Asien · China · Reisen

Xian

Tag 15: Nach einer wundervollen Nacht im Luxusbett waren wir total erholt. Leider klingelte der Wecker wieder viel zu früh. Aber wir wollten ja den vielen Chinesen entgehen. Shuwen erzählte uns, dass letztes Jahr am 02.10. für das Terracotta-Museum 70.000 Eintrittskarten verkauft wurden. Oha! Wir frühstückten zusammen mit Bernhard, den wir mit Josef im Lift getroffen hatten. Josef hatten wir irgendwie unterwegs zum Speisesaal verloren. Das Buffet war richtig gut und W-Lan gab’s auch. Kurz vor 07:00 haben wir noch schnell am Hotelautomaten Geld geholt und auf ging’s zur Armee. Die Fahrt dauerte ca. 1 Stunde. Als wir ankamen, war es noch ziemlich leer und das Wetter war fantastisch. Die Anlage ist ziemlich weitläufig und sehr schön gestaltet. Zwischen den Ausstellungshallen sind schöne Garten- oder Parkanlagen angeordnet. Es macht Spass dort umher zu spazieren. Als erstes besichtigten wir die Grube 1 mit der Infanterie. 6000 Soldaten in Schlachtformation. Wenn man die Halle betritt, steht man erstmal mit offenem Mund da. Ist das gigantisch! Es ist so ganz anders als im Fernsehen…das muss man einfach live gesehen haben. Jede Figur ist ganz individuell gestaltet und keine gleicht der anderen in Gesicht und Haltung. Faszinierend ist auch die Vielfältigkeit der Frisuren! Wenn man sich vorstellt, dass die Figuren aus einzelnen Fragmenten zusammengesetzt werden mussten…unvorstellbar und nichts für Ungeduldige. Alle Figuren sind überlebensgroß, so um die 1,80, und sehr farbenfroh gewesen. Die Offiziere noch großer und in stattlicherer Rüstung. Die Farben verblassten leider an der Luft, aber manchmal sind noch Farbspuren erkennbar. In Grube 2 war die Kavallerie und in Grube 3 die hohen Offiziere. Dann gab es noch eine Halle mit noch teilweise geschlossenen Gruben. Die Ausgrabungen und Restaurierungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Entdeckt wurde die Armee erst 1974, als Bauern einen Brunnen gruben. Die aus gelben Lehm geschaffenen Figuren sollten das Grab des ersten Kaisers von China, Qin Shi Huangdi (Qin-Dynastie) bewachen und sind 2200 Jahre alt. Die 7000-köpfige Armee ist aber nur ein Teil der Grabanlage. 1,5 km weiter (haben wir vom Bus aus gesehen) ist ein Hügel unter dem sich angeblich das eigentliche Grab des Kaisers befinden soll. 246 v. Chr. beauftragte er den Bau seines Grabs und 36 Jahre lang waren ca. 700.000 Arbeiter damit beschäftigt (die Große Mauer hatte ca. 500.000). Der Legende nach bzw. anhand gefundener Pläne soll sein Grab durch einen Fluss aus Quecksilber vor Grabraubern geschützt sein und darüber ein riesiges Gewölbe mit einem nachempfundenem Himmel sein. Die Sterne bestehen aus Perlen und Edelsteinen. Und auch seine 48 Konkubinen sowie auch alle Arbeiter sollen lebendig mit begraben worden sein, damit sie den Ort des Grabes nicht verraten konnten. Zwei Bronzestreitwagen, die ebenfalls ausgestellt sind, wurden in der Nähe des Hügels gefunden. An den Hügel selbst trauen sich die Archäologen allerdings noch nicht so recht ran, denn gehen sie die Sache falsch an, stürzt ggf. alles in sich zusammen. Eine faszinierende und spannende Geschichte. In einer weiteren Ausstellungshalle waren einzelne Fundstücke, wie Messer, Schalen, kleinere Figuren, Waffen aller Art, Geschirr, usw. ausgestellt. Zuletzt besuchten wir noch ein Kino und natürlich den Museumsshop. Wir waren ungefähr 3,5 Stunden auf dem Gelände und fuhren danach zum Mittagessen. In