Georgia · Nordamerika · USA

Berlin – N.Y. – Atlanta

Tag 1: Endlich ging es los…und zwar wie immer mit einer Odyssee. Was hat denn eigentlich ein Mensch verbrochen, dass er soviel Pech beim Reisen hat? Ok, also von vorn. Es begann am Samstag Vormittag. Die Hexe hat geschossen…und zwar genau in meinen Rücken. Das konnte doch jetzt wohl nicht wahr sein. So ein verfluchter Mist! Nix ging mehr. Ich konnte mich noch gerade so aufraffen, dass ich mich zur Apotheke gequält habe, um Schmerzmittel zu kaufen. Dann habe ich gegoogelt und recherchiert (wußte ich ja eh schon alles) und habe den ganzen Tag brav abwechselnd meinen Rücken bewegt und mit Heizkissen gewärmt. Keine Ahnung, wie oft ich in großen Bögen unser Haus umkreist habe. Als es Sonntag nicht besser, sondern noch schlimmer wurde, war ich total verzweifelt. Ich habe dann nachmittags Andrea angerufen und sie darauf vorbereitet, dass sie wieder Krankenschwester spielen muss. Daraufhin brach dort die Panik aus: was, wenn Rena Montag nicht fliegen kann? Gleich danach habe ich den ärztlichen Bereitschaftsdienst angerufen und mich beraten lassen. Die Ibu-Lysin, die ich genommen hatte, war völlig richtig. Ich sollte nur die Dosis erhöhen. Und auch das Bewegen und Wärmen war völlig richtig. Nun gut, der Herr Kopp hatte eine sehr beruhigende und heilende Stimme…nach dem Telefonat gings mir schlagartig besser. Ick wees, glaubt ihr jetzt eh nicht, aber war so. Die Hoffnung stieg, dass doch noch alles gut wird. Abends beim Film „96 Hours“ (richtig geil übrigens!) sah die Welt dann schon viel besser aus.

Zack war’s 5:45 Uhr Montag früh. Mit einem mir fast den Rücken wegätzenden Wärmepflaster von Hansaplast gings auf zu Andrea. Tobi fuhr uns zum Flughafen, Matti war auch dabei. Nach den letzten Zügen Nikotin und inniger Verabschiedung startete der Flieger gen New York mit ca. 5 min. Verspätung um 09:49 Uhr. Dort in Newark/New Jersey angekommen, mussten wir leider unser Gepäck abholen und durch den Zoll. Hier war dann der erste blöde Ami-Arsch, der mir begegnete: ein Zollbeamter bei der Passkontrolle. Fragt der mich, was ich arbeite. Ich sage im Büro, in einer Verwaltung. Fragt der mich wieder, was ich da mache, ob ich Kaffee koche oder so. Da lächele ich und von ihm kommt ein arrogantes und knurriges „That’s not funny!“. Er hat nicht locker gelassen, bis ich ihm erklärt habe, dass es die Arbeitsvermittlung ist. Dann wollte er wissen, wo wir hin wollen (und zwar ganz genau), wie lange, warum, wer Andrea ist, usw. Was für ein Blödmann!!! Aber man muss ja tief einatmen und ruhig bleiben, der bringt es fertig und lässt mich nicht einreisen. Außerdem hatten wir immer noch Angst, dass wir unseren Strafzettel von 2010 noch bezahlen mussten.

Nach dem Zoll haben wir unsere Rucksäcke gleich wieder aufgegeben und sind nach draußen gestürmt…gegen eine Wand. Eine wahnsinnig schwüle Wand von geschätzten 28 (gefühlten 45) Grad. Mehr als zwei Zigaretten haben wir nicht ausgehalten. Jeder noch zwei SMS nach Hause und wieder rein zum Terminal B. Welche Überraschung: dort angekommen, sagte man uns wir müssen mit dem Sky Train nach Terminal A. Wir also zum Sky Train zurück (wußte gar nicht, dass es dort sowas gibt) und schwarz gefahren. Die Ticketautomaten haben wir leider, leider erst beim Aussteigen wahrgenommen.

Der Flieger sollte von Gate A16 starten…also ganz am Ende des Ganges. Aber oh, was ist das? Oh nein, Verspätung. Statt 14:15, nun 15:25 Uhr. Ok, geht noch. Das hat man ja alles schon viel schlimmer erlebt. Wir haben erstmal Wasser gekauft und Andrea hat ihr völlig überteuertes trockenes Sandwich für 8 Dollar gegessen. Ich habe einen Butter-Bagel verdrückt, dessen Butter man aber wirklich suchen musste. Andrea hörte zwischendurch mal eine Ansage von einem Gate 25. Ich so: das ist nicht für uns. Später erzählte die Ansagerin nochmal was von Atlanta und Gate 25. Ich so: ick geh mal kieken. Auf der Anzeigetafel stand nun: Gate changed – A25! Nun soll man mal nicht denken, dass A25 in der Nähe von A16 ist.. Wir bis ganz zurück zum Anfang gehetzt, es war ja schon 15:00 Uhr oder so. Wir hatten total vergessen, dass wir vorne durch die Sicherheitskontrolle sind und da gar nicht wieder rauskamen. Die Beamtin schickte uns zurück und erzählte was von einem Shuttle. Dort wieder angekommen, haben wir eine äußerst gelangweilte Tante am Schalter gefragt, sie bestellte über Funk seelenruhig einen Shuttle-Bus, der uns zu A25 bringen sollte. Die New Yorker waren mir dieses Mal echt suspekt. Um 15:20 saßen wir im Bus – allein. Der hat uns natürlich nicht direkt zum Gate gebracht, sondern nur zum Eingang von diesem Teil des Terminal A. Weiter ging das Gehetze, Treppe hoch, Treppe runter, bis wir vor einem völlig verlassenen Schalter A25 standen. Klasse, Flugzeug weg! Wollen die uns verarschen? Die haben uns nicht mal ausgerufen! Das ist Premiere! Noch niemals nicht habe ich ein Flugzeug verpasst! Ok, nicht verzagen, sondern umbuchen. Für mich gab es noch ein Plätzchen in der 16:30 Uhr Maschine, Andrea war Standby-Kandidatin. Heißt: mit mir war die Maschine ausgebucht. Sollte einer nicht kommen, bekommt Andrea den Platz. Wenn’s nicht klappt, nehmen wir beide die 19:00 Uhr Maschine, dort würden wir laut der freundlichen Schaltertante definitiv noch zwei Plätze bekommen. Als alle Passagiere eingestiegen waren, gingen wir vor und fragten wie es nun aussieht. Zwei andere hatten das gleiche Problem wie wir, benötigten aber zwei Plätze. Es fehlte wohl nur noch Michael X. Nachdem er vier mal ausgerufen wurde (wieso wurden wir nicht ausgerufen??), durften wir Beide endlich rein in die Maschine. Danke Michael!

