste miterleben, wie zahlreiche Leute um mich herum, darunter auch Familien mit kleinen Kindern, just in dieser Schlange ihre Anschlussflüge verpassten. Es war einfach unglaublich! Nach circa zwei Stunden waren wir dann durch die Immigration. Christiane, die einen Automaten zur Einreise genutzt hatte, war im Übrigen nur unwesentlich schneller (vielleicht 30 Minuten).

Völlig groggy suchten wir den Shuttle zum Quality Inn & Suites Airport Hotel. Nach hilfloser Umhersucherei fanden wir heraus, dass es in der Ankunftshalle eine Ecke mit vier Telefonen und Hotellisten an der Wand gab. Dort sollte man sein Hotel kontaktieren, was wir auch taten. Das Ende vom Lied war, dass wir mit einem Transitshuttle vom International Airport zum Domestic Airport fahren mussten, um von dort mit dem Quality Inn Shuttle zum Hotel zu fahren. Kurz nach elf wurden wir dann überfreundlich von einem Deutsch sprechenden Inder, der mal einige Jahre in Köln lebte, begrüßt und rasend schnell eingecheckt. Den Rest könnt ihr euch denken…

Tag 2: Was für eine Nacht! Naja, wohl eher nur eine halbe. Christiane lag seit 4:00 Uhr wach, ich folgte ihr 5:45 Uhr. Frisch geduscht standen wir kurz nach sechs auf der Frühstücksmatte. Toast mit Ei bzw. Philadelphia und heiße Schokolade. So muss das sein. Leider hat der Feuermelder die Stufe 7 vom Toaster nicht vertragen, also lösten wir mehrfach den Feueralarm aus. Die amerikanische Omi, die im Nachthemd ihren Kaffee holte, ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Christiane allerdings schon und so schmiss sie unsere Zimmerkarte mit in den Mülleimer.

Wir nahmen den Shuttle um 7:00 Uhr zurück zum Domestic und zurück zum International Airport. Gleiches Spiel, umgekehrte Reihenfolge. Einchecken verlief wieder problemlos. Bei der Security wunderte man sich lange und intensiv über meine Corny Riegel und Kekse. Sie wurden auf Drogen und andere Ungereimtheiten untersucht. Nun gut. Aber alles nett und freundlich, das muss ich dazu sagen. Südstaatler eben. Alles etwas relaxter! Lustigerweise mussten wir dann aber im zollfreien Bereich mit einem Skytrain, der auch zum Domestic Airport fährt, zum Terminal E fahren. Draußen kann man den aber leider nicht nutzen.

Wir flogen um 10:00 Uhr mit Delta sehr komfortabel in knapp 3 Stunden nach Belize City. Ich vertrieb mir die Zeit mit „Thor – Ragnarok“. In Belize gelandet, standen wir auch wieder eine ganze Weile bei der Immigration an.

Wir verloren zu den bereits vorhandenen sechs noch zwei weitere Stunden Zeitunterschied zu Deutschland und hängen nun acht Stunden hinterher. Beim Verlassen des Terminals fiel mir sofort ein Schild auf: „Christiane und Vareni“. Ich dachte nur: „Nehm ick!“ Richard, unser Fahrer, war sehr nett und fand es ganz schade, dass wir uns nicht sein schönes Belize anschauen. Er erzählte uns von Krokodilen im Fluss und noch so einigen Dingen, die ihm auf der Fahrt ins Auge fielen. Am Port of Belize, der wirklich nur eine knapp 50 m lange überdachte Passage mit einigen Geschäften, Imbissen und Ticketbuden ist, brachte er unsere Rucksäcke zum Office von Maya Mundo, wo sie bis zur Abfahrt bleiben könnten.

Es war erst 12:00 Uhr, sodass wir noch 1,5 Stunden Zeit hatten. Wir gönnten uns bei Anna‘s Lunch Box ein hervorragendes Mittagessen (ich hatte Shrimps mit Reis/Bohnen, gedünstetem Gemüse und Gemüsesticks für 14 USD inkl. Getränk). Mit Leute beobachten und etwas Bummelei verflog die Wartezeit im Nu.