Nordchina essen die Chinesen vorwiegend Nudeln, in Südchina Reis…muss man auch erstmal wissen. Also gab es wie immer viel Gemüse und dazu Reisnudeln und welche aus Teig, die fast 3 cm breit waren. Es war sehr lecker. Danach fuhren wir zu einem Heilkräutermarkt, der allerdings schnell durchwandert war. Heute ist Mondfest und die meisten Stände hatten schon geschlossen, weil mit der Familie gefeiert wurde. Wir sahen aber trotzdem viele ungewöhnliche Dinge, wie z.B. getrocknete Igel, die bei Verdauungsproblemen helfen sollen, oder getrocknete Seepferdchen, Schlangenhaut und eingeschweißte Tausendfüßler. Die chinesische Medizin ist schon sonderbar. Gegen alles gibt es Tees oder irgendwas getrocknetes Totes. Im Anschluss ging es zur Stadtmauer von Xian…ein Wahnsinnsteil! Sie ist komplett erhalten, rechteckig um das Zentrum (Altstadt) angelegt und hat eine Länge von ca. 14 km. Sie wurde vom 1. Ming-Kaiser Hongwu. Die Fundamente stammen allerdings von einem Kaiserpalast der Tang-Dynastie, sind also noch älter. Die Bastionen sind 12 m hoch und an der Basis bis zu 18 m dick. Wir sind hoch auf die Mauer und ca. 1 Stunde darauf lang spaziert. 7 von uns haben sich Fahrräder geliehen, um die 14 km oben abzufahren. Wir zogen die Variante „Hotel – Gartenbar mit Horst – Nachmittagsschläfchen“ vor. Nach 1,5 Std. Ruhepause auf dem Zimmer trafen wir uns alle 18:30 in der Lobby (außer Inken, Josef und Bernhard) und fuhren zum Maultaschen-Banquet. Hier kam meine neue tibetische Tasche erstmalig zum Einsatz. Alexandra hatte sich übrigens noch auf der Rückfahrt vom Yamdrok See fast die gleiche gekauft. Shuwen hatte angeboten, für uns so ein Essen zu organisieren (150 Yuan) und wir haben es nicht bereut. Es war superlecker! Dazu gab’s noch Terracotta-Schnapps (Kornschnapps), der es wirklich in sich hatte. Olle Wetter! Es stellte sich auch heraus, dass Andreas schon des Öfteren beruflich in China war und sich in Xian etwas auskennt. Daher haben sich dann Frederic, Alex, Lilo, Georg, Claudia und er unterwegs abgeseilt bzw. sich vom Busfahrer absetzen lassen. Uns war das zu heikel. Wir finden doch nie zurück zum Hotel. Den Abend haben wir dann noch schön in der Hotel-Gartenbar mit Horst, Peter und Beate bei einer Pina Colada (ich) und einem Mango-Juice ausklingen lassen. Und ich rauchte dann meine ersten 3 Zigaretten seit dem Flughafen in Chongqing.

2 Kommentare zu „Xian

  1. Hallo liebe Rena!

    Es ist sooo schön, dass du uns so toll auf dem Laufenden hälst und uns an eurer tollen Reise teilhaben lässt. Man kann sich manches richtig bildlich vorstellen. Die Terracottaarmee mal live zu sehen muss wirklich beeindruckend sein. Die ganze Geschichte dazu und auch zu den anderen Ausgrabungen ist wirklich spannend. Hach schön, dass es euch auch wieder besser geht. Wiederum seht es so: ihr hattet zwar sehr alle mit der Höhe zu kämpfen, aber die Erinnerungen an Tibet etc. wird euch keiner mehr nehmen und später werdet ihr in erster Linie auch sicher nur an all die tollen Eindrücke euch erinnern. Nun geht es sicher als nächste Station nach Xian nach Peking, oder? Da bin ich auch sehr gespannt was ihr von dort alles zu berichten habt. Weiterhin alles Liebe und viel Freude weiterhin. Ganz liebe Grüße auch an Jana!

    Angela

    PS: Habt ihr schon was von den zahlreichen toten Tieren alla Seepferdchen, Igel, Skorpion etc. probiert? Soll ja wie Chips schmecken. Uaaaaah 🙂

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