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Tag 1 & 2: Berlin – Bled / Slowenien

Slowenien…Kroatien…Ungarn…oder doch lieber Italien? Oh man, immer diese Entscheidungen. Eigentlich sollte es ja Portugal werden, aber irgendwie waren die Flüge sauteuer und die Hotels dann irgendwie auch noch. Wir entschieden uns letztendlich für einen Roadtrip mit dem Auto nach Slowenien, hinwärts ein bisschen Österreich und ein bisschen Südtirol auf dem Heimweg.
Erst sollte es ja dieser kleine grüne Grashopper für 55,-€ pro Tag werden. Aber kurz vor knapp, sprich ca. 5 Tage vorher, überlegte ich mir, dass es vielleicht doch ein wenig eng werden könnte – so mit Mann und Kind und dem ganzen Krempel. Ich rief Montag also das Caravanland in Hoppegarten an und fragte nach einem relativ günstigen Upgrade. Das bekam ich auch, Gott sei Dank, denn der Grashüpfer hätte keine Standheizung gehabt, was bei den aktuellen Temperaturen vielleicht eine schlechte Idee gewesen wäre. Man bot mir also einen Typ 4 Kastenwagen zum Preis von Typ 3 an. Der Unterschied lag bei 89,-€ anstatt 97,-€. Ja, war ok. Am Dienstag rief er mich dann an, um noch weitere Details zu klären und fragte beiläufig, ob wir auch bereit wären, ein größeres Auto für den gleichen Preis zu nehmen, da der Typ 4 Wagen einen Steinschlag in der Windschutzscheibe hatte. Aber na klaaaaar, waren wir! Nichts ahnend, dass es dann ein LMC 646 Breezer werden würde – Typ 10! Dieser würde normalerweise 120,-€ am Tag kosten. Kein so schlechter Deal würde ich sagen.

So und nun schreibe ich schon den ersten Blogeintrag von der Anreise. Viel zu erzählen gibt es nicht, da wir bisher fast nur auf der Straße waren. Pünktlich um 9 Uhr ging es am Samstag Morgen los. Wir fuhren die A13 bis nach Dresden, dank Tobi mit einem kurzen Abstecher nach Polen (wenn Männer am Steuer sitzen…pfff), dann über Chemnitz und Hof bis runter nach Regensburg. Von da noch ein Stückchen die A3 nach Südosten und dann auf die B20 Richtung Salzburg. Kurz nach dem Überqueren der Donau in Straubing nahmen wir die erste Abfahrt und parkten ziemlich genau 19 Uhr an einem Kreisel am Ortseingang von Aiterhofen. Neben uns ein Kürbis- und Sonnenblumenfeld mit einer „Kasse des Vertrauens“. Ein Feldhase war auch schon da. Fehlte nur noch der Fuchs zum Gute-Nacht-sagen. Es war ein schöner Platz zum Nächtigen…ziemlich allein und wenig Verkehr in der Nacht. 
Mika hatte den ganzen Tag erhöhte Temperatur – wie sollte es auch anders sein, wenn wir in Urlaub fahren wollen – und doch ließ er alles ohne großes Murren über sich ergehen. Er war so tapfer, der Kleine. So eine Fahrt im Wohnmobil war dann wohl doch zu aufregend und wir machten auch viele kleine Pausen. Ein bisschen Schlaf war auch für ihn drin. Trotzdem, halb acht war dann Schluss, er fiel um, als hätte ihn eine Kugel getroffen, und ratzte bis zum nächsten Morgen. Leider quält ihn sein Husten sehr. Hoffentlich tut ihm die Berg- und Seeluft jetzt im Urlaub gut. Ansonsten war die Fahrt sehr ruhig, ziemlich monoton und ereignislos. Wir durchquerten aber schöne Landschaften: das Erzgebirge, das Vogtland, Franken und die Oberpfalz.

Kurz nach 6 waren wir dann alle drei irgendwie wieder wach. Tobi und ich waren am Vorabend auch schon vor neun verschwunden, sodass man eben einfach ausgeschlafen war. Mika hatte keine Temperatur mehr, wenigstens etwas, aber leider noch schlimmen Husten. Hoffentlich wird es keine Bronchitis. Tja, wir fackelten nicht lange rum: ein gemütliches Frühstück und gegen 8 Uhr waren wir schon wieder auf der Straße. Das Fahren heute war einfach ganz großes Kino – kaum Autos unterwegs und gute breite Straßen. Wir fuhren mit nur einem Stop durch bis Freilassing, wo wir uns die Vignette für Österreich besorgten, und überquerten die Bundesgrenze. Die Flüchtlinge, die bei 13 Grad an der Grenze campierten, und die zahlreichen Zelte direkt daneben, boten einen bedrückenden Anblick. Ich wünschte, ich könnte wenigstens die ganz kleinen Kinder mitnehmen. In der Nacht war es verdammt kalt. Sogar wir mussten im WoMo die Heizung anschalten. Nicht auszudenken, wie es in einem Zelt ohne entsprechende Ausrüstung sein muss. 😦