Die Maschine von Expressjet war der Kracher. Links zwei Sitze, rechts nur einer. Und der Pilot war ein Kamikaze-Flieger. Gegen 18:50 Uhr hatten wir es überstanden und sind glücklich in Atlanta gelandet. Dieser Flughafen ist rieeesig! Wir mussten mit einem Zug an sechs Terminals vorbei fahren, um zum Extra Terminal Baggage Claim zu kommen. Angekommen am Fließband war direkt daneben ein kleines Räumchen aus Glas, wo unsere Rucksäcke auf uns warteten. Gott sei Dank!!! Raus, Rauchen. Danach ging es zum nächsten Sky-Train, der uns zum ultimativen Car Rental Center brachte. Auf dem Bahnsteig wurde Andrea gleich auf ihren Jack Wolfskin Rucksack angesprochen und schwupps waren wir als Deutsche enttarnt, weil es nach Aussage des Typen die Marke hier nämlich nicht gibt. Wieder was gelernt. Das Car Rental Center ist gigantisch. Bei Hertz kamen wir sofort dran und es dauerte nur 10 Minuten und wir hatten unseren kleinen roten Fltzer, einen Toyota Yaris. Erstaunlicherweise habe ich mich sofort wieder ans Automatikgetriebe gewöhnt und der Kleine ließ sich super fahren.

Unser Motel La Quinta Inn & Suites haben wir sofort ohne Umwege gefunden und waren ca. 20:00 Uhr auf unserem Zimmer. Nein eigentlich ist es ein Appartment oder fast eine Suite. Riesige Betten, getrennter Wohn-/Schlafbereich, Wannenbad, Sofa-Ecke, Kitchenette. Alles sehr schön eingerichtet und sauber! Klasse! Hier können wir uns erholen.

Gegen 21:30 Uhr waren wir weggenickt. Um 03:00 Uhr heute Nacht gab’s ein kleines Pläuschchen. Man war eben wach (zu Hause war es 09:00 Uhr morgens). Dann doch noch mal eingenickt und um 06:30 Uhr war die Nacht dann vorbei. Andrea hat gerade geduscht, ich schreibe schon seit ner Stunde und lache mich immer wieder kaputt, wenn ich so an gestern denke. So eine Odyssee wieder. Tja, wenn einer eine Reise tut….dann hat er was zu erzählen. Achso, meinem Rücken gehts soweit ganz gut, ich brauch nur dringend einen Drugstore, um Nachschub an Tabletten zu kaufen. Und jetzt haben wir Hunger und gehen frühstücken. Hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße, Andrea & Rena

7 Kommentare zu „Berlin – N.Y. – Atlanta

  1. Wo verdammt ist hier der „gefällt mir“ Button 😀 Schön geschrieben Rena. Lasst es euch gut gehen ich werd euren Blog mit Spannung verfolgen. LG Matzi der Verschollene *rofl* Hab vergessen dazu zu schreiben,natürlich auch ganz liebe Grüße an Andrea.

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  2. Meine Güte Mädels, dat war ja mal ein holpriger Start. O_O
    Das hat sich fast wie ein Krimi gelesen… ich dachte immer nur: und dann…was ist dann passiert…schön geschrieben. Weiterhin viel Vergnügen, ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Berichte!!!
    Lasst es euch gut gehen!
    Liebe Grüße
    Jana

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  3. Ihr habt es wiedermamal über den großen Teich geschafft!!! Ich bin ganz stolz, auch wenn es Pannen gab, man soll nicht so schnell aufgeben. Das hast du von mir gelernt mein Kind. Ich wünsche euch ganz viel Spaß und Spannung bei eurem Trip durch den Süden. Bleibt gesund, das ist die Hauptsache!!!

    Ich hab dich lieb Verena, deine Mutti

    Grüß herzlich Andrea

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  4. So viel Pech beim fliegen kann doch einer allein gar nicht haben und v.a. jedes mal was anderes *g* Na Hauptsache gesund angekommen. Viel Spaß nun bei eurer Route. Freu mich auf weitere Berichte.
    Liebe Grüße
    Eve

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  5. Bei einem soo herzlichen Emfang bekomme ich doch Lust auch dieses tolle Land zu besuchen (hi hi hi). Ich wünsche Euch trotz des schlechtende Starts weiterhin viel Spaß.
    Hab dich lieb mein Schatz.
    Grüß Andrea von mir
    Dein Tobias

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