13:30 Uhr holte uns dann der Busfahrer ab und brachte uns um die Ecke zum Bus. Und ihr glaubt es kaum! Der große Reisebus hat tatsächlich nur uns und einen weiteren Backpacker mitgenommen. Wir konnten es fast nicht glauben. Bei lediglich 27,50 USD pro Person kann sich die Fahrt doch unmöglich rentieren! Aber nun gut, lieber so als völlig überfüllt. Hier ein paar Einblicke von der Fahrt!

An der Grenze von Belize nach Guatemala ging es relativ schnell. Wir drei stiegen aus dem Bus aus und gingen zum Ausreiseschalter, wo wir die Ausreisegebühr i.H.v. 17 USD zahlten. Ein paar Meter weiter gab es noch den Ausreisestempel. Zu Fuß ging es durch den Sperrstreifen und ein großes Tor auf die andere Seite der Grenze zum Immigration-Gebäude von Guatemala. Auch hier gab es natürlich einen Stempel. Fotografiert habe ich dank des bewaffneten Militärs lieber nicht. Toiletten gab es im Übrigen auch nicht, zumindest haben wir keine gesehen. Dann wieder ab in den Bus und nochmal zwei Stunden weiter bis zu einer Tankstelle kurz vor der Isla de Flores. Mit einem Minibus wurden wir dann auf die kleine Insel gebracht und mussten nur noch circa 100 m zum Hotel laufen. Es war halb Sieben als wir eintrafen und es dämmerte bereits. Das „Casona de la Isla“ liegt direkt am Seeufer und hat einen schönen Pool und nette Terrassen mit Seeblick. Wir checkten schnell ein, bezogen unser Zimmer im 2. OG (ebenfalls mit Seeblick) und aßen noch etwas im hoteleigenen Restaurant. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass uns die Anreise sehr geschlaucht hat, auch wenn sie körperlich nicht wirklich anstrengend war. Wir freuen uns jedenfalls auf einen sehr entspannten Pool-Tag morgen.

3 Kommentare zu „Berlin – Amsterdam – Atlanta – Belize City – Flores

  1. Na das war ja wahrlich ein Ritt bis zu eurem Ziel! Eco Comfort hat sich da voll gelohnt. Ja, die Immigration in den USA ist immer ein Lotteriespiel: kann schnell gehen oder sich eine Ewigkeit hinziehen. Habe da auch schon Stunden verbracht … @ Feueralarm: ein immer wieder gern gespieltes Spielchen in den Staaten 😂! Die sind aber auch oft wirklich zu „empfindlich“ eingestellt. Ich finde es übrigens sehr nett von dir, dass du den Platz für die disabled und elderly so großzügig Christiane überlassen hast 😛. Corny Riegel als Drogenversteck – auch nicht schlecht. Ebenso wie Vareni 😎. Der leere Bus war natürlich voll der Luxus. Ich hätte da vermutlich ständig die Sitze und Seiten gewechselt! Nun seid ihr vor ein paar Tagen gut angekommen. Bin schon gespannt auf deine weiteren Berichte!

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    1. Du kennst das mit den Rauchmeldern?😂👍 Ja, es war eine lange Anreise und wir haben beide bereut, nicht den Direktflug (ohne USA) gebucht zu haben. Wir werden zu alt für diese Scheiße.😂 PS: ich saß übrigens auf den gleichen Disabled-Seats…es gab keine anderen.😜

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      1. Rauchmelder in den USA sind ein ewiger Quell der Freude! Wenn es nicht harmloser Toastgeruch ist, kann es auch gerne mal eine Spinne schaffen, Alarm auszulösen 😂, indem sie an der richtigen Stelle rumkrabbelt. Bin in Hyannis dadurch mal mitten in der Nacht aus dem Hotelzimmer gejagt worden. Und ja: ihr seid zu alt für diesen Ultralangflugscheiß 😛!

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