Da Freilassing unmittelbar in Salzbrug übergeht, verpasssten wir die Abfahrt zum Zentrum, wo eigentlich ein Mittagsstop vorgesehen war, und düsten einfach weiter. Da es aber sowieso sehr bewölkt war und sich auch keine richtige Sightseeinglust einstellen wollte, verschoben wir Salzburg auf einen Wochenendtrip in der Zukunft. Von Salzburg nach Villach fuhr dann wieder ich und die Zeit verging fast wie im Flug. Mika pennte fast die ganze Zeit. Die Landschaft war ein Traum: erst das Tennengebirge und Kärnten, dann das Tauerngebirge und schließlich an der slowenischen Grenze die eindrucksvollen Karawanken. Auch die zahlreichen Tunnel prägten sich eindrucksvoll ein – nicht zuletzt wegen der hohen Mautgebühr von einmal 11 und einmal 7 Euro. In Villach aßen wir gegen 13 Uhr unser geplantes Wiener Schnitzel, was in einem eher mäßigen Ambiente und mit einer noch mäßigeren Wirtin, die auch die Köchin mimte, eben einfach nur mäßig schmeckte. 

Naja, sowas muss man dann scheinbar doch in Wien essen. Oder in der „Alten Press“ bzw. im „Rudolf“ in Graz. An der Grenze wollten wir dann die slowenische Vignette kaufen. Die österreichische hatte uns 8,70€ für 10 Tage gekostet und war somit billiger als im Internet angegeben (12,-€). Leider war das bei der slowenischen nicht der Fall und uns fehlten ganze 3 Cent(!) an den 15,-€. Wir hatten vergessen Geld zu holen und wurden nun mit einer Fahrt zurück nach Villach bestraft. Aber so lernten wir dann auch noch ein paar Dörfer um Villach herum kennen und konnten nochmal günstig tanken (1,03€/L Diesel statt 1,10€ in Deutschland). Die letzten paar Kilometer bis nach Bled waren ein Katzensprung, zumal die Autobahn von Salzburg nach Ljubljana auch ziemlich genau an Bled vorbeiführt.

Bled existiert schon seit einem Jahrtausend und liegt am Rande des Triglav Nationalparks, umgeben von den malerischen Julischen Alpen und den Karawanken. Sein Highlight ist der Bleder See, gerade mal 30 m tief, der durch einen Gletscher entstand. Inmitten des Sees ist die kleine Insel Blejski Otok mit der Mariä-Himmelfahrts-Kirche. Zu ihr führen 99 Stufen hinauf, die ein Bräutigam als Liebesbeweis seine Braut hochtragen muss. Gut, dass Tobi und ich nicht verheiratet sind, höhö. Das zweite Highlight stellt die 140 m über dem See thronende Bleder Burg dar. Beides zusammen ergibt ein wunderschönes Fotomotiv. Leider meint es das Wetter heute noch nicht ganz so gut mit uns. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

 Wir fuhren mit dem WoMo bis in den Ort, runter an den See und eine Weile am Ufer entlang bis zum Campingplatz von Bled, der unmittelbar an den See grenzt. Eine traumhafte Kulisse bot sich uns von hier. Rechts sieht man die schöne kleine Insel mit der Marienkirche und links hoch oben die Bleder Burg. Der Check-In verlief ziemlich unkompliziert und schnell. Bezahlt wird erst bei Abreise, aber laut Internet sind es inkl. Strom wohl um die 23,-€. Warten wir mal ab, ob es dabei bleibt. Wir fragten auch nach einer Angelkarte für Tobi, aber 30,-€ für nur einen Tag (50,-€ wenn man Karpfen angeln möchte) waren uns dann doch ein klein wenig übertrieben. 







Der Platz war verhältnismäßig leer, da bereits Nebensaison ist, und so durften wir uns einen von hunderten Plätzen aussuchen. Wir nahmen natürlich ganz vorne einen, von wo es nur ein paar Meter zum See sind. Wir spazierten gleich nach der Ankunft noch über den Kinderspielplatz vor zum Ufer und sahen der Ruderboot-Regatta zu, die gerade stattfand. Es ist die 2. Internationale Veteran Ruderregatta. Bled ist wohl generell bekannt für seine lange Tradition im Rudersport und als Gastgeber für internationale Ruderwettkämpfe. An der Rezeption las ich dann noch, dass wohl ein Shuttlebus hoch zur Burg fährt. Ich werde mich morgen mal genauer schlau machen.





Ach, eine kleine Anekdote habe ich doch noch zum Schluss. Bevor wir überhaupt losgefahren sind, hat mein Göttergatte unsere Stoßstange schon auf dem heimischen Grundstück kaputt gefahren. Wenn Männer meinen, große Autos zu fahren, wäre für sie kein Problem. Pfff. Naja, das Gute daran ist, dass wir uns nun den ganzen Urlaub über keine Sorgen mehr machen müssen, einen Kratzer ans Auto zu bekommen. Die 250,-€ Selbstbeteiligung sind eh weg. 🙂

2 Kommentare zu „Tag 1 & 2: Berlin – Bled / Slowenien

  1. Liest sich wie immer sehr schön – und ich bin sicher ihr werdet auch noch weiterhin viele schöne Landschaften, Städtchen, Sehenswürdigkeiten etc sehen. Aber dieses eine Mal bin ich ausnahmsweise nicht neidisch auf deinen Trip. Wäre mir grade viel zu kalt und der Osten Europas lockt mich (sicher zu Unrecht) auch nicht sehr. Na, ich lasse mich mal überraschen, wie es weiter geht. 🙂
    LG, Martina

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