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London – Docklands & Financial Center

Tag 3: Laut Wetterbericht sollte der heutige Vormittag exakt zwei Stunden Sonne bringen, also bin ich um 9 Uhr raus aus den Federn und bin zur 50 m entfernten DLR Station Tower Gateway gelaufen. Ich war der einzige Mensch weit und breit, was etwas gruselig war. Ich platzierte mich ganz vorne auf der Pole-Position und spielte Zugführerin. Das war schon irgendwie cool.

Schon von Weitem war die Emirates Air Line über der Themse zu sehen, denn die DLR brachte mich in einem großen Bogen bis zur Royal Victoria Station. Die Strecke ist nicht wirklich sehenswert, aber doch recht interessant, weil sie ein ganz anderes London zeigt, als das, was man sonst als Tourist zu sehen bekommt. Ich stieg als einzige Passagierin aus und lief zur Seilbahnstation, die weniger als 100 m entfernt ist. Direkt daneben befindet sich das Kongresszentrum „The Chrystal“ und ein kleines Stück dahinter konnte ich einige wahnsinnige Open Water Schwimmer beobachten. Die Gondelstation war geöffnet und ich beobachtete, wie die leeren Gondeln hoch über mir ihre Bahnen zogen. Hinter der Station befindet das Good-Hotelschiff und machte einen guten Eindruck. Im Sommer ist das sicher eine tolle Übernachtungsmöglichkeit.

Ich stand eine ganze Weile vor den einsamen Ticketautomaten und rang mit mir. Es kam einfach niemand, der mich hätte überreden können und es zog langsam Wind auf. Nein, ich war heute nicht mutig genug und verschob das Ganze auf den nächsten London-Besuch. Dann vielleicht mit meinen beiden Männern, die mich mitziehen. Eine Fahrt kostet im Übrigen 4,50 GBP und kann auch mit der Oyster Card gezahlt werden. Möchte man noch die Emirates Aviation Experience mitmachen und einen Inflight Discovery Film sehen, zahlt man 6 Pfund mehr und hat dazu noch einen Roundtrip inklusive.

Ich fuhr mit der DLR bis zur West Ferry Station und entschied, dort auszusteigen und zu Fuß bis zur Canary Wharf zurückzulaufen. Über den Columbus Courtyard, der mit seinen Art Déco Häusern an New York erinnerte, schlenderte ich über den Westferry Circus bis zum Canary Wharf Pier, von wo aus der Clipper diesen Teil Londons mit der City West verbindet.

Auch der Westferry Circus erinnerte mich etwas an NY, da der dortige Columbus Circle ganz ähnlich aufgebaut ist. Natürlich mit viel mehr Verkehr, Lärm und Menschen. Hier allerdings waren nicht viele Menschen unterwegs, was sehr angenehm war.

Ich spazierte langsam bis zur Cabot Square Fountain und bestaunte dort die tollen Gebäude. Viele Banken, Immobilienagenturen und Hotels säumen hier den Platz. Und wieder habe ich mich gefragt, warum ich noch nie hier gewesen bin. Gerade im Sommer muss es hier wunderbar trubelig sein: man kann shoppen, Boot fahren, nett in einem Café am Wasser sitzen oder einfach nur spazieren gehen. Das moderne hallenartige Gebäude im Wasser beherbergt übrigens ein amerikanisches Restaurant namens „Big Easy“.

Ich fuhr mit der DLR zwei Stationen von der Canary Wharf bis zum South Quay, da ich nicht mehr genau im Kopf hatte, wo sich diese kleine Fußgängerbrücke befand, zu der ich gerne wollte. Von oben aus der Bahn hatte ich wieder einen guten Überblick und konnte mich neu orientieren. Der Arena Tower auf der Isle of Dogs (auf dem Bild hinter mir zu sehen) hatte es mir besonders angetan. Ein tolles Gebilde!

Ich arbeitete mich wieder zum South Dock zurück und suchte mir ganz nebenbei meine neue Penthouse Wohnung aus. Tolle Aussicht, oder? Der South Quay Walk ist gesäumt von netten gemütlichen, aber leider auch teuren, Café’s und Restaurants sowie kleineren Geschäften. Allerdings wird auf der anderen Seite auch noch viel gebaut. Unmittelbar vor der South Quay Footbridge befinden sich mehrere umgebaute nostalgische Fahrzeuge, die zu Food-Transportern umgebaut wurden. Das Angebot klang unglaublich lecker, aber mir war zu kalt, um draußen zu essen.

Der Himmel hatte sich mittlerweile immer mehr zugezogen und der Wind wurde ungemütlicher, weshalb ich zur Canary Wharf Station lief und die DLR zurück zum Hotel nahm. Aber eines ist sicher, hier muss ich unbedingt nochmal her.

Ich deckte mich vorm Hotel mit einem Cheeseburger und etwas zu Trinken ein und machte erstmal Mittagspause. Hatte ich schon erwähnt, welch grandiose Lage das citizenM hat?

Am Nachmittag klarte es nochmal kurz auf, sodass ich mich spontan zu einem Spaziergang durch das Financial Center aufraffte. Mein Ziel war „The Gherkin“, die Gewürzgurke. Es ist schon seit langem mein Lieblingsgebäude von London, aber ich stand noch nie direkt davor. Leider blieb mir das auch heute verwehrt, da der gesamte Bereich weiträumig wegen Dreharbeiten abgesperrt war. So musste ich mich mit Schnappschüssen der drumherum liegenden Gebäude begnügen, so zum Beispiel dem futuristischen „Lloyds of London“, das „Barclays Bank Building“, das „The Walkie-Talkie“, welches den Sky Garden beherbergt, oder eben das „Monument to the Great Fire“.

 

Tag 4: Am nächsten Morgen checkte ich bereits um 8 Uhr aus und nahm für knapp 10,-GBP den normalen Zug von Blackfriars (nur vier Stationen von Tower Hill entfernt) zum Gatwick Airport North Terminal. Von der Brücke, auf der sich der Bahnhof befindet, hat man einen tollen Blick zum Tate Modern, dem Finanzzentrum und zum The Shard. Das Wetter war perfekt zum Abreisen.

Die Zugfahrt dauert nur 45 Minuten und geht wesentlich schneller als der National Express Bus, der ebenfalls 10,- GBP kostet und verkehrstechnisch unsicherer ist. Mit dem kostenlosen Shuttle-Zug ist man innerhalb weniger Minuten am South Terminal. Ich gönnte mir noch ein typisch englisches Frühstück bei Jamie Oliver und kaufte für meinen kleinen Spatz noch eine Spielzeugangel mit entsprechendem Fischbestand.

Der Heimflug war unspektakulär, sodass ich gegen 14 Uhr wieder zu Hause war. Schön war’s wieder im guten alten London!

 

 

 

2 Kommentare zu „London – Docklands & Financial Center

    1. Ich werde nicht aufgeben. Irgendwann erwische ich sie, die Gurke! Falls du noch nicht in den Docklands warst, fahr bei deinem nächsten Londonbesuch unbedingt mal hin. Du wirst dort sicher noch viel mehr tolle Motive finden als ich. Leider hat das Wetter bei mir ja nicht so gut mitgespielt. Bei blauem Himmel muss es dort fantastisch sein.